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Gladbach noch ohne Punkt – Bundesliga-Negativrekord bei Niederlage gegen Stuttgart
Borussia Mönchengladbach ist mit sechs Niederlagen in die Bundesliga-Saison gestartet und steht vor einem Allzeit-Negativrekord. Fohlen-Torwart Moritz Nicolas kassierte bereits 20 Gegentreffer – so viele, wie kein anderes Team.

Die Sorgen bei Borussia Mönchengladbach werden immer größer. Die Fohlen sind in dieser Saison noch ohne Zähler – sechs Spiele, sechs Niederlagen. Solch ein Fehlstart ist in der Historie der Fußball-Bundesliga zuvor erst dreimal vorgekommen: beim VfL Bochum in der Spielzeit 2022/23, beim FSV Mainz 05 in der Saison 2020/21 und bei Fortuna Düsseldorf im Spieljahr 1991/92.

Sollte das Tabellenschlusslicht Gladbach am Freitagabend (20.30 Uhr, Sky) im Gastspiel bei Champions-League-Teilnehmer VfB Stuttgart wieder als Verlierer vom Platz gehen, würde das ein Novum in der Geschichte der Bundesliga bedeuten – noch nie hatte eine Mannschaft im Fußball-Oberhaus nach sieben Spieltagen noch keine Punkte auf dem Konto.

Fanverband fordert Rücktritt von Gladbach-Präsident

Der Unmut bei den Borussen-Fans nach dem historisch schlechten Saisonstart ist groß. Der Fan-Dachverband „FPMG Supporters Club“ fordert wiederholt den Rücktritt von Präsident Rainer Bonhof. „Wir hoffen sehr, dass das Präsidium, mit seinen verdienten und auf persönlicher Ebene von uns geschätzten Persönlichkeiten, den Weg für eine solche Neu-Aufstellung freimacht“, heißt es in einer Stellungnahme der Organisation mit mehr als 6500 Mitgliedern.

Ich bin der Meinung, dass die führende Hand im ganzen Verein fehlt.

Lothar Matthäus; Ex-Gladbacher

Auch in der Presse wird die Leistung der Gladbach-Profis regelmäßig auseinandergenommen. Jüngst kritisierte TV-Experte Lothar Matthäus seinen ehemaligen Verein scharf. „Ich bin der Meinung, dass die führende Hand im ganzen Verein fehlt“, so der Weltmeister von 1990. Die Borussia benötige jemanden, „der nicht einfach Friede, Freude, Eierkuchen die ganze Zeit macht, sondern dann eben auch mal klare Ansagen an die Angestellten, an die Spieler macht“, so der 65-Jährige weiter.

Veränderungen gab es bislang nur auf der Trainerposition: Eugen Polanski wurde nach dem dritten Spieltag freigestellt. Seit knapp einem Monat hat Alexander Blessin die Leitung an der Seitenlinie übernommen – bislang ohne Erfolg.

Gladbachs Co-Trainer Lichte als Negativrekord-Experte

Zwischenzeitlich hatte Co-Trainer Jan-Moritz Lichte die Gladbacher beim 3:4 gegen seinen Ex-Verein Mainz für eine Partie interimsweise gecoacht. Das Besondere: Der 46-Jährige ist Negativrekord-Experte. Denn auch bei den 05ern hatte er 2020 Anteile am katastrophalen Fehlstart mit sechs Niederlagen in den ersten sechs Spielen.

Der schwache Saisonstart von Borussia Mönchengladbach ist für Trainer Jan-Moritz Lichte bereits der zweite Bundesliga-Negativrekord nach seinem Engagement bei Mainz 05 im Jahr 2020. Quelle: IMAGO/Steinsiek.ch

Bei den Rheinländern folgte der einstige Nachwuchstrainer-Chef von Manchester City übergangsweise für zwölf Partien auf Achim Beierlorzer, der damals nach dem zweiten Spieltag freigestellt worden war. Doch auch Lichte brachte den Mainzern keinen Erfolg. Er verlor acht von zwölf Pflichtspielen.

„Ich habe damals in der sehr interessanten Corona-Zeit als Cheftrainer reingeschnuppert. Da bin ich irgendwo in etwas hineingerutscht, was so nicht geplant war und was dann punktemäßig auch nicht funktioniert hat. Das muss man so klar sagen“, analysierte Lichte sein Engagement beim FSV Mitte August gegenüber der „Bild“ selbstkritisch.

Zwei Negativrekordhalter schafften noch den Klassenerhalt

Für die Mainzer endete die Saison 2020/21 mit einem Happy End. Bo Svensson übernahm als Cheftrainer, holte noch 33 Punkte in 20 Spielen und führte die 05er noch auf Tabellenplatz 14. Gleiches gelang dem VfL Bochum zwei Saisons später, nachdem Trainer Thomas Letsch die Kicker aus dem Pott nach der Freistellung von Thomas Reis nach dem sechsten Spieltag übernahm.

Alles andere als erfolgreich endete hingegen die Spielzeit von Fortuna Düsseldorf nach dem Fehlstart 1991/92. Insgesamt vier verschiedene Cheftrainer verpassten es, die Fortunen aus dem Tabellenkeller zu manövrieren. Die Rot-Weißen stiegen schließlich als abgeschlagenes Schlusslicht ab und wurden in der Folgesaison sogar in die damalige drittklassige Oberliga Nordrhein durchgereicht.

Für die Gladbacher gilt es jetzt, gegen die Stuttgarter Zählbares einzufahren und sich schnellstmöglich aus der Abstiegsregion zu befreien. Mut macht, dass der VfB als Tabellen-13. ebenfalls durchwachsen in die Liga gestartet ist und neben zwei Siegen bereits viermal das Nachsehen hatte.

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