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In der 2. Klasse Wechsel rang Union Natschbach-L. am Freitag Gloggnitz II mit 2:1 nieder, doch das Ergebnis erzählt nur einen Teil der Geschichte. Sportlicher Leiter Leopold Weissenböck sprach nach einer zähen Partie von einer Leistung auf der "unteren Anspruchsskala". Entscheidend sei gewesen, dass Natschbach auf das 0:1 durch Enes Düzce noch vor der Pause mit dem 1:1 durch Thomas Ungerhofer antwortete und in der Nachspielzeit durch Michal Caban doch noch den Lucky Punch setzte.
Wer auf einen klaren Abend für die Heimischen gewartet hatte, bekam stattdessen eine Partie, die sich laut Weissenböck über fast die gesamte Distanz "sehr schwierig, sehr kompliziert" anfühlte. Der Grund lag für ihn vor allem in der Spielanlage der Gäste. Gloggnitz habe sich "mit einem Elferblock auf den ersten 40, 45 Metern vor dem Tor verschanzt", sagte der sportliche Leiter. Natschbach hatte zwar in den ersten 15 Minuten die große Chance, früh Ruhe hineinzubringen, ließ diese aber liegen. Ein Lattenschuss und ein parierter Abschluss blieben ohne Ertrag. Danach, so schilderte es Weissenböck, wurde die Begegnung von Minute zu Minute unruhiger. Obwohl Gloggnitz zunächst kaum gefährlich wurde, verlor Natschbach an Klarheit, spielte zunehmend schlampig und griff immer öfter zu hohen Bällen. Genau daraus entstand jene zähe Partie, in der die Gastgeber zwar viel den Ball hatten, aber lange nicht die Lösungen fanden, die sie sich selbst vorgenommen hatten.
Umso heikler wurde die Lage kurz vor der Pause. Gloggnitz kam in der 44. Minute durch Enes Düzce bei der ersten Aktion im Strafraum zum 0:1 und stellte das Spiel damit auf den Kopf. Dass Natschbach praktisch im Gegenzug noch vor dem Halbzeitpfiff zum 1:1 kam, wertete Weissenböck im Nachhinein als den entscheidenden Moment. "Ich glaube, wenn wir mit 0:1 in die Pause gehen, hätte das mental mit der Mannschaft sehr viel gemacht", sagte er. Der Ausgleich durch Thomas Ungerhofer sei deshalb "letztendlich mit dem Traumtor von Michal Caban der Schlüssel zum Erfolg" gewesen. Trotzdem kippte das Spiel aus seiner Sicht auch nach dem Seitenwechsel nicht wirklich früh in Richtung der Heimischen. Trotz geschätzten 80 bis 85 Prozent Ballbesitz wurde Natschbach nur selten zwingend. "Ehrlicherweise wahrscheinlich erst sehr, sehr spät" habe er gespürt, dass es an diesem Abend doch noch reichen könnte. Dieses Gefühl kam dann erst in der Nachspielzeit, als Caban mit einem Weitschuss in Minute 91 zum 2:1 traf.
Der Sieg nahm den Druck im ersten Moment, zufrieden klang Weissenböck nach dem Abpfiff aber nur mit dem Ergebnis. "Wir nehmen die drei Punkte sehr gern mit, beschäftigen uns aber ab Montag mit dem Leistungsanspruch an uns selber, den wir heute nicht erfüllt haben", sagte er offen. Gerade in den letzten Minuten habe man immerhin gemerkt, "dass die Mannschaft an sich glaubt oder an einen Sieg glaubt". Mehr wollte er aus dem späten Erfolg dennoch nicht machen. Seit zwei, drei Wochen fehle seiner Mannschaft "dieser Hauch Lockerheit", und genau den brauche es vor dem letzten Spiel in Ternitz wieder. Statt großer taktischer Korrekturen gehe es nun vor allem darum, "die Energieköcher komplett zu befüllen" und noch einmal alles auf den Platz zu bringen. Den Anschluss an die Top vier hat Natschbach mit dem Sieg gehalten. Gleichzeitig fand Weissenböck auch anerkennende Worte für die Gäste, die defensiv solide aufgetreten seien und "relativ wenige Chancen" zugelassen hätten. Man fühle mit der jungen Gloggnitzer Mannschaft ein Stück weit mit, weil Natschbach selbst vor einigen Jahren in einer ähnlichen Lage gewesen sei. Auch den Unparteiischen hob er ausdrücklich hervor: Das sei "definitiv die beste Schiedsrichterleistung gewesen, die wir bis dato in der Saison hatten".
91
Michal Caban 2:1
Thomas Ungerhofer 1:1
Enes Düzce 0:1