Apex Scores Lite Apex Scores Lite flag
back Zurück
Ex-Schalke-Star Ouwejan überrascht mit Japan-Wechsel – jetzt verrät er die Hintergründe

Von der Bundesliga in die Niederlande nach Japan: So lauteten die letzten Stationen von Ex-Schalke-Star Ouwejan. Er packt jetzt über den irren Wechsel aus.

Ex-Schalke-Star Thomas Ouwejan spielt jetzt in Japan.

Mit Schalke 04 spielte er in der Bundesliga, später wechselte er in die Niederlande zurück zu NEC Nijmegen. Mittlerweile hat Thomas Ouwejan ein neues, spannendes Abenteuer begonnen. Der Abwehrspieler ist nämlich beim japanischen Klub Machida Zelvia unter Vertrag.

Im Interview mit DER WESTEN packt Ouwejan nun unter anderem aus, was die Hintergründe zu seinem Wechsel nach Japan waren. Er blickt auch auf seine Zeit beim FC Schalke 04 zurück.

📌 Fakten zu Thomas Ouwejan

Ex-Aufstiegsheld des FC Schalke 04 spielt jetzt in Japan

DER WESTEN: Thomas, du bist vor Kurzem nach Japan gewechselt. Wie liefen deine ersten Wochen?

Thomas Ouwejan: Sehr gut. Die Japaner sind wirklich alle unglaublich freundlich. Sie machen alles für dich. Sie holen dich, deine Freunde oder deine Familie vom Flughafen ab und kümmern sich um die Wohnung. Auch beim Verein ist immer ein Übersetzer dabei. Ich fühle mich hier sehr wohl. Das ist wirklich ein anderes Level.

Logo DER WESTEN
empfiehlt: Alles über Schalke

Du hast dich also schnell eingelebt?

Ja. Es ist natürlich eine komplett andere Welt als die Niederlande oder Deutschland. Aber ich bin sehr zufrieden mit meinem Wechsel. Auch das Niveau der Liga ist wirklich gut. Das wusste ich vorher schon von Brian Linssen, mit dem ich in Nijmegen zusammengespielt habe. Er hatte ebenfalls in Japan gespielt und mir davon erzählt.

Bei Machida Zelvia spielen auch andere ausländische Profis. Hat dir das die Eingewöhnung erleichtert?

Schon, aber ich habe auch vorher mit vielen Japanern zusammengespielt. Bei Schalke waren das Maya Yoshida und Ko Itakura, bei AZ Alkmaar Yukinari Sugawara. In Nijmegen habe ich ebenfalls mit japanischen Spielern gespielt. Mit allen habe ich mich sehr gut verstanden.

Eine besondere Rolle spielte dabei offenbar auch dein ehemaliger Mitspieler Koki Ogawa.

Hattest du bereits Gelegenheit, Japan zu erkunden?

Ein bisschen. Meine Freundin war in den ersten beiden Wochen hier. Da haben wir einige Ausflüge nach Tokio gemacht und waren essen. Aber ich muss natürlich auch auf meinen Körper achten. Gerade am Anfang war es unglaublich heiß und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch. Deshalb kann man nicht jeden Tag unterwegs sein.

Japan ist auch für seine Erdbeben bekannt. Hast du davor Angst?

Nein, eigentlich nicht. Ich habe schon erlebt, dass ich nachts gegen vier Uhr aufgewacht bin und plötzlich alles gewackelt hat. Nach zwei oder drei Sekunden merkt man dann, dass es ein Erdbeben ist. Schön ist das natürlich nicht, aber Angst habe ich nicht.

Gab es auch schon einen größeren Alarm?

Ja, sogar gestern. Wir haben eine Warnmeldung bekommen, dass ein sehr starkes Erdbeben kommen soll. Da habe ich schon gedacht, dass es heftig werden könnte. Aber zum Glück war es ein Fehlalarm.

„Wenn Japan nicht gekommen wäre, wäre ich wahrscheinlich wieder in der 2. Bundesliga“

Du hast inzwischen deine ersten Spiele für Machida absolviert. Wie schätzt du das Niveau der japanischen Liga ein?

Es ist wirklich eine gute Liga. Es gibt ungefähr 13 oder 14 richtig starke Mannschaften. Anders als in den Niederlanden, wo meistens Ajax, PSV und Feyenoord oben stehen, können hier viele Vereine Meister werden. Die Spieler sind technisch sehr gut, schnell und beweglich. Das macht richtig Spaß.

In Nijmegen warst du zuletzt mit deiner Situation unzufrieden. War das der entscheidende Grund für deinen Abschied?

Ja. Mein erstes Jahr nach Schalke war gut. Ich habe fast alles gespielt. Dann kam ein neuer Trainer, der ein 3-4-3-System ohne klassische Außenverteidiger spielen ließ. Ich musste entweder als Linksaußen oder als linker Innenverteidiger spielen. Das war nicht mein System. Trotzdem habe ich in meinen Einsätzen Tore erzielt und Vorlagen gegeben. Aber ich wurde weiterhin kaum eingesetzt.

Gab es im Sommer auch Angebote aus Deutschland?

Gab es weitere Interessenten aus Europa?

Aus Griechenland und der Türkei. Aber Machida ist ein Verein, der oben mitspielt. Außerdem gefällt mir die Spielweise. Ich möchte nach vorne spielen und den Ball haben. Die Verantwortlichen hatten viele Spiele von mir gesehen und konnten mir genau erklären, wie sie mich einsetzen wollen. Das hat mich überzeugt.

Wie läuft es mit der japanischen Sprache?

Ich lerne jeden Tag ein bisschen mit Duolingo. *lacht* Aber Japanisch ist wirklich unglaublich schwierig. Einfache Wörter kann ich schon, aber ein richtiges Gespräch ist noch sehr schwer. Deutsch habe ich damals innerhalb von ein oder zwei Monaten gelernt. Japanisch ist eine ganz andere Herausforderung.

„Ich hätte niemals mit diesem Aufstieg gerechnet“

Kommen wir zu deinem ehemaligen Verein Schalke 04. Wie hast du die Entwicklung der Königsblauen in den vergangenen Monaten verfolgt?

Ich habe natürlich selbst schon einen Aufstieg mit Schalke erlebt. Das ist etwas Überragendes. Aber ich muss ehrlich sein: Ich habe nicht erwartet, dass sie es schaffen. Ich konnte nicht viele Spiele sehen. Wenn es möglich war, habe ich aber eingeschaltet. Sie hatte eine richtig gute Mentalität. Fußballerisch war es nicht immer gut, aber das muss es auch nicht in jedem Spiel sein. Es geht auch um Mentalität. Und die hat die Mannschaft gezeigt. Es ist wirklich geil, dass sie es geschafft haben.

Thomas Ouwejan packte mit S04 den Aufstieg in die Bundesliga.

Warst du nach deinem Abschied noch einmal in der Veltins-Arena?

Du hast also weiterhin eine enge Verbindung zu Schalke?

Auf jeden Fall. Meine Freundin hat auch immer wieder gesagt, dass wir unbedingt wieder zu Schalke müssen. Wir haben fast jedes Wochenende geschaut, ob es irgendwie passt. Leider war es wegen des Spielplans meistens schwierig.

„Wir haben damals viel zu spät angefangen, Punkte zu holen“

Wie schätzt du die Chancen von Schalke in der Bundesliga ein?

Ich hoffe natürlich, dass sie den Klassenerhalt schaffen. Sie haben wieder viele neue Spieler, aber ich glaube, dass sie es gut machen. Gegen Bayern kannst du beispielsweise nicht unbedingt schönen Fußball spielen. Da musst du vor allem defensiv gut stehen. Sie müssen weiterhin und schnell viele Punkte sammeln. Wir haben damals viel zu spät damit angefangen. Wenn du erst einmal unten stehst und die Punkte fehlen, wird es schwierig. Irgendwann ist es dann zu spät. Deshalb ist es gut, dass Schalke jetzt schon Punkte holt.

Du hast selbst mit Schalke den Aufstieg geschafft und bist anschließend wieder abgestiegen. Was lief damals aus deiner Sicht falsch?

Wir hatten in der 2. Bundesliga eine richtig gute Mannschaft. Ich hatte damals gehofft, dass diese Mannschaft zusammenbleibt. Ich bin mir auch sicher: Wenn wir zusammengeblieben wären, wären wir nicht abgestiegen.

Warum bist du davon so überzeugt?

Wir haben damals sehr viele neue Spieler bekommen. Es dauert einfach, bis daraus eine Mannschaft wird. Dabei hatten wir schon eine richtig gute Mannschaft. Wenn du dir anschaust, welche Karrieren einige Spieler anschließend gemacht haben, siehst du das. Beispielsweise Rodrigo Zalazar oder Malick Thiaw, die jetzt bei starken Teams spielen. Wenn wir alle zusammengeblieben wären, bin ich mir sicher, dass wir nicht abgestiegen wären.

Was muss Schalke diesmal besser machen?

Sie müssen vor allem gegen die direkten Konkurrenten gewinnen. Diese Spiele sind unglaublich wichtig. Ich glaube aber, dass die Mannschaft das weiß.

Traust du Schalke zu, sich wieder dauerhaft in der Bundesliga zu etablieren?

Das wäre wirklich schön. Das erste Jahr ist meiner Meinung nach das wichtigste. Da musst du unbedingt die Klasse halten. Wenn du das schaffst, kannst du dich anschließend in der Bundesliga etablieren.

Könnte Ihnen gefallen

Schalke-Punktabzug: S04 fehlt noch eine sechsstellige Summe

RUHR24 vor 1 Tag

FC Schalke 04 trauert um Waldemar Gerhardt

schalke04.de vor 1 Tag

Überraschung in der Schalke-Startelf

Fussball Transfers vor 2 Stunden

Schalke-Aufstellung gegen RB Leipzig: Große Startelf-Überraschung bahnt sich an

RUHR24 vor 1 Tag