Apex Scores Lite Apex Scores Lite flag
back Zurück
Marco Bezzecchi (1.) wurde von der möglichen Riesenkatastrophe angezogen
Aprilia-Pilot Marco Bezzecchi erlebte ein aufregendes Zeittraining Foto: Gold and Goose Aprilia-Pilot Marco Bezzecchi erlebte ein aufregendes Zeittraining © Gold and Goose

Aprilia-Werksfahrer Marco Bezzecchi war mit Platz 4 im FP1 gut in den Großen Preis von Australien gestartet. Die knapp drei Zehntel, die fehlten ausgerechnet auf den vor ihm in der WM liegenden Marc Marquez. Stunden später, bei ungewöhnlich hohen Asphalttemperaturen von deutlich über 40 Grad, zeigte der Italiener eine außergewöhnliche Leistung, die nach 60 Minuten mit der Bestzeit belohnt wurde.

Auf dem Weg dorthin entging die Nummer 72 dabei nur haarscharf einer potenziellen XL-Unfallkatastrophe. Die Piloten der Königsklasse hatten sich gerade erst in Schwung gebracht, da lief Bezzecchi auf der Werks-Aprilia im Verlauf der schnellen Kurve 3 auf Gresini-Pilot Alex Marquez auf. Offensichtlich auch durch die wirkenden Verwirbelungen wurde Bezzecchi bei weit über 200 km/h förmlich vom Heck der Ducati angesaugt. Zwar gelang es Bezzecchi, einen Volltreffer zu verhindern, doch der Streifschuss reichte aus.

Die Seitenverkleidung der Bezzecchi-Aprilia flog davon, Bezzecchi taumelte über den Bremspunkt und stürzte ins Kiesbett von Kurve 4. Der finale Crash war harmlos, doch die haarsträubende Aktion sorgte sogleich für Gesprächsstoff und Aufregung in beiden Boxen. Doch die Gemüter beruhigten sich wieder, denn ein grober Fehler war weder Bezzecchi noch Marquez unterlaufen. Am Ende zeigte die Kollision vor allem die «dünne Luft» im Umgang mit den Aero-Entwicklungen an den MotoGP-Prototypen.

Erstaunlicherweise ließ sich Marco Bezzecchi davon null beirren. «Bez» spulte Einheit für Einheit und hielt dabei lange die Bestzeit auf den potenziellen Rennreifen. Als auf die weichen Gummis gewechselt wurde, ging es zunächst bis auf P7 zurück. Doch im Finale klatschte der WM-Dritte die Konkurrenz ab. Die Zeit von 1:26,775 min blieb bis zur Flagge unangetastet. Den Rundenrekord verfehlte der Aprilia-Mann allerdings um 0,3 s. Mit der Wetterprognose «Regen» stehen die Chancen gut, dass Fabio Quartararos Referenzzeit von 1:26,465 min das Event übersteht – und der Franzose als schnellster Pilot aller Zeiten – auf Phillip Island – in die MotoGP-Geschichtsbücher eingeht.

Marco Bezzecchi auf Phillip Island Foto: Gold and Goose Marco Bezzecchi auf Phillip Island © Gold and Goose

Marco Bezzecchi konnte damit gut leben. «Unser Start in den GP lief wie erhofft, schon im freien Training hatte ich eine gute Basis, die es uns erlaubt hat, ohne Probleme die Agenda abzuarbeiten. Es war einer jener seltenen Tage auf Phillip Island, die man, was das Wetter angeht, richtig genießen sollte – und das habe ich auch», grinste Bezzecchi.

Der Schnellste des Tages zu der Kollision mit Ducati-Pilot Alex Marquez: «Bei dieser Situation hat auch der Wind eine große Rolle gespielt. Er war in dem Moment sehr kräftig. Leider konnte ich die Berührung nicht vermeiden und habe Alex Bein getroffen. Am Ende war es aber nicht sehr schlimm», spielte «Bez» die Situation herunter.

Auch die Frage nach dem als sicher geltenden Wetterumschwung umschiffte das Aprilia-Ass: «Ich möchte keine Energie damit verschwenden, mir jetzt den Kopf zu zerbrechen. Die Zeit geht jetzt besser mit dem Team in Arbeit zu den Themen, die uns bei diesen Bedingungen schneller machen. Schaue ich morgen aus dem Fenster und es ist anders – dann werde ich versuchen, mich darauf schnellstmöglich einzustellen.»