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Beim Frankfurt-Spiel trifft der HSV erneut auf Florian Exner. Wie Trainer Merlin Polzin nach dem Derby-Ärger im Frühjahr jetzt auf den Schiedsrichter blickt.
Merlin Polzin musste zuletzt mehr Fragen zu Schiedsrichtern beantworten, als ihm lieb sind. Nach den strittigen Entscheidungen sowohl beim 0:1 in Paderborn (von Martin Petersen) als auch beim 1:3 im DFB-Pokal gegen Frankfurt (von Tobias Stieler) drängt sich nun aber schon die nächste auf – denn wenn der HSV am Sonntag (17.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) zur Revanche mit der Eintracht in Hessen antritt, hat Florian Exner die Spielleitung inne. Ein Referee, mit dem man im Volkspark vor sechs Monaten keine guten Erinnerungen machte.
Nicolai Remberg wird seinem Team diesmal fehlen. Als Exner zum letzten Mal bei einem HSV-Spiel eingesetzt wurde, hatte Hamburgs verletzter Kapitän deutlich gemacht, dass er mit bestimmten Verhaltensweisen des Unparteiischen aus Münster nicht einverstanden sei. „In der Kommunikation habe ich immer oder oft bei ihm das Gefühl, dass er denkt, er wäre ein bisschen etwas Besseres“, hatte Remberg im April gesagt – nach einer 1:3-Pleite in Bremen.
Exner hatte beim Nordderby zunächst und nach VAR-Einsatz die ehemalige HSV-Leihgabe Philip Otele vom Platz gestellt, woraufhin die Hamburger erfolglos Einspruch einlegten. Nach dem dritten Gegentreffer und einer Rudelbildung samt Wortgefecht kassierten außerdem Co-Trainer Loic Favé und Physiotherapeut Tim Roussis eine Rote Karte. Einen Platzverweis gegen Bakery Jatta nahm Exner nach Einschreiten des Videoassistenten hingegen zu Recht zurück.
Der Frust des HSV war hinterher dennoch groß. „Diese Situationen und Entscheidungen haben sicherlich nicht dazu beigetragen, dass wir heute als Sieger vom Feld gehen können“, sagte Polzin am 19. April – ehe er ergänzte, dass die Schiedsrichterleistung nicht der Hauptgrund für die Derbyniederlage gewesen sei, sondern dass man vielmehr bei sich anfangen müsse.
Bei allem Ärger und zum Teil auch Unverständnis über die Entscheidungen von Petersen und Stieler hatte der HSV-Trainer auch in der vergangenen Woche betont, keine Ausreden suchen zu wollen. Polzins Credo ist: Er, sein Trainerteam und seine Mannschaft sollen sich auf die Dinge fokussieren, die sie selbst beeinflussen können. Dazu zählt neben der detaillierten Spiel- und Gegnervorbereitung vor allem die Leistung der Profis und Coaches am Spieltag.
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So geht Polzin auch die Ligapartie in Frankfurt an – und das Wiedersehen mit Exner. Dennoch stellt sich die Frage: Wird es vor dem Anpfiff noch mal einen Austausch mit dem 36-jährigen Rechtsanwalt geben, um die Geschehnisse der Vergangenheit auszuräumen, falls das nicht schon vor einem halben Jahr in Bremen direkt geschah? „Ich bin niemand, der monatelang nachtragend ist“, stellte Polzin am Freitagnachmittag klar. „Das ist eine Eigenschaft, die ich von meinen Eltern glücklicherweise nicht mitbekommen habe – sondern eher im Gegenteil.“
Der Bramfelder schätzt es, wenn Sportler wie auch Schiedsrichter zu Fehlern stehen. Polzin bezieht sich dabei noch auf eine andere Derbyszene: Vor dem zweiten Werder-Treffer war ein aus seiner Sicht „klares Foulspiel an Warmed Omari“ nicht abgepfiffen worden. Doch offenbar zeigte Exner diesbezüglich hinterher Einsicht. „Und dann ist es für mich okay, wenn man sagt: ‚Es war ein Fehler, ich habe es in der Situation anders gesehen‘“, erzählte Polzin rückblickend.
Der HSV-Coach hofft, dass sich die unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen im Laufe der Saison ausgleichen werden. Nach dem Motto: Mal hat das eine Team Glück, mal das andere. Mit Exner hat das konkret gar nichts zu tun. Über den sagte Polzin jetzt noch: „Ich werde (am Sonntag; d. Red.) nicht vorher noch mal mit dem Schiedsrichterkollegen sprechen und etwas von Beginn des Jahres herausholen. Ich bin im Fokus auf meinem Spiel, die Schiedsrichter sind es auch. Und dann freue ich mich darauf, wenn wir hinterher im besten Fall nicht wieder diese Diskussionen haben – sondern von einer guten Leistung des Schiedsrichters und hoffentlich beider Mannschaften sprechen können.“ Kurz: Die Derbyerlebnisse sind vergessen.
Exners HSV-Bilanz ist gar nicht schlecht. Bei seinen bislang sieben Einsätzen mit Beteiligung der Hamburger verloren ebenjene nur zweimal. Einmal wurden die Punkte geteilt und sogar viermal ging der HSV als Sieger vom Platz. Nur beim letzten Mal war Exner kein Glücksbringer.