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Mit gebrochenem Fuß zum Weltrekord: „Ich habe nie daran gedacht, aufzugeben“
Mit gebrochenem Fuß zum Weltrekord: „Ich habe nie daran gedacht, aufzugeben“

Im SPORT1-Podcast Deep Dive blickt Simon Gronau auf seinen Weltrekord von 100 Hyrox in 100 Tagen zurück. Er spricht über herausfordernde Zwischenfälle, sein Mindset und verrät, was Neymar mit seinem Erfolg zu tun hat.

Simon Gronau hat sich einen scheinbar unmöglichen Weltrekord zur Aufgabe gemacht: 100 Hyrox in 100 Tagen. Kein Ruhetag. Aufgeben verboten. Dafür machte der Athlet unter anderem unfassbare 10.000 Wall Balls und lief 870 Kilometer, was in etwa einer Deutschland-Durchquerung entspricht.

Der Weg zu seinem Weltrekord glich dabei einer Achterbahnfahrt der Gefühle: Zwischenfälle wie ein Mittelfußbruch am Tag 38 und Unstimmigkeiten im Team wären für andere Athleten gewiss genug Grund zum Aufgeben gewesen. Doch Gronau ließ sich von seinem Vorhaben nicht abbringen, zu groß war sein Siegeswille gewesen. Im SPORT1-Podcast Deep Dive mit Host Lenny Peteanu lässt der Weltrekordhalter den Weg zu seiner vermeintlich übermenschlichen Höchstleistung Revue passieren.

Seine Anfangsidee hatte der Kölner damals auf einer einzelnen PDF-Seite mit sechs Unterpunkten festgehalten – mit einer gewissen Portion Naivität und langjähriger Hyrox-Erfahrung wurde daraus Realität. „Ich glaube, es ist ein bisschen Fluch und Segen zugleich, dass ich in sowas immer sehr naiv und blauäugig reingehe und mir manchmal gar nicht so viele Gedanken über eine Sache mache“, blickt Gronau in Deep Dive zurück.

Jeden der 100 Tage warteten die gleichen acht Disziplinen und acht Kilometer Laufstrecke auf den Kölner. Von Vornherein sei ihm dabei klar gewesen, „dass die Recovery nicht hinterherkommt“. Dass sein abgelaufenes Gel an Tag eins dabei das kleinste Übel sein würde, sollte Gronau spätestens nach ein paar Wochen bewusst werden.

Hyrox-Weltrekord trotz Mittelfußbruch

Es passierte an Tag 38, bei Übung vier, genauer gesagt beim letzten Sprung bei den Burpees: „Ich bin gelandet und habe direkt gemerkt, irgendwas in meinem Fuß ist kaputtgegangen“, schildert der Hyrox-Athlet. Noch intensiver als seine körperlichen Schmerzen seien aber seine Gedanken gewesen.

Von der Qual begleitet, „dass man mental nicht weiß, was das jetzt genau war“, kämpfte sich Gronau trotzdem bis zum Ende des 38. Hyrox durch. Am nächsten Tag folgte dann bittere Gewissheit: Der Kölner hatte sich einen Mittelfußbruch zugezogen.

„Zu Beginn war ich zu sehr in meinem Wettkampfgeist gefangen, dass ich mir dachte, auch jetzt werde ich nicht komplett herunterschrauben“, erzählt Gronau. Doch mit steigendem Bewusstsein dafür, dass sowohl der verantwortliche Arzt als auch sein Team Sorgen und Bedenken äußerten, fasste Gronau den Entschluss: „Ich gebe alles für meine Recovery, was möglich ist.“

Mit „Neymar-Schuh“ zum Weltrekord

Auch wenn nicht einmal die Hälfte seines Vorhabens geschafft war und ihn die Verletzung plagte, ließ er sich nicht von seinem Traum eines Weltrekords abbringen. „Ich habe nie daran gedacht, aufzugeben“, offenbart er in Deep Dive. Im Gegenteil: Der Kölner wollte ganz nach Neymar-Manier weitermachen.

„Neymar hatte auch mal einen Mittelfußbruch, hat aber weiterhin Fußball gespielt“, erläutert Gronau seine Inspiration. Hintergrund: Ein Orthopäde hatte „damals einen angepassten Fußballschuh“ für den brasilianischen Fußballstar entworfen. Über Puma, Vertragspartner von Neymar und zugleich Gronaus Hauptsponsor, nahm der Hyrox-Athlet folglich Kontakt zum Mediziner auf.

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„Dann hat er mir in meinem Fall keinen Fußballschuh, sondern meinen Laufschuh so angepasst, dass ich weiterlaufen konnte“, erklärt der Kölner, „das hat mich im Rennen gerettet“. Doch trotz aller Recovery-Maßnahmen und des „Neymar-Schuhs“ hatte sich der Grad der Verletzung verschlechtert – der Bruch schritt weiter voran. Gronaus unerbittlicher Wille begann, an seine Grenzen zu stoßen.

So sprach auch das Team seinen Hyrox-Athleten eine erneute Warnung aus: „Wenn du jetzt nicht das machst, was wir dir sagen, dann können wir als Team nicht mehr so hinter dir stehen.“ Was der Kölner erst als Demütigung empfand und sich für ihn anfühlte, „als wenn du ein Messer auf die Brust gesetzt bekommst“, entpuppte sich im Nachgang als die genau richtige Entscheidung: ein „neuer Schlachtplan“ mit geringerem Tempo.

„Man muss nicht direkt das Handtuch schmeißen, wenn Widerstände kommen“

Nach 100 Tagen voller Höhen und Tiefen war es am 5. Juli 2026 dann so weit: Von lautem Applaus begleitet, überquerte Gronau die Ziellinie seines 100. Hyrox und riss schreiend das Zielband in die Höhe. Er hatte einen weltweiten Hyrox-Rekord aufgestellt. Das Unfassbare an seiner Höchstleistung: Trotz fortschreitender Belastung war Gronaus Mittelfußbruch am Ende wieder ganz verheilt.

Was er innerhalb dieser sowohl körperlich anstrengenden als auch mental aufwühlenden 100 Tage gelernt habe? „Dass man nicht direkt das Handtuch schmeißen muss, wenn Widerstände aufkommen“, zählt der Weltrekordhalter auf, aber auch, „dass man mal einen Schritt zurückgehen muss“. Ergänzt von Vertrauen in sich selbst und der Freude am Sport sei es für ihn wichtig gewesen, immer wieder in sich zu gehen und „einfach den Fokus zurückzugewinnen“.

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Gronaus 100-Tage-Challenge zeigt, was beim Verlassen seiner Komfortzone im Sport passieren kann – sowohl positiv als auch negativ. Seine Geschichte erinnert aber vor allem auch daran, dass es sich lohnt, für seine Träume zu kämpfen, sich Widerständen zu stellen und manchmal auch auf den Rat anderer zu vertrauen.