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St. Ingbert · Bei Bundesligist SV Elversberg sind vor dem Duell mit Leipzig noch ein paar Fragen offen. Trainer Wagner mit mehreren Optionen.
Wer spielt am Samstag im schweren Auswärtsspiel bei RB Leipzig auf der Spielmacherposition bei der SV Elversberg? Eine Überraschung dürfte es in jedem Fall geben. Noah Darvich, der in den beiden vergangenen Wochen die Zehnerposition bekleidet hat, war am Donnerstag noch nicht im Training und wird ziemlich sicher ausfallen. Der 20-Jährige musste am vergangenen Wochenende beim 4:3 gegen den FC Augsburg bereits vor der Pause wegen einer Muskelverletzung ausgewechselt werden.
Normalerweise sind Darvich und Francis Onyeka die beiden SVE-Zehner. Onyeka knickte aber beim Lehrgang der deutschen U21-Nationalmannschaft um. SVE-Trainer Vincent Wagner sagte vor zwei Wochen vor dem Spiel gegen Union Berlin, dass Onyeka zwei bis drei Wochen ausfallen werde. Seit dieser Woche steht der 19-Jährige wieder auf dem Platz. Am Donnerstag machte Onyeka bis auf eine Turnierform alle Übungen mit. Darunter waren auch Sprints, Schusstraining und schnelle Richtungswechsel. Das Gleiche gilt für Linksaußen Cole Campbell, der gegen Augsburg ebenfalls wegen einer Bänderverletzung fehlte. Auf die Frage, ob die beiden am Freitagnachmittag mit nach Leipzig fliegen, grinste Wagner und sagte: „Vielleicht.“
Für Darvich wurde gegen Augsburg Frederik Schmahl eingewechselt, der in der 89. Minute zum letztlich entscheidenden 4:2 traf. Am Ende des Donnerstagstrainings spielten Onyeka und Schmahl bei Passübungen auf der Zehnerposition. Schmahl stand gegen Union Berlin zum ersten Mal im Kader und wurde kurz eingewechselt. Gegen Augsburg folgte ein mehr als 50-minütiger Einsatz samt Tor – und jetzt in Leipzig vielleicht der erste Startelfeinsatz in der Bundesliga.
Sorgen macht sich Wagner auf keiner Position. „Wir werden immer auf Sorgen angesprochen, obwohl wir gar keine haben. Wir haben richtig gute Jungs und sehr viele Optionen“, sagte der SVE-Trainer. Bei Linksaußen Tom Zimmerschied ist die Bänderverletzung aus einer Trainingseinheit in der vergangenen Woche so schwer, dass er laut Wagner bis zur Länderspielpause Ende November ausfallen wird. Die linke Offensivseite steht beispielhaft für die Elversberger Sorgenfreiheit. Mit Campbell und Zimmerschied fielen gegen Augsburg die beiden Topkandidaten aus. Maurice Krattenmacher übernahm und spielte so stark, dass man ihn gegen Leipzig kaum wieder auf die Bank setzen kann. Zudem wurde Raif Adam in der Partie für Krattenmacher eingewechselt und erzielte mit seiner ersten Aktion ein Tor, das nach Videoüberprüfung wegen einer hauchdünnen Abseitsstellung nicht gegeben wurde. Auch Adam hat gezeigt, dass er sofort funktioniert, wenn er gebraucht wird. „Wir haben einen sehr kleinen, aber sehr feinen Kader, auf den ich mich verlassen kann“, sagt Wagner.
Gegen Augsburg wurde auch Rechtsverteidiger Jan Gyamerah schon vor der Pause mit muskulären Problemen ausgewechselt. Nach dem Spiel hieß es, es sei nur eine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Gyamerah absolvierte das komplette Mannschaftstraining inklusive des Doppel-Sechzehner-Turniers. Bei dieser Wettkampfform war das Tempo so hoch, dass es vom Trainerteam mehrfach Komplimente für gelungene Aktionen gab. Eine Intensität, die höchstwahrscheinlich auch im Spiel in Leipzig auf die Saarländer zukommen wird.
„Leipzig ist dafür bekannt, dass sie intensiven und aktiven Fußball spielen. Das kann für uns gut sein, da es dann mehr Räume gibt“, sagte Lukas Petkov, der mit einem Tor und einer Vorlage gegen Augsburg zum Spieler des Spiels gewählt wurde. „Wir freuen uns einfach, gegen die spielen zu dürfen, und gucken mal, wie gut wir wirklich sind“, sagte Petkov weiter. Innenverteidiger Maximilian Rohr ahnt, was auf die SVE zukommt. „Das ist einfach eine sehr, sehr starke Mannschaft. Man kennt die Qualitäten von der Truppe. Das wird vielleicht das bislang schwerste Auswärtsspiel“, sagte Rohr.