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Für Nick Woltemade geht es aktuell um alles. Nach einem unglücklichen Jahr bei Newcastle United und wenig aufsehenerregenden Leistungen während des ersten Länderspielblocks unter Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp muss der Sturmriese Leistung zeigen, um seine ins Stocken geratene Karriere wieder anzukurbeln.
Die Gelegenheit dazu sollte eine Leihe zu Juventus Turin bieten. Doch auch dort kam der 24-Jährige nur schwer in Tritt und muss mitunter ordentlich mediale Kritik einstecken. Die Ausnahme bilden bisher die Auftritte in der Europa League. Auch beim 2:2 gegen Stade Rennes am gestrigen Donnerstag zeigte Woltemade eine gute Leistung. Eine solche attestierte ihm auch Juve-Coach Luciano Spalletti – mit einer sehr deutlichen Einschränkung.
Über sein erstmalig gemeinsam aufgebotenes und sehr umstrittenes Sturm-Duo Woltemade und Randal Kolo Muani (27), die beide bisher nicht nachhaltig überzeugen konnten, sagte der 67-Jährige auf der Pressekonferenz nach der Partie: „So gut es auch gelaufen ist – aber ich glaube, ich kann von beiden mehr erwarten, denn ihre Qualitäten sind besser als die Leistung, die sie heute Abend gezeigt haben.“
Dabei legte Woltemade den 1:0-Führungstreffer für Juve mustergültig auf, traf später selbst per Elfmeter zum Endstand und zeigte eine sehr engagierte Leistung. Der Rechtsfuß hat damit in allen drei bisherigen Europacup-Spielen getroffen, das war zuvor nur Darko Kovacevic (1999) und Roberto Baggio (1990) gelungen. Seinem Coach reicht das aber nicht: „Woltemade und Kolo Muani müssen ihre Einsatzbereitschaft steigern: Beide sind sehr technisch, müssen aber an Tempo zulegen. Heute haben sie ein gutes Spiel gemacht, aber sie können noch mehr leisten.“
In der Serie A läuft es für Woltemade bisher nicht. Während Kolo Muani in allen Partien in der Startelf stand, kam der DFB-Stürmer bisher stets von der Bank und konnte noch keinen Scorerpunkt sammeln. Dabei sollte der Ex-Stuttgarter der Alten Dame dazu verhelfen, in der nächsten Saison wieder in der Champions League zu spielen. Aktuell reicht es mit Woltemade als Dauer-Joker jedoch nach sieben Spieltagen nur zu Rang acht.
Wenn es nach den italienischen Medien geht, soll der deutsche Angreifer nun auch in der Liga von Beginn an ran: „Er mag zwar keine Neun sein, aber Juve hat einen tollen ‚falschen Zehner‘ entdeckt. Zweifellos kam ihm auch die von Spalletti gewählte Systemumstellung auf 3-4-1-2 zugute“, so die ‚Gazzetta dello Sport‘. Der ‚Corriere dello Sport‘ sieht „endlich den Einfluss, den Juve sich von Woltemade versprochen hatte“.