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4 clevere Transferentscheidungen, die der BVB jetzt treffen muss

Borussia Dortmund will seinen Status als Bayern-Jäger Nummer eins wieder festigen. Dafür benötigt es aber einige clevere Personalentscheidungen.

Borussia Dortmund tätigte zuletzt sehr clevere Transfers | Teresa Kröger - UEFA/GettyImages

In den letzten Jahren hat Borussia Dortmund den Anschluss zum Klassenprimus FC Bayern München spürbar verloren. Aus finanziellen Gründen musste sich der Kult-Klub von zahlreichen Top-Spielern und Leistungsträgern trennen und büßte damit an kontinuierlicher Aufbauarbeit und Qualität ein.

Abschiede von Spielern, die nicht nur den Dortmundern wehtaten, sondern auch verdeutlichten, wie groß das Alleinstellungsmerkmal des Rekordmeisters im deutschen Fußball mittlerweile ist. Wenn nicht einmal Dortmund mit den Bayern mithalten kann, wer soll das dann in der Bundesliga noch schaffen?

In diesem Zuge wechselte auch die Rolle der Borussen: Vom Bayern-Jäger Nummer eins wurden sie in Windeseile zum reinen Sprungbrett für Talente, die den BVB als Bühne für Wechsel zu anderen Klubs nutzen wollen.

Damit rutschte der BVB letztlich in einen trüben Pool aus vermeintlichen Bayern-Verfolgern und verlor seinen ganz speziellen Status als Top-Verfolger hinter den Münchnern ein wenig. Derzeit sieht es nach einer Rückkehr zu diesem Status aus.

Dortmund muss wieder mehr als Sprungbrett werden

Diese Bühne für ambitionierte Spieler zu schaffen, gelang Dortmund zwar auch durchaus erfolgreich, doch die große Hoffnung ist eigentlich, dass sich die Gelb-Schwarzen endlich wieder über dem Rest der Liga und direkt hintern den Bayern etablieren und festsetzen können und in diesem Zuge auch endlich Leistungsträger wieder langfristig halten können.

Niko Kovac muss die Entwicklung des BVB weiter vorantreiben | Hendrik Deckers/GettyImages

Es wäre ein schwarzgelber Traum, der nicht nur die Spannung in die Bundesliga zurückbringen, sondern den BVB auch international wieder festigen könnte. Es bleibt jedoch ein Drahtseilakt.

Nichtsdestotrotz wird sich Dortmund auch in Zukunft von einigen Spielern trennen und neue holen müssen, um sich weiterentwickeln zu können. Wir werfen einen Blick auf vier mögliche Zukunftsentscheidungen, die zumindest in der Theorie ziemlich viel Sinn machen würden.

4 Transferentscheidungen, die der BVB treffen sollte

Bye Bye Guirassy

Torjäger Serhou Guirassy ist nach einer holprigen letzten Saison in dieser Spielzeit wieder in Form und liefert ab. In den ersten zwölf Pflichtspielen der laufenden Saison war der Guineer an neun Treffern direkt beteiligt und erzielte sieben Tore selbst.

Doch der BVB sollte für den kommenden Sommer einen Verkauf vorbereiten. Es ist kein Geheimnis, dass der 30-jährige Angreifer einem Abschied aus Dortmund seit geraumer Zeit nicht abgeneigt wäre, um an einem anderen Ort ernsthafte Titelchancen vorzufinden.

In Deutschland ist das aufgrund der Vormachtstellung des FC Bayern enorm schwierig und so gab es schon in den letzten Transferphasen immer wieder Abgangsgerüchte, unter anderem zu Fenerbahçe Istanbul.

Der BVB sollte Serhou Guirassy verkaufen | Sebastian El-Saqqa - firo sportphoto/GettyImages

Zwar verfügt der BVB mit Fabio Silva bereits über einen potenziellen Thronfolger für Guirassy, doch der Portugiese weckte bislang keine durchgängigen Hoffnungen, dass er dieser Rolle künftig auch gerecht werden könnte. Je nach weiteren Saisonverlauf müsste man auch bei ihm eventuell sogar genauer hinschauen.

Guirassy wird auch in den kommenden Transferfenstern wieder Thema werden und die Identifikation mit dem BVB darf in Frage gestellt werden. Dem Herbst seiner Karriere entgegengehend, wartet der Angreifer auf den letzten großen Vertrag seiner Laufbahn. Dabei sollte Dortmund dem 30-Jährigen keine allzu großen Steine in den Weg legen.

Die Guirassy-Millionen wären nämlich eine wichtige Basis für den Transfer eines anderen Spielers, der dem BVB zu einer Festigung des anvisierten Status verhelfen könnte.

Voller Fokus auf Tresoldi

Die Aktie von Nicolo Tresoldi gewinnt im Weltfußball weiterhin schnell an Wert und die Leistungen des 22-jährigen gebürtigen Italieners wecken zunehmend Begehrlichkeiten. Mit bislang zwölf Toren in 14 Pflichtspielen für Club Brügge in der laufenden Saison stellt der DFB-U21-Nationalspieler sein Potenzial unter Beweis, doch diese Leistungen in der belgischen Jupiler Pro League sind auch mit Vorsicht zu genießen.

Ein Wechsel zu einem der größten Top-Klubs Europas könnte für Tresoldi noch zu früh kommen und der Karriere des Knipsers einen Knick verpassen. Auch ein Engagement in die defensivlastige Serie A, die um ihn buhlt, könnte den Spaß am Fußball in jungen Jahren einbremsen. Ein Schritt nach Dortmund erscheint deshalb umso sinnvoller.

Nicolo Tresoldi könnte der neue BVB-Knipser werden | Nicolò Campo/GettyImages

In Dortmund könnte sich Tresoldi in den nächsten drei bis vier Jahren weiterentwickeln und seine Qualitäten einem Feinschliff unterziehen. Der Fußball in der Bundesliga könnte seiner Entwicklung dabei deutlich mehr helfen als beispielsweise der in der kompakten Serie A, in der es häufig zu unattraktiven Abwehrschlachten kommt. Zudem legt das italienische Oberhaus keinen großen Wert auf Talente.

Sollte sich der BVB für einen Verkauf von Serhou Guirassy entscheiden, sollten die Verantwortlichen ihre Anstrengungen umgehend voll und ganz auf den DFB-Hoffnungsträger richten. Mit Nicolo Tresoldi im Angriffszentrum wäre der BVB für die nächsten Jahre sehr stark aufgestellt.

Allerdings müsste man dem Shootingstar auch die Rolle als Stürmer Nummer eins freimachen. Deshalb wäre ein Guirassy-Verkauf für Tresoldi neben den Millionen auch aus sportlicher Sicht so wichtig. Deshalb: Guirassy Out - Tresoldi In!

Schlotterbeck mit allen Mitteln halten

Auf dem Weg dahin, sich endlich wieder zu festigen und den Bayern wieder näherzurücken, muss Dortmund es auch endlich wieder hinbekommen, seine wichtigsten Spieler und Identifikationsfiguren zu halten. Bei diesem Thema dürfte nicht nur jedem BVB-Fan als Erstes der Name Nico Schlotterbeck einfallen.

Der 26-jährige Abwehrchef ist der vermeintlich größte Star der Borussen und steht natürlich im Fokus absoluter Topklubs. Die Gerüchte über das lang anhaltende Interesse von Real Madrid kommen nicht von ungefähr.

Zwar verlängerte der deutsche Nationalspieler seinen Vertrag in Dortmund im April bis 2031, doch aufgrund einer angeblichen Ausstiegsklausel gibt es große Unsicherheit um seine Zukunft.

Nico Schlotterbeck | NurPhoto/GettyImages

Schlotterbeck über den kommenden Sommer hinaus in Dortmund halten zu können, wäre deshalb eine der wichtigsten Aufgaben, die der BVB meistern muss. Die Borussen müssen alles daran setzen, ihren Abwehrboss zu halten.

Wenn man Schlotterbeck zumindest noch für zwei Jahre halten kann, ehe man ihm noch einen Wechsel zu einem europäischen Giganten ermöglicht, wären vermutlich alle zufrieden. Das würde den Borussen bei ihrem Plan, sich wieder an die Münchner heranzuwursteln, unheimlich helfen und hätte fette Signalwirkung in puncto Status in der Liga.

Ein Schlotterbeck-Abgang in den nächsten Jahren ist und bleibt nicht ausgeschlossen, sondern durchaus gut vorstellbar. Umso wichtiger wäre es deshalb, sich parallel dazu zukunftsträchtig aufzustellen und sich auf diesen herben Verlust vorzubereiten.

Mit Joane Gadou hat Dortmund bereits einen möglichen Thronfolger in seinen Reihen. Doch der Franzose, der, wie zu erwarten ist, weiter durch die Decke geht, dürfte auch bald bei den ganz Großen in Europa auf dem Zettel stehen.

Zwei Schritte vorausdenken und den Gadou 2.0 holen

Angesichts der drohenden Abgänge im Defensivbereich muss Dortmund also schon wieder mit Weitblick in die Zukunft schauen und die Fühler ausstrecken, solange der Preis noch überschaubar ist. Wir haben einen spannenden Vorschlag für genau einen solchen Transfer.

Mit Elie Mbavu gibt es beim belgischen Topklub KRC Genk, von dem im Sommer schon Konstantinos Karetsas für 30 Millionen Euro verpflichtet wurde, ein vielversprechendes Abwehrjuwel.

Der viermalige belgische Meister ist dafür bekannt, reihenweise Toptalente (beispielsweise Kevin De Bruyne) zu produzieren. Doch bei diesem sollte Dortmund vielleicht nicht warten, bis er die Preisklasse des griechischen Sommerneuzugangs erreicht hat.

Elie Mbavu (r.) von KRC Genk | JOHAN EYCKENS/GettyImages

Mbavu, der erst kürzlich am 20. Oktober 17 Jahre alt wurde, hat bereits einen Marktwert von drei Millionen Euro und hat sein enormes Potenzial auch als Kapitän im Kreise belgischer U-Nationalmannschaften schon unter Beweis gestellt. Mbavu ist eines der größten Talente seines Landes und Jahrgangs.

Der 1,88 m große Innenverteidiger strotzt nur so vor Athletik und Dynamik und wird in Kennerkreisen bereits als absolute Naturgewalt bezeichnet. Zu seinen Stärken gehören unter anderemauch sein hohes Tempo, seine Manndeckung, Luftzweikämpfe und großes Talent im Pass- und Aufbauspiel. Im Grunde könnte sich der BVB also bereits jetzt den Gadou 2.0 sichern - zu deutlich günstigeren Konditionen.

Mbavus Vertrag in Genk läuft derzeit bis 2028. Der Jungspund kommt aktuell noch in der zweiten Mannschaft der Belgier zum Einsatz, die aber immerhin in der zweiten belgischen Liga spielt. Dort ist Mbavu mittlerweile absolute Stammkraft, verpasste noch keine Ligaminute und durfte sogar schon die Kapitänsbinde tragen. Als da noch 16-Jähriger die Kapitänsbinde in einer etablierten Männerliga zu tragen hat durchaus Aussagekraft.

Spannend ist dabei auch, dass Mbavu in seiner Spielweise fast ohne Verwarnungen auskommt. Im laufenden Saisonverlauf erhielt er lediglich eine gelbe Karte. Auch das zeugt davon, dass das Toptalent viel über seine Qualitäten meistern kann.

Elie Mbavu | Harry Murphy - UEFA/GettyImages

Neben seiner großen Bereitschaft, sich auch dorthin zu werfen, wo es weh tut, wirkt sein Aufbauspiel allerdings ähnlich wie bei Gadou noch etwas riskant. Zudem ist in Sachen Zweikampfverhalten noch Luft nach oben. Aber hey, der Junge ist gerade erst 17 geworden.

Mit Elie Mbavu würde der BVB vielleicht keinen Spieler bekommen, dem man heute bereits eine echte Weltkarriere zutraut, zu einem gestandenen Topspieler in einer Liga wie der Bundesliga hat der Youngster aber allemal das Zeug. Dass Mbavu seinen Marktwert schnell verzehnfachen könnte, ist durchaus realistisch.

Mit seiner Verpflichtung könnte man auch das vermeintliche Schlotterbeck-Fangnetz an Land ziehen. Ein Transfer wäre aber auch interessant, weil auch Waldemar Anton nicht jünger wird und die Zeit von Emre Can in Dortmund allmählich ihrem Ende entgegengeht. Zudem ist auch die Zukunft von Ramy Bensebaini (90min berichtete) ungewiss.

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