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BR24 Sport: FC Bayern als Familie: Wenn Fußball zur Nebensache wird

Musiala, Kimmich, Kompany: Der FC Bayern erlebt Wochen voller mentaler Rückschläge. Wie der Rekordmeister mit seinen prominenten Ausfällen umgeht, passt zu einem Selbstbild, das der Verein seit Jahrzehnten pflegt: Der FC Bayern als Familie.

Wenn der FC Bayern am Sonntag beim SC Freiburg antritt, geht es eigentlich um die Verteidigung der Tabellenführung. Doch aktuell stehen beim Rekordmeister andere Themen im Mittelpunkt. Die Sorgen um Trainer Vincent Kompany nach seinem Zusammenbruch haben den Verein erschüttert.

"Fußball ist nicht das Wichtigste im Leben. Das ist jetzt die Gesundheit von Vinnie", sagte Sportvorstand Max Eberl. Der 53-Jährige verwies dabei auf die vergangenen Monate, in denen der Rekordmeister mehrfach mit persönlichen Schicksalsschlägen und gesundheitlichen Problemen konfrontiert war. Jamal Musiala musste wegen neurologischer Ausfälle wiederholt pausieren, Joshua Kimmich fehlt derzeit nach dem Todesfall seines Vaters. "Jeder sorgt sich füreinander, das macht den FC Bayern aus", sagte Eberl. "Das ist Bayern München."

Die Bayern-Familie: Mehr als eine Floskel?

Für dieses Selbstverständnis gibt es beim Rekordmeister seit Jahren einen Begriff: die "Bayern-Familie". Oft als PR-Floskel oder als Schwester des "Mia san mia" belächelt, bekommt er angesichts der jüngsten Ereignisse neue Aktualität. Statt Titel, Tabellen und Transfers stehen derzeit die Menschen im Mittelpunkt, der Fußball rückt in den Hintergrund.

"Das ist keine Wortklauberei, sondern das zeichnet uns wirklich aus. Das stärkt uns als Familie, dass wir da gemeinsam durchgehen und füreinander da sind. Das ist das Wichtigste", betonte Eberl.

Gerd Müller: Unterstützung über die Karriere hinaus

Dass der FC Bayern seine Verantwortung gegenüber Spielern und Vereinslegenden nicht allein auf deren sportliche Leistungen beschränkt, lässt sich auch an Beispielen aus der Vergangenheit zeigen.

Die wohl bekannteste Geschichte ist die von Gerd Müller. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere kämpfte die Vereinslegende jahrelang mit Alkoholproblemen. Der FC Bayern ließ seinen größten Torjäger jedoch nicht fallen. Vor allem Uli Hoeneß setzte sich dafür ein, dass Müller eine Therapie absolvierte und wieder in den Verein integriert wurde. Anschließend arbeitete der Weltmeister von 1974 viele Jahre als Nachwuchstrainer an der Säbener Straße. Auch nach seiner Alzheimer-Diagnose stand der Klub an der Seite seiner Ikone.

Der FC Bayern versteht sich als Gemeinschaft über Generationen

Denn der Rekordmeister versteht sich nicht nur als sportliche Heimat auf Zeit. Zahlreiche ehemalige Spieler bleiben dem Verein auch nach ihrer aktiven Laufbahn als Trainer, Funktionäre, Botschafter oder Berater verbunden.

Eberl mit klarer Botschaft

Die vergangenen Wochen haben den Begriff der "Bayern-Familie" neue Aufmerksamkeit verliehen. Verantwortliche und Trainer betonen im Zusammenhang mit den Situationen von Kompany, Kimmich oder Musiala immer wieder den Zusammenhalt innerhalb des Vereins. Die Botschaft lautet: Wer Unterstützung braucht, soll sie erhalten. Wer Zeit benötigt, bekommt sie. "Das stärkt uns als Familie, dass wir da gemeinsam durchgehen und füreinander da sind", sagte Eberl.

Am Sonntag in Freiburg (ab 17.30 Uhr live in der Radioreportage) geht es zwar um drei Punkte. Rund um den FC Bayern dreht sich derzeit jedoch vieles um etwas anderes.

Tabellenführung und Abstiegskampf, aktuelle Spielpaarungen, Ergebnisse und Liveticker, Torjägerlisten, Laufleistung- sowie Zweikampfstatistiken und noch viel mehr: Fußball im Ergebniscenter von BR24Sport.

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