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Wer schafft den Sprung in den nächsten Klopp-Kader? Nach dem Sichtungsaufgebot mit 44 Spielern reduziert der Bundestrainer sein Personal diesmal auf Normalumfang. Harte Entscheidungen stehen an.
Frankfurt/Main - Jürgen Klopp muss in dieser Woche wieder ganz viel telefonieren. Doch die meisten Anrufe werden ihm nicht so viel Spaß machen wie die launigen September-Gespräche vor seiner Bundestrainer-Premiere.
Für die abschließenden Gruppenspiele der Fußball-Nationalmannschaft in der Nations League in Serbien (13. November) und gegen die Niederlande (16. November) reduziert der 59-Jährige sein Aufgebot von XXL wieder auf Normalgröße. Klopp muss dabei gleich mehrere brisante Personalien lösen.
Nach überraschenden Nominierungen für teils noch unbekannte Spieler hagelt es diesmal ganz viele Absagen. Statt 44 Profis in zwei separate Kader zu berufen, verteilt Klopp diesmal nur 23 Einladungen, eventuell wird das Aufgebot um ein, zwei oder maximal drei Ergänzungsspieler aufgestockt.
Das ungewöhnliche Sichtungsprogramm beim Vierer-Länderspielpack vor gut einem Monat lässt sich nicht wiederholen, da nur zwei Partien binnen vier Tagen anstehen. Das UEFA-Reglement lässt 23 Akteure pro Spieltagskader zu. Jetzt muss Klopp zeigen, auf wen er beim Neuaufbau wirklich setzt.
Natürlich debattieren alle über eine mögliche DFB-Rückkehr von Bremens Topstürmer Niclas Füllkrug. Doch Klopp hat indirekt schon erkennen lassen, dass er anders plant. „Niclas Füllkrug schießt in der Bundesliga ein Tor nach dem anderen, aber ist 33. Das ist nicht meine Schuld“, sagte der Bundestrainer in einem DAZN-Interview. Sprich: Füllkrug ist seiner Ansicht nach zu alt.
Junge Stürmer wie Younes Ebnoutalib (23) haben bessere Perspektiven. Der Frankfurter war einer von Klopps zehn Länderspieldebütanten. Dazu zählten zum Beispiel auch Mika Baur, Vitaly Janelt und Yannick Engelhardt. Die meisten der DFB-Neulinge werden jetzt wohl nicht mehr dabei sein. Da Klopp auf sein 4-3-3-System setzt, steigen aber etwa die Chancen von Freiburgs Flügelflitzer Derry Scherhant auf eine erneute Zusage.
Jamal Musiala hat seit seiner Muskelverletzung beim Aufwärmen vor dem ersten Holland-Spiel am 24. September nicht mehr gespielt und wird ziemlich sicher im Aufgebot fehlen. Auch sein Münchner Club-Kollege Serge Gnabry muss wieder einmal verletzt passen. Ein Fragezeichen gibt es noch hinter Philipp Treu, der als Neuling hinten rechts überzeugte und nach seiner Knöchelverletzung diese Woche beim SC Freiburg zurückkehren könnte.
Prominente Namen werden wieder fehlen. Keine Anzeichen gibt es, dass Deniz Undav einen Platz bei Klopp bekommt, das Gedränge im Sturm ist groß. Auch eine Rückkehr von Leroy Sané bahnt sich nicht an. Unabhängig von der Füllkrug-Entscheidung könnte es für Nick Woltemade, der bei Juventus Turin nicht zündet, eng werden.
Spannend bleibt die Torwart-Frage. Entscheidet sich Klopp für eine Nummer eins oder wird ein Zweikampf ausgerufen? Routinier Marc-André ter Stegen oder Bayern-Hoffnung Jonas Urbig? Der Bundestrainer muss eine Richtung vorgeben.
Der Auftakt in die Nations League war holprig: Das DFB-Team holte nur einen Sieg gegen Schlusslicht Serbien und einen respektablen Punkt in den Niederlanden, kassierte aber eben auch das 0:1 gegen Griechenland und eine Nullnummer im Rückspiel. Für das Erreichen des Viertelfinales im UEFA-Wettbewerb reichen möglicherweise nicht einmal zwei Siege. Es muss im Wettstreit mit Griechen und Oranje um einen der beiden Plätze für die K.-o.-Runde kräftig gerechnet werden.
Im schlechtesten Fall droht die Relegation oder sogar der direkte Abstieg in die B-Liga. Tabellenplatz vier muss zudem unbedingt vermieden werden, denn sonst wäre die DFB-Elf bei der Auslosung der EM-Qualifikationsgruppen nicht einmal im Topf der zwölf Top-Teams. dpa