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Dieses Wochenende sollte für Ex-FCA-Trainer Sandro Wagner die Wende zum Guten markieren: Mit seinem neuen Verein Hannover 96 stand das Niedersachsen-Derby gegen Eintracht Braunschweig an. Wagner, der Ende September bei den ambitionierten 96ern von seinem Vorgänger Christian Titz übernommen hatte, hatte bis dato einen Punkt aus zwei Spielen geholt hatte, setzte ebenfalls große Hoffnungen in die Partie - und sieht sein Team nun endgültig im Krisenmodus angekommen.
0:2 hieß es am Ende von aus Hannover-Sicht 90 bitteren Minuten. Die Pleite legt die Nerven blank - denn die Braunschweiger haben den Lokalrivalen in der Tabelle überholt. 96, das vor der Saison zu den Aufstiegsfavoriten gezählt wurde, ist mit der Pleite auf den Relegationsrang abgestürzt, punktgleich mit dem Tabellenletzten Darmstadt 98.
Sandro Wagner sieht einen der Gründe für die aktuelle Form in der jüngeren Vergangenheit begründet. Schon vergangene Saison war das Team nah dran am Aufstieg, verspielte aber mit einer Formkrise zum Saisonende alles und landete noch auf dem undankbaren Platz vier. „Man spürt, die Leichtigkeit fehlt. Da ist letztes Jahr ein Stück weit was kaputtgegangen.“ Die Bilanz von Hannover unter Wagner, der sich im Vergleich zu seiner FCA-Zeit deutlich zurückhaltender präsentiert, liest sich nicht sonderlich erbaulich: Nach einem 0:3 zum Start gegen Magdeburg gab es vor heimischen Publikum ein 1:1 gegen St. Pauli, nun die bittere Derby-Pleite.
Hannovers Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt stärkt Wagner den Rücken. Gegenüber der Bild sagte er: „Ich habe die Entscheidung nicht bereut und das Vertrauen in Sandro. Jetzt müssen wir gucken, dass wir möglichst schnell da unten rausklettern.“ Wagner hoffte, dass „wir unbedingt ins Gewinnen kommen wollen und uns für unsere Arbeit belohnen“. Die nächste Möglichkeit dazu bietet sich am Mittwoch im DFB-Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern.
Auch die Begleitumstände der Partie am Wochenende sind nicht dazu geeignet, um die Stimmung aufzubessern. In der Nachspielzeit flogen aus dem Hannover-Fanblock heraus Pyrotechnik und Böller auf das Spielfeld und in andere Zuschauerblöcke, die Feuerwehr musste löschen, die Partie wurde mehrere Minuten lang unterbrochen.
Die Vorfälle beschäftigen auch die Politik. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) sagte der dpa, dass die Vorfälle Konsequenzen haben werden: „Niemand muss nach diesen Vorfällen glauben, dass etwaige zukünftige Derbys in Braunschweig erneut so stattfinden werden wie das Spiel am vergangenen Sonntag.“ Die Politikern kündigte harte Strafen für die Verantwortlichen der Ausschreitungen an.