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„Ich war ein bisschen enttäuscht“, sagt Christian Löer im Podcast „Wir waren klar besser“ von EXPRESS und Kölner Stadt-Anzeiger. Gemeint sind die Wechsel von FC-Trainer René Wagner beim 5:0-Erfolg gegen Union Berlin.
Malek El Mala blieb den gesamten Pokalabend auf der Bank, verfolgte von dort aus, wie sein Bruder Said doppelt traf und einen weiteren Treffer vorbereitete. Der KStA-Sportchef hätte die Brüder gern gemeinsam auf dem Rasen gesehen. „Ich will die Brüder El Mala auf dem Platz sehen. Und zwar ganz bald. 40 Jahre nach Thomas und Klaus Allofs.“
Seine Begründung klingt zunächst nach Bauchgefühl: „Stell dir mal vor: Die Eltern sind dann so stolz und die Jungs merken, dass ihre Eltern stolz sind.“ Und weiter: „Das ist so viel Energie, das ist doch Raketentreibstoff. Ich will es unbedingt sehen.“
Spätestens nach dem 4:0 habe er vor sich hin geflucht, erzählt Löer. Uwe Bödeker teilt den Wunsch im Ansatz. Eine Einwechslung und die ersten Profi-Minuten des älteren Bruders hätten durchaus als „kleines I-Tüpfelchen“ herhalten dürfen.
Möglich erscheint für den FC-Reporter aber auch, dass Wagner sich das Debüt des jungen Stürmers bewusst aufgespart hat: „Vielleicht hat René Wagner genauso gedacht. Und hat gedacht, diese Patrone Raketentreibstoff, die behalte ich noch in der Hinterhand. Und irgendwann hole ich sie raus.“
Zugleich stelle sich aber auch die Frage, ob Malek El Mala auf Sicht überhaupt eine Zukunft in der ersten Kölner Mannschaft habe, wenn unter anderem Ragnar Ache von seiner Verletzung zurückkehrt. Löer räumt ein, dass am Ende die vernünftige Seite gewonnen hat und Wagners Wechsel unter diversen Gesichtspunkten sinnvoll gewesen waren. „Natürlich ist René Wagner womöglich qua Amt vernünftiger als ich.“
Hier die neue Podcast-Folge anhören:
Der Trainer werde nicht am Spielfeldrand den großen Auftritt inszenieren. Aber: „Wir dürfen es uns so ein bisschen wünschen und dann später darüber reden.“ In den Sozialen Netzwerken hatten auch zahlreiche Fans auf einen Einsatz des älteren El-Mala-Bruders gehofft.
Bödeker sieht Wagner nach dem Sieg ohnehin nicht in der Pflicht, sich zu rechtfertigen: „Da kann man ihm wirklich nichts vorwerfen. Ganz im Gegenteil.“ Schließlich war der Sieg am Dienstagabend in allen Belangen überzeugend.
Taktisch überraschte der FC mit Dreierkette und hoch stehenden Außen und steht nun im Achtelfinale des DFB-Pokals. Neben Said El Mala trafen noch Linton Maina, Isak Johannesson und erstmals im FC-Trikot auch Sebastian Sebulonsen ins Kölner Pokal-Glück. (oke)