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Nach klarem Pokalsieg: SV Schlebusch wechselt von der Favoriten- in die Außenseiterrolle
Ensar Taskiran (r.) und der SV Schlebusch benötigen jeden Punkt im Kampf um den Klassenerhalt.
Ensar Taskiran (r.) und der SV Schlebusch benötigen jeden Punkt im Kampf um den Klassenerhalt.

Leverkusen · Der Fußball-Landesligist erfüllt im Pokal seine Pflicht. Jetzt steht für die Mannschaft das Duell Tabellenletzter gegen Spitzenreiter an.

Der SV Schlebusch hat seine Pflichtaufgabe im Kreispokal souverän erledigt. Bei D-Ligist Eintracht Köln gewannen die Schwarz-Gelben mit 6:0 (1:0) und holten sich damit Selbstvertrauen für eine ungleich schwierigere Herausforderung. Am Sonntag (15.15 Uhr) wartet im heimischen Bühl im FV Bonn-Endenich der Spitzenreiter der Fußball-Landesliga auf den Tabellenletzten. Für Trainer Heiko Dietz und seine Mannschaft geht es darum, den Schwung aus dem Pokal mitzunehmen und gegen einen Gegner, der offensiv zu den stärksten Teams der Liga gehört, über sich hinauszuwachsen.

Beim Kreispokalspiel nutzte Dietz die Gelegenheit, um auch Spielern Einsatzzeit zu geben, die bislang selten zum Zug gekommen sind. Die Rotation war dabei keineswegs nur eine Maßnahme zur Belastungssteuerung, sondern auch eine Investition in den Zusammenhalt des Kaders. „Solche Spiele bieten sich natürlich an, um dann auch mal wieder Leute richtig auf dem Platz zu sehen, die man sonst eher seltener sieht“, sagte Dietz. Das sei wichtig, damit alle Spieler eingebunden blieben. Mit dem Auftritt seiner Mannschaft war der Trainer zufrieden: „Wir haben unsere Hausaufgaben erfüllt und das gemacht, was wir machen mussten.“ Zugleich ordnete er den Erfolg realistisch ein. Bei aller Souveränität sei es ein Spiel gegen einen unterklassigen Gegner gewesen, das keine überzogenen Rückschlüsse zulasse. Der Pokalabend dürfte dennoch geholfen haben, vor dem Duell mit Endenich im Rhythmus zu bleiben und Selbstvertrauen zu sammeln.

Gäste kommen mit viel Offensivpower

Während Schlebusch am Tabellenende dringend Punkte benötigt, reist im FV Bonn-Endenich der Spitzenreiter an, der über enorme offensive Qualität verfügt und seine Chancen in der Regel konsequent nutzt. Dass die Gäste zuletzt in zwei Spielen insgesamt acht Gegentore kassierten, könnte einen Ansatzpunkt bieten. Doch für Dietz ändert das nichts an der grundsätzlichen Einschätzung: „Das ist eine brutal gute Mannschaft, ein brutal guter Gegner.“ Endenich sei hervorragend gecoacht, offensiv extrem effizient und insgesamt sehr stark.

Um gegen den Ligaprimus etwas mitzunehmen, müsse Schlebusch sein bestes Spiel zeigen und zugleich auf das nötige Spielglück hoffen. Gerade bei einer Konstellation wie Erster gegen Letzter könne dieser Faktor entscheidend sein. Eine besondere persönliche Note hat die Partie für Dietz, der einst für kurze Zeit als Trainer in Endenich tätig war. Diese Episode, die kein glückliches Ende nahm, möchte er allerdings bewusst ausblenden. „Darum geht es in diesem Spiel nicht. Meine Spieler spielen hier nicht für Heiko Dietz, sie spielen für den SV Schlebusch.“ Er wolle seiner Mannschaft helfen, eine gute Leistung auf den Platz zu bringen. Alles andere sei für ihn abgehakt.

SVS darf nicht nur auf Fehler des Gegners hoffen

Damit richtet sich der Fokus ganz auf die sportliche Herausforderung und die Frage, wie Schlebusch dem Favoriten möglichst lange Paroli bieten kann. Die Ausgangslage ist schwierig, aber nicht aussichtslos. Endenich hat zwar in den vergangenen beiden Spielen defensive Anfälligkeiten gezeigt, insgesamt jedoch bewiesen, warum die Mannschaft an der Tabellenspitze steht. Schlebusch wird deshalb nicht allein auf Fehler des Gegners hoffen dürfen, sondern muss selbst mutig, konzentriert und diszipliniert auftreten. Vor allem in den entscheidenden Momenten wird es darauf ankommen, die eigene Ordnung zu halten und die wenigen Möglichkeiten, die sich gegen einen solchen Gegner bieten dürften, konsequent zu nutzen.

Der 6:0-Pokalerfolg ist dafür eine willkommene Zwischenstation, aber kein Maßstab für die bevorstehende Aufgabe. Dietz weiß, dass seine Mannschaft einen Sahnetag benötigt. „Meine Jungs werden das mit Elan und Feuer angehen. Und dann schauen wir, was dabei rauskommt“, sagte der Trainer.

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