Zurück
Die 18-jährige Osttirolerin Anna Tagger hat bei den WTA-125-Turnier in Chongqing (China) das Finale erreicht, wo sie auf die Britin Harriet Dart trifft. Trotz der strengen Dopingkontrolle, die sie dazu zwingt, nur Reis zu essen, zeigt Tagger sich selbstbewusst und strebt ihren zweiten Titel an.
Osttirolerin steht in China im Finale, darf dort aber nur Reis essen, weil das Fleisch mit Antibiotika versetzt ist und deshalb bei Doping kontrollen zu Problemen führen könnte.
Zu Finalgegnerin Dart meinte sie: "Wir haben heuer beide unser Level gesteigert.
", ab dem Game zum 2:3 machte ihre Gegnerin keinen Stich mehr, die 18-jährige Osttirolerin machte nicht weniger als 71 Prozent aller Punkte. Die Belohnung: Wie im Vorjahr, damals in Jiujiang, steht Tagger in China in einem Endspiel. Und diesmal schielt sie durchaus auf den zweiten Titel ihrer Laufbahn. Ihre Gegnerin, die Britin Harriet Dart, hat sie im Finale des ITF-100-Turniers in Fujairah schon einmal in einem Endspiel besiegt, damals klar 6:4, 6:2.
Jetzt kommt es zur Neuauflage eine Etage höher. Die Art und Weise, wie Tagger gegen Quevedo agierte, macht Hoffnung.
"Im Vergleich zum Viertelfinale, wo ich die Gegnerin im zweiten Satz wieder ins Spiel kommen ließ, habe ich heute von Anfang an mein Spiel durchziehen und es der Gegnerin aufzwingen können", analysierte Tagger, die sich auch vom Verband am Oberschenkel der Gegnerin nicht aus der Spur bringen ließ: "Ich kenne sie schon aus Italien, da haben wir ein paar Mal miteinander trainiert, und sie trägt immer ein Tape am Oberschenkel. Ob sie das beeinflusst hat, weiß ich nicht.
" Auch ihre heutige Gegnerin, die gegen die erst 16-jährige Chinesin Sun Xinran nach Kampf 6:7, 7:6, 6:0 gewann und dabei drei Matchbälle abwehren musste, kennt sie. "Ich habe sie getroffen und wir haben darüber gelacht, dass wir jetzt wieder in einem Finale aufeinandertreffen. Wir konnten beide seit damals unser Level steigern. Sie hat in den vergangenen Wochen sehr stark gespielt und einen Lauf.
Es wird eine schwere, aber machbare Aufgabe.
" Dart wurde bekannt, als sie in einem Spiel von der Schiedsrichterin forderte, dass die der Gegnerin sage, sie möge Deo benützen, sie rieche nicht gut. Tagger dazu lachend: "Sie kann eine sehr direkte Person sein. Was die Sache mit dem Deo angeht: Ich bin überrascht, wie viele Gegnerinnen versuchen, dich auf diesem Level aus dem Rhythmus zu bringen. Egal, ob mit einem Medical Timeout, wenn sie sich beschweren, oder mit anderen Mätzchen.
" Ungewöhnlich: Tagger ist in China ohne ihre Trainerin Francesca Schievone unterwegs, nur Lorenzo Frigerio und Fitnesscoach Sergio Bugada sind dabei. Das tut ihren Erfolgen aber keinen Abbruch. Klar ist auch, dass es aus China weiter nach Indien geht, wo Tagger, die zumindest auf Platz 53 der Weltrangliste bleiben wird, bei einem Sieg rund zehn Plätze gutmachen könnte, in Chennai ihr letztes Turnier des Jahres spielt, bevor zehn Tage Urlaub warten. Worauf sie sich besonders freut?
"In China sind alle Fleischsorten mit Antibiotika versetzt. Daher darf ich nicht einmal Hühnerfleisch essen.
" Denn: Die Antibiotika könnten sonst bei einem Dopingtest anschlagen; alles schon passiert. Das Menü der Österreicherin gestaltet sich daher wenig abwechslungsreich: "Zum Frühstück gibt es Reis und tagsüber dann Reis mit Tomaten und Bohnen.
" Kein Wunder, wenn sie sagt: "Ich freue mich schon, wenn ich wieder mal etwas Normales essen kann ... " Mit einem Turniersieg im Gepäck würde das sicher noch besser schmecken.