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Freiburger am emotionalen Tiefpunkt

Sportlich sucht die FT Freiburg weiter nach einem Erfolgsrezept. Auch im dritten Auswärtsspiel der Saison bei den cerebrick Volley Goats Mitteldeutschland fuhr das Team nach dem 0:3 (23:25, 21:25, 22:25) erneut ohne Punkte nach Hause. Damit liegen die Freiburger nach drei Spielen am Tabellenende der Volleyball-Bundesliga der Männer.

Doch nicht nur diese Situation ist neu. „Emotional sind wir in einer absoluten Ausnahmesituation. Es ist das erste Mal, dass diese Mannschaft unmittelbar mit Tod zu tun hat“, spricht FT-Trainer Jakob Schönhagen über ein Ereignis abseits des Sportlichen. Vor wenigen Tagen gab es einen plötzlichen Todesfall im nächsten Umfeld eines Spielers. Er hat das Team trotzdem unterstützt und ist mit zum Auswärtsspiel gefahren. Die psychologische Begleitung der Mannschaft ist nun besonders herausfordernd.

Äußerlich war den Freiburgern erst mal nichts anzumerken. Das Team wirkte trotz eines schnellen 1:5-Rückstands stabil, kämpfte sich wieder heran und ging im ersten Satz sogar mit 10:9 in Führung. In der entscheidenden Satzphase zum Schluss war jedoch unverkennbar, dass die mentale Frische fehlt, auch mal schwierige Bälle abzuwehren oder in dreckige Punkte umzumünzen.

An dem Muster sollte sich auch in den folgenden beiden Sätzen nichts ändern. Das Team hat gezeigt, dass es in die Liga gehört und durchaus mit starken Gegnern mithalten kann. Auch der zweite Satz war bis zum 16:16 völlig ausgeglichen, bis erneut auf Freiburger Seite vermeidbare Eigenfehler den Ausschlag zugunsten der Goats gaben. Im dritten Satz folgte die Duplizität der Ereignisse. Bis zum 18:18 hielten die Freiburger mit und fanden in den entscheidenden Momenten nicht die beste Lösung. Das Bemühen war dem Team nicht abzusprechen. Es fehlt das letzte Quäntchen Überzeugung in den Aktionen.

Die sportliche Analyse sei für Trainer Schönhagen unter den traurigen aktuellen Ereignissen erst mal zweitrangig. „Ich bin beeindruckt, wie die jungen Männer damit umgehen“, sagt Schönhagen. Niemand wird mit seinen Problemen allein gelassen, alle helfen sich auf dem Platz, es fällt kein böses Wort. „Es ist wichtig, dass die Mannschaft weiter an sich glaubt, bis wir wieder vollzählig sind, alle wieder Kraft haben, körperlich wie emotional. Jetzt fehlt einfach mal ein Brustlöser“, erklärt der Trainer.

Ob dazu der nächste Gegner, der Vorjahresvizemeister und Pokalsieger von der SVG Lüneburg, taugt, damit ist eher nicht zu rechnen. Aber das gesamte Umfeld der FT Freiburg freut sich auf das erste Heimspiel der Saison, auch wenn es an einem Mittwochabend schwerer wird, die Halle voll zu kriegen. Vielleicht kann das begeisterungsfähige Freiburger Publikum das Team aber wieder zu Höchstleistungen tragen. Dass das Team auf einem emotionalen Tiefpunkt jede Unterstützung gebrauchen kann, ist klar. „Wir werden nicht von heute auf morgen zum Hurra-Volleyball finden. Für eine Verbesserung müssen wir weiter täglich arbeiten. Aber jedes Heimspiel ist für uns eine große Freude“, sagt Schönhagen.

Nächstes Heimspiel: Mittwoch, 4. November, 20 Uhr, Act-Now-Halle, Schwarzwaldstraße 181

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