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Wieder kein Tor, wieder verloren! Schalke-Krise nach 0:2 immer schlimmer
Enttäuscht: Timo Becker (Mitte) läuft nach dem ersten Schalke-Gegentor gegen Leipzig über den Platz.© Ralf Ibing /firo Sportphoto | Ralf Ibing

Lautstark trieben die Fans des FC Schalke 04 ihre Mannschaft nach vorn. „Immer wieder S04“, riefen sie minutenlang. Doch die nächste Niederlage ohne eigenes Tor konnten sie nicht abwenden. Die Schalker unterlagen RB Leipzig mit 0:2 (0:1) und stecken im Tabellenkeller fest. Seit sechs Pflichtspielen sind sie sieglos, in dieser Zeit erzielten sie lediglich einen Treffer. In den vier Heimspielen konnten sie noch gar nicht jubeln.

Um die quälende Torlosigkeit zu beenden, hatte Trainer Miron Muslic etwas gewagt. „Wir haben letztes Jahr im Januar schon eine mutige Entscheidung getroffen, als wir gemerkt haben: Verteidigen reicht nicht. Jetzt müssen wir diesen Mut wieder haben“, sagte er bei Sky vor dem Anpfiff. Muslic änderte das Schalker System von Dreier- auf Viererkette. Mertcan Ayhan feierte sein Bundesliga-Startelfdebüt als Sechser. Vier Offensivkräfte standen auf dem Platz, nicht wie sonst drei.

FC Schalke 04 v RB Leipzig - Bundesliga 2026/27

Glück für Schalke in der dritten Minute

Doch das Spiel fing für die Schalker böse an. Schon nach drei Minuten köpfte der Leipziger Willi Orban eine Freistoßflanke in die Mitte. Von Timo Beckers Bein prallte der Ball ins eigene Tor. Becker konnte sein Pech kaum fassen, bis der Linienrichter ihn erlöste: Orban stand im Abseits. Die Schalker verwickelten die technisch stärkeren Leipziger zunächst in viele nickelige Zweikämpfe. In der ersten Halbzet gab es ungewöhnlich viele 18 Fouls. In der Anfangsviertelstunde machten die Schalker ihre Sache gar nicht schlecht und hatten sogar die ersten beiden Chancen. In der 10. Minute verpasste der freistehende Junior Adamu eine Flanke von Mertcan Ayhan nur ganz knapp. Vier Minuten später landete ein Aouchiche-Freistoß auf der Latte. Noch kam Leipzigs größter Einzelkönner Antonio Nusa wenig zur Geltung.

Tor für RB Leipzig: Antonio Nusa überwindet Schalke-Torwart Loris Karius vom Elfmeterpunkt.© firo | Ralf Ibing

Doch je länger das Spiel dauerte, desto überlegener wurde Leipzig – und Nusa besser. Bei allem Fleiß und Kampfgeist: Viel zu oft verloren die Schalker in der Offensive den Ball unnötig und leichtfertig. Adamu erlaubte sich etwa einige Fehlpässe, Hee Chan Hwang verlor zweimal den Ball, weil er plump einen Freistoß herausholen wollte. Der Champions-League-Teilnehmer gewann hingegen 62 Prozent der Zweikämpfe, hatte 60 Prozent Ballbesitz und mehrere Chancen. In der 15. Minute scheiterte Nusa an S04-Torwart Loris Karius, wenig später landete eine Flanke bei Stürmer Romulo, der munterseelenallein im Fünfmeterraum stand, den Ball aber drüberköpfte – welch eine Chance.

In der 37. Minute eroberte der Schalker Satoshi Tanaka im eigenen Strafraum den Ball und wollte ihn zu einem Mitspieler passen. Romulo schlich sich in diesen Passweg, Tanaka konnte ihn nicht sehen und traf ihn leicht am Bein. Romulo sank auf den Rasen, Schiedsrichter Dr. Max Burda pfiff Elfmeter und nahm ihn trotz wütender Proteste und VAR-Check nicht zurück. Nusa verwandelte zur 1:0-Führung.

Leipzig startete nun vor 61.581 Zuschauern eine kurze Offensive. Torwart Karius wehrte Schüsse von Patrick Raum (45.) und Ezechiel Banzuzi (45.+2) bravourös ab. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff jubelte Romulo über das vermeintliche 2:0, doch der VAR erkannte, dass der Ball in der Entstehung des Tores schon im Toraus war – kein Tor, es blieb beim knappen Rückstand und der Schalker Hoffnung, dass irgendwie noch ein Fußball-Wunder geschieht.

Und die erste Chance in der zweiten Hälfte gehörte tatsächlich den Schalkern. Vier Minuten waren nach der Pause gespielt, als sie sich ihre zweite Ecke erarbeiteten. Adil Aouchiche schlug den Ball in die Mitte, der Leipziger Banzuzi verlängerte ihn Richtung eigenes Tor, dort rettete Junior Lukeba auf der eigenen Torlinie – es wäre beinahe ein Dusel-Tor für Schalke gefallen.

Danach übernahm Leipzig wieder das Kommando. Dass die Schalker weiterhin im Spiel blieben, hatten sie allein Torwart Karius zu verdanken. In der 53. Minute wehrte er einen Schuss von Banzuzi ab, der nach Nusa-Pass allein vor ihm stand. Fünf Minuten später schloss Nusa selbst ab – erneut parierte Karius. Auch Bojan Gruda konnte Schalkes Torwart nicht überwinden (74.). Es blieb beim hauchdünnen 0:1. Die Schalker bemühten sich zwar, hielten auf dem Platz nach Kräften dagegen, und wurden lautstark unterstützt. Und doch war Leipzig dem zweiten Tor näher als S04 dem Ausgleich.

Schalke tritt nun in Hoffenheim an

Muslic warf nun alles nach vorn, brachte in der Schlussphase Sturm-Ikone Edin Dzeko. Doch ohne Erfolg: Nach Nusa-Vorlage überwand Romulo den formidablen Karius in der 78. Minute und erzielte das Tor zum 2:0‑Endstand. Leipzig siegte, ohne zu glänzen. Schalke tritt in einer Woche in Hoffenheim an (8. November, 19.30 Uhr).

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