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EM-Kader: DHB-Frauen spielen mit bewährten Kräften im Free-TV

Spiele werden im Free-TV gezeigtDeutsche Handballerinnen fahren mit bewährten Kräften zur EM

Bundestrainer Markus Gaugisch setzt bei der EM auf bewährte Kräfte. (Archivbild)
Bundestrainer Markus Gaugisch setzt bei der EM auf bewährte Kräfte. (Archivbild)

Dortmund · Bundestrainer Markus Gaugisch nominiert 16 Spielerinnen für die Europameisterschaft, von denen fast alle schon im Vorjahr beim silbernen WM-Coup dabei waren. Für Jung-Mama Smits bleibt die Tür offen.

Markus Gaugisch nickte zufrieden, als zu fetziger Musik die Namen seiner 16 Auserwählten für die Medaillenmission bei der EM über den Bildschirm flimmerten. Keine Experimente - so das Motto des Bundestrainers von Deutschlands Handballerinnen.

„Kontinuität tut uns gut“, sagte Gaugisch bei der Kadervorstellung am Freitag in Dortmund. Mit nicht weniger als 14 Vize-Weltmeisterinnen um Kapitänin Antje Döll und Torfrau Katharina Filter soll es beim Saison-Höhepunkt im Dezember hoch hinaus gehen. Man wolle das Final-Wochenende der besten sechs Teams erreichen, so Gaugisch: „Unser Ziel ist es, bis zum Ende dabei zu sein.“

Smits als EM-Edeljoker

Dann könnte womöglich sogar Xenia Smits wieder mitwirken. Die Rückraumspielerin, die erst Ende August erstmals Mutter wurde, fehlte zwar in dem eigens produzierten Videoclip - ein Blitz-Comeback als Edeljoker ist aber jederzeit möglich.

„Wir haben immer betont, dass wir Xenia die Zeit geben, die sie braucht. Von daher gibt es von unserer Seite keinen Druck“, sagte Gaugisch. Eine EM-Teilnahme hänge „von unterschiedlichen Faktoren ab, die wir aktuell noch nicht final wissen können“. Smits sei „wahnsinnig fleißig und auf ihrem Weg zurück auf ihr Leistungsniveau. Die Tür ist natürlich offen für sie, sie steht im 35er Kader. Wir müssen schauen, wie die nächsten Wochen laufen. Wir wissen, was sie für eine tolle Bereicherung für jede Mannschaft der Welt sein kann. Wir sind sehr eng mit ihr im Austausch.“

ARD und ZDF zeigen deutsche EM-Spiele

Der Bundestrainer hat „Bock“, das brauchte er im Pop-Up-Showroom des Hauptpartners des Deutschen Handballbundes mitten im Dortmunder Industriegebiet gar nicht groß erwähnen. „Die Flamme brennt permanent. Je näher es zum Turnier geht, umso mehr“, sagte er. Nach WM-Silber soll nun das nächste große Ding folgen, zumal bei ARD und ZDF diesmal die ganz große (TV-)Bühne wartet.

„Wir freuen uns darüber und das ist eine zusätzliche Motivation. Wir haben die Chance, uns dem ganzen Land zu präsentieren“, sagte DHB-Sportvorstand Ingo Meckes dem SID. Es sei „der nächste Schritt und eine Bestätigung für die Spielerinnen.“ Bei der Heim-WM 2025 hatten ARD und ZDF erst ab dem Viertelfinale übertragen, nun laufen alle Spiele im linearen TV. Die Streamingplattform Dyn überträgt ebenfalls.

EM-Start am 4. Dezember in Bratislava gegen Schweden.

Personell kann Gaugisch nahezu aus dem Vollen schöpfen. Neben Smits, die im offiziell gemeldeten deutschen 35er-Kader steht und damit jederzeit eingeflogen werden kann, fehlt lediglich Defensivspezialistin Aimée von Pereira (Karriereende). Ihr Turnier-Debüt in der A-Mannschaft werden Ida Petzold (TuS Metzingen) und Farrelle Njinkeu (HSG Blomberg-Lippe) geben.

Ihr enormes Potenzial hatte die DHB-Auswahl in der vergangenen Woche bei einem hochkarätig besetzten Einladungsturnier angedeutet, einem Sieg gegen Dänemark (26:21) folgte ein Remis gegen die Niederlande (25:25). Ende November warten auf das deutsche Team zwei letzte Tests gegen den Olympia-Zweiten Frankreich - dann geht es los. Der EM-Start steigt am 4. Dezember in Bratislava gegen Schweden.

„Es ist eine Blackbox, die uns erwartet. Es gibt sechs Nationen, die sind ein Stück weit vor allen anderen. Zu diesen wollen wir auch diesmal gehören“, sagte Sportvorstand Ingo Meckes zur Zielsetzung. Gaugisch nannte in einer ZDF-Schalte Weltmeister Norwegen als Top-Favoriten, aber auch Frankreich und Dänemark als Verfolger. „Wir sind näher an die Top Vier herangerückt“, sagte er: „Die Lücke ist nicht geschlossen, auch wenn wir das im letzten Jahr geschafft haben, aber wir sind auf einem guten Weg, da Stück für Stück ranzukommen.“ Dies will er mit seiner Mannschaft im Dezember unter Beweis stellen.

Das EM-Aufgebot der deutschen Frauen-Nationalmannschaft

  • Tor: Katharina Filter (Team Esbjerg/DEN), Sarah Wachter (Borussia Dortmund)
  • Feld: Antje Döll (Sport-Union Neckarsulm), Alexia Hauf (HSG Blomberg-Lippe), Emily Vogel (FTC Budapest/HUN), Nieke Kühne (HSG Blomberg-Lippe), Alina Grijseels (Borussia Dortmund), Annika Lott (Brest Handball/FRA), Mareike Thomaier (Borussia Dortmund), Nina Engel (Gloria Bistrita/ROU), Viola Leuchter (Odense Handbold/DEN), Jenny Behrend (VfL Oldenburg), Farrelle Njinkeu (HSG Blomberg-Lippe), Lisa Antl (Borussia Dortmund), Marie Steffen (Rapid Bukarest/ROU), Ida Petzold (TuS Metzingen)

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