Apex Scores Lite Apex Scores Lite flag
back Zurück
Lucas Auer und das DTM-Pech: Hätte es ohne Rückschläge zum Titel gereicht?
Lucas Auer und das DTM-Pech: Hätte es ohne Rückschläge zum Titel gereicht?

In der GT-World-Challenge Europe erfüllte sich Lucas Auer am Ende den Traum vom Titel. In der DTM hingegen war der Mercedes-AMG-Pilot einer der großen Pechvögel der Saison: Der Österreicher lag im Titelkampf stets in den Top 3, ehe er beim Mercedes-AMG-Crash auf dem Nürburgring Opfer von Markenkollege Maro Engel wurde.

Danach konnte der Landgraf-Mercedes-Pilot nicht mehr so richtig in den Titelkampf einsteigen und wurde Vierter in der Gesamtwertung. Aber hätte es ohne das Pech zum Titel gereicht? "Speziell am Ende war das Momentum nicht wirklich auf unserer Seite", weiß auch der 32-jährige Österreicher.

"Ich glaube, wir wissen ganz genau, wo wir ansetzen und woran wir drehen müssen. Aber generell muss ich sagen: Ich bin irrsinnig stolz auf meine Gruppe. Für mich sind sie die besten in der Startaufstellung."

Lucas Auer: "Du kannst dir keinen Nuller leisten"

In welchem Bereich Auer noch Potenzial zur Verbesserung sieht? "Es geht eher um ein paar Rennstrecken, wo wir nachlegen können", sagt er. "Im Großen und Ganzen waren wir aber sehr konkurrenzfähig." Zudem ergänzt der Kufsteiner: "In einer DTM-Saison lebst du vom Momentum und vom Flow. Du kannst dir keinen Nuller leisten."

Den einzigen Nuller der Saison setzte es für Auer am Sonntag auf dem Nürburgring, als sich Engel verschätzte und ausgerechnet den Landgraf-Mercedes traf. Wäre Auer - wie zum Zeitpunkt des Unfalls - Vierter geworden, hätte er 13 statt null Punkte geholt.

Die Eifel war aber nicht der einzige Ort, an dem bei Auer der Blitz einschlug. Eine seriöse Analyse, wie viele Punkte er 2026 durch unglückliche Umstände verloren hat, ist zwar nicht möglich. Wir versuchen es dennoch - und kommen auf fast 30 Zähler.

Auers Unglücksbilanz: Es war nicht nur der Engel-Crash

Schon beim zweiten Saison-Wochenende in Zandvoort wurde der damalige DTM-Leader beim Sonntagsrennen von Nicki Thiim umgedreht - und fiel von Platz sieben auf den 20. Rang am Ende des Feldes zurück. Auer rettete noch Platz 13. Wäre er auch hier - wie zum Zeitpunkt des Zwischenfalls - zumindest auf dem siebten Platz ins Ziel gekommen, hätte er neun statt drei Punkte geholt.

Unglücklich lief auch das verregnete Samstagsrennen auf dem Lausitzring: Auer dominierte auf Regenreifen gemeinsam mit Markenkollege Jules Gounon die Anfangsphase, doch dann wurde ihm eine unglückliche Full-Course-Yellow-Entscheidung von Renndirektor Sven Stoppe zum Verhängnis.

Es ist schwierig zu sagen, ob Sieger Ben Dörr, Marco Mapelli und Ricardo Feller auch ohne den "geschenkten" Pflichtstopp vor dem sechstplatzierten Auer geblieben wären. Mapelli und Feller erhielten aber auch noch eine 15-Sekunden-Strafe wegen Überschreitung des Speedlimits, wodurch sie hinter ihn zurückgefallen wären. Auer wäre also zumindest Vierter geworden.

Der Punkteverlust hielt sich bei diesem Rennen jedoch in Grenzen, da auch Auers Titelrivalen nicht unter den Profiteuren waren.

Auer wäre fast punktegleich mit Preining ins Finale gegangen

Und dann wäre da noch der unglückliche Radnaben-Bruch beim Samstags-Qualifying auf dem Sachsenring, als Auer eine starke erste Sektorenzeit vorlegte, aber dann heftig crashte und vom letzten Platz starten musste. Im Rennen reichte es noch zu Platz elf und fünf Punkten.

Aber wo wäre Auer ohne den Materialbruch gelandet? Das lässt sich unmöglich beantworten. Wenn man als Richtmarke den besten Mercedes-AMG-Piloten Engel heranzieht und Auer Platz fünf zutraut, hätte er sechs Punkte mehr auf dem Konto.

Nach dieser Rechnung hätte Auer in der Gesamtwertung 28 Punkte mehr gesammelt als in der Realität - und wäre am Sonntag in Hockenheim mit zwei Punkten Rückstand auf Preining in die Titelentscheidung gegangen.

Hochenheim-Sieg sorgt für versöhnliches Saisonfinale

Mit dem Erfolgsballast vom einzigen Saisonsieg kam er im Finale allerdings nur auf Platz 13. Damit hätte er die Meisterschaft hypothetisch mit 15 Punkten Rückstand auf Preining wie schon 2025 als Vizemeister abgeschlossen. In der Realität fehlten Auer als Gesamtviertem 43 Punkte auf den Titel.

"Nürburgring und Sachsenring sind nicht so zu unseren Gunsten gelaufen, aber das ist auch Motorsport", weiß Auer, der seinem Landsmann Preining zum Titel gratuliert. "Trotzdem war es eine tolle Saison. Und mit dem Sieg gab es ein sehr versöhnliches Ende."

Könnte Ihnen gefallen

MotoGP heute live im Free-TV: Wer überträgt das Sprintrennen aus Australien?

motorsport magazin vor 1 Stunde