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Julia Tannheimer geht im Biathlon-Zirkus ihren Weg. Aus dem großen Talent des DAV Ulm ist längst ein Weltcup-Star geworden. Mit all den positiven wie negativen Nebeneffekten. Das musste die 21-Jährige jetzt auch im Umgang mit der Boulevardpresse erfahren. Jüngst hatten Aussagen der Sportlerin in einem Interview mit dem Biathlon-Weltverband IBU für Wirbel gesorgt, am Rande des Loop-one-Festivals im Münchner Olympiapark meldete sich Tannheimer nun zu Wort - und ordnete ihre Aussagen noch einmal korrekt ein.
In besagtem Interview hatte die Ulmerin unter anderem erwähnt, es sei mit das Härteste am Biathlonleben, dass man gerade im Herbst versuchen müsse, gesund zu bleiben und sich daher mit Treffen mit Freunden und Familie zurückhalten müsse. Daraus wurden dann Schlagzeilen wie: „Deutscher Biathlon-Star gesteht: Ich versuche meine Familie nicht zu sehen“ (BILD) oder „Julia Tannheimer vermeidet Freunde“ (T-Online). Sie selbst erklärt: „Das habe ich so nie gesagt.“
Natürlich müsse man im Herbst während der Saisonvorbereitung besonders vorsichtig sein „Das ist doch ganz normal. Und wir Sportler passen natürlich besonders auf, weil eine Krankheit zum falschen Zeitpunkt eine ganze Saison versauen kann. Wenn jemand im engeren Umfeld erkältet ist, dann meidet man natürlich den engen Kontakt. Sowohl mein Freund als auch meine Familie kennen das ja selbst. Aber natürlich bin ich trotzdem bei meiner Familie und mache auch was mit Freunden. Da ist schon eher die fehlende Zeit das Problem, weil wir ja viel unterwegs sind“, erzählt sie.
Damit sollte das mediale Missverständnis ausgeräumt sein. Sportlich sprach das Ergebnis beim „Loop One“ im Münchner Olympiapark eine klare Sprache: Tannheimer kam als Achte am Samstag und Siebte am Sonntag beide Male ins Finale. „Das war mein Ziel. Ich denke, da kann ich zufrieden sein“, sagt die 21-Jährige. Bei der zweiten Auflage des Biathlon-Events stand die Show im Vordergrund. Für die Fans bot das zweitägige Festival eine Möglichkeit, Biathlon-Legenden und Aktive persönlich zu treffen, sich selbst beim Laserschießen auszuprobieren und insgesamt Vorfreude auf die Wintersaison aufzubauen. Julia Tannheimer findet das Konzept gut und meint: „Das ist ein richtig cooles Event. Klar war das Wetter nicht so toll und es war auch echt rutschig.“
Auch der Nachwuchs durfte in München ran. Die Wettbewerbe der größten Talente wurden bereits am Freitag als Massenstarts ausgetragen - als Probe für die TV-Produktion. Bei der weiblichen Jugend siegte Ina Lickert (SZ Breitnau), die wie die Illertisserin Mia Kasper das Skiinternat in Furtwangen besucht. Für sie lief es in München nicht ganz nach Wunsch. Gegen die fast durchgehend ältere Konkurrenz reichte es aber trotzdem zum siebten Platz. Sehr achtbar schlug sich auch die Elchingerin Bianca Schuh, die sich dank ihrer starken Auftritte beim Deutschland-Pokal das Ticket für das Kräftemessen der besten deutschen Nachwuchsathleten gesichert hatte. Sie landete als Zehnte im Mittelfeld.
„Es war wieder echt cool, im Olympiapark und um den See herum zu laufen“, sagte Yannick Schraag, der bereits bei der Premiere im vergangenen Jahr am Start war. Der 17-Jährige wurde in einem engen Rennen Zweiter hinter Hugo Winter (Sachsen). Im Zielsprint setzte er sich gegen John Reiprich (Sachsen) und seinen Bruder Julian Schraag hauchdünn durch. Alle vier lagen innerhalb von nur drei Sekunden. Glücklos agierte Vorjahressieger Paul Achatz, ebenfalls vom DASV Ulm, als Elfter.