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Spiesen-Elversberg · Traumtore, vier Treffer, drei Punkte – eigentlich ein perfekter Abend für die SV Elversberg. Doch Kapitän Lukas Pinckert war nach dem 4:1 gegen Mainz nicht in Feierlaune.
Eigentlich, so könnte man meinen, dürfte die Laune bei den Fußballprofis des Bundesligisten SV Elversberg kaum besser sein. Mit 4:1 fegte die Mannschaft den 1. FSV Mainz 05 am vergangenen Freitag aus der Kaiserlinde, dominierte über weite Strecken das Geschehen und ließ den Gästen kaum Luft zum Atmen. Felix Keidel zauberte einen Freistoß in den Winkel (7. Spielminute), Cole Campbell setzte mit einem wunderschönen Seitfallzieher den dem ganzen die Krone auf (90+1). Doch einer war nach der Gala der SVE alles andere als gut drauf: Kapitän Lukas Pinckert.
„Ich bin so abgefuckt. Ich kann mich über diesen Sieg gar nicht freuen“, schimpfte Pinckert nach dem Abpfiff. „Jede Woche die gleiche“ – kurz hielt der Abwehrchef inne. „Ich will das Wort jetzt nicht aussprechen. Wir schieben hoch und heute kassieren wir so ein Ding“. Gemeint war das späte Gegentor der Mainzer in der 90.+2 Minute. Nach einem Moment der Unordnung in der Elversberger Defensive kratzte Sheraldo Becker den Ball noch von der Grundlinie und legte für Ransford Königsdörffer auf. Dessen Schuss landete am Innenpfosten, von dort sprang der Ball vor die Füße von Benedict Hollerbach, der aus kürzester Distanz nur noch einschieben musste. Nicolas Kristof war chancenlos.
Ein Gegentor, das für Pinckert offenbar sinnbildlich für ein wiederkehrendes Problem steht. Mit Ausnahme des 0:0 gegen den FC Schalke 04 am 3. Spieltag der aktullen Bundesliga-Saison hat die SVE in jedem Saisonspiel mindestens einen Treffer kassiert. Insgesamt 16 Gegentore stehen mittlerweile zu Buche. Das wurmt den Abwehrchef, lässt ihn sogar an der defensiven Ausrichtung der Elversberger – und auch an der Taktikvorgabe seines Trainers Vincent Wagner zweifeln.
„Lasst uns einfach mal fünf Minuten hinten drin stehen“, forderte Pinckert. „Jede Woche kriegen wir Verteidiger gesagt: Höhe, Höhe, Höhe. Machen wir heute und kriegen ein Gegentor. Es nervt mich extremst“, erklärte der 26-Jährige. Seine Lösung? Einfach mal den „Bunker hintenreinstellen“. Mit seiner Meinung stehe Pinckert übrigens nicht alleine da: Auch sein Abwehrkollege Maximilian Rohr und Torwart Nicolas Kristof würden das ähnlich sehen.
Bei aller Wut über den späten Schönheitsfehler wollte der Kapitän allerdings auch eines nicht untergehen lassen: „Ich bin auch stolz auf die Mannschaft“. Seine Mitspieler hätten schließlich „über 90 Minuten ein überragendes Spiel gemacht“. Und daran ließ Pinckert trotz seines Ärgers keinen Zweifel: Der Sieg sei "hochverdient." (frö)