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Mit Schmähgesängen gegen den 1. FC Köln stimmten sich die Fans von Schalke 04 bereits nach dem Heimspiel gegen Mainz 05 (0:1) auf das kommende Auswärtsspiel in der Domstadt an diesem Samstag (15.30 Uhr/DAZN) ein. Auch bei den Fußballern der Königsblauen ist das angekommen. „Wir haben jetzt ein sehr wichtiges Spiel. Die Fans haben am Ende noch einmal ein Zeichen gesetzt. Das nehmen wir mit und dann müssen wir ein anderes Gesicht zeigen“, sagte Kapitän Kenan Karaman.
Fakt ist: Sportlich ist die Partie für Schalke richtungsweisend. Sollte das Team von Trainer Miron Muslic im Duell mit direkten Konkurrenten aus dem unteren Tabellendrittel zum dritten Mal in Folge verlieren, ist die erste sportliche Krise der Saison nicht mehr kleinzureden. Ein Sieg wiederum wäre ein wichtiges Ausrufezeichen im Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga.
Doch nicht nur aufgrund der sportlichen Ausgangslage ist das Spiel in Müngersdorf gerade für die aktiven Fanszenen beider Vereine besonders. Für zusätzliche Brisanz sorgt eine ausgeprägte Rivalität zwischen den Ultra-Gruppierungen von Köln und Schalke. Für die Gelsenkirchener sind die Duelle mit den Domstädtern längst ein kleines Derby geworden – denn seit einigen Jahren sind die Fanszenen von Schalkes großem Revier-Rivalen Borussia Dortmund und dem 1. FC Köln eng befreundet. Demgegenüber steht eine Freundschaft der Ultras Gelsenkirchen mit der Ultra-Gruppe Sottocultura von Borussia Mönchengladbach – dem größten Rivalen der Kölner.
Bei den zurückliegenden Spielen zwischen Schalke und Köln in der Zweitligasaison 2024/25 war deshalb in den Fankurven jeweils eine aggressivere Grundstimmung spürbar. Zudem sind die Fanlager auch außerhalb der Spiele schon mehrfach aneinandergeraten – etwa im September 2025, als sich laut Polizeiangaben rund 400 gewaltbereite Fans von Schalke, Dortmund und Köln prügelten.
Auch deshalb wird die Partie am Samstag als Hochrisikospiel eingestuft. Es ist deshalb mit einem hohen Polizeiaufgebot und einer strikten Fan-Trennung zu rechnen. Auch im RheinEnergieStadion wird das deutlich. Wie die Bild berichtet, wurde eine Sicherheitsglas-Trennscheibe, die Chaoten während des Rhein-Derbys gegen Gladbach zerstört hatten, erneuert. Zusätzlich soll der Abschnitt, der beide Fangruppen auf der Nordtribüne trennt, durch zusätzliches Sicherheitspersonal geschützt werden.