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Schwarze Zahlen sehen anders aus, doch Carsten Cramer gibt sich gelassen. Der BVB-Boss rechnet trotz eines zweistelligen Millionenverlusts nicht mit einem umfassenden Ausverkauf im Sommer. Sportlich liefert die Mannschaft derweil das passende Argument: ein 2:2 beim FC Bayern.
Für das Geschäftsjahr 2025/2026 meldete der Verein einen Konzernjahresfehlbetrag von 21,7 Millionen Euro. Im Vorjahr stand noch ein Gewinn von 6,7 Millionen Euro. Im „Doppelpass“ bei Sport1 gab sich Cramer dennoch zuversichtlich, den Kader im Sommer zusammenzuhalten. „Wir sind wirtschaftlich kerngesund aufgestellt“, sagte er. Der Klub arbeite daran, Transfers nicht zwangsläufig tätigen zu müssen.
Ganz ausschließen wollte der 57-Jährige Verkäufe nicht. Bei wirtschaftlichen Opportunitäten werde man nachdenken, betonte er, doch das geschehe nicht, um permanent Spieler abzugeben. Der BVB verstehe sich als Verein, der Spieler entwickelt und akzeptiert, dass nicht alle ihre Karriere in Dortmund beenden.
Auch für den Winter ließ Cramer alles offen. Eine Zusage für Transfers gab er nicht, verwies aber auf einen „sehr, sehr guten“ Kader. Der Klub sei jederzeit handlungsfähig.
Den sportlichen Rückenwind liefert das Topspiel. Dortmund holte beim 2:2 in München zweimal einen Rückstand auf, den Ausgleich erzielte der eingewechselte Fabio Silva in der 89. Minute. Zuvor hatte Serhou Guirassy zum 1:1 getroffen. Ein Treffer von Jobe Bellingham war wegen Abseits zurückgenommen worden.
Beide Klubs führen die Tabelle mit je 18 Punkten an. Vor einem Jahr lag der BVB zum selben Zeitpunkt sieben Punkte hinter dem Meister. Trainer Niko Kovac überraschte die Bayern mit einem 4-4-2 samt Viererkette, einer Formation aus früheren Klopp-Tagen. Sportchef Lars Ricken lobte die Moral: „Wir sind weiter ungeschlagen.“
Auffällig ist die Qualität der Ersatzbank. Acht Torvorlagen von Einwechselspielern nach acht Spieltagen sind Bundesliga-Bestwert. Beim Ausgleich legte Konstantinos Karetsas für Silva auf.
Kapitän Nico Schlotterbeck gab sich selbstbewusst. Wenn das Team so weiterspiele, könne es die Dinge lange offen halten. Der nächste Prüfstein folgt am Mittwoch: Dann empfängt der BVB in der Champions League Real Betis aus Sevilla.
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