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Eiskalter Marc Marquez taktiert im MotoGP-Sprint: Aprilia-Fahrer gegeneinander ausgespielt
Marc Marquez richtete seine Rennstrategie im MotoGP-Sprint in Malaysia einzig auf Aprilia und den WM-Titel aus, Foto: MotoGP Press

Marc Marquez hält nach dem Malaysia-Aus von MotoGP-Rivale Jorge Martin in Sepang dieses Wochenende alle Trümpfe in der Hand. Im Sprint bewies der Ducati-Fahrer eindrucksvoll, dass er aus seiner schmerzhaften Vergangenheit gelernt hat. Das Rennen am Samstag war vom Start bis ins Ziel vorausberechnet. Die Aprilia-Fahrer ließ er ins Leere laufen, die Konkurrenz war für ihn nur Teil des Masterplans. Im 19. Sprint der Saison erreichte Marquez mit Platz zwei alles, was er sich für diesen Tag vorgenommen hatte.

"Null. Ich habe heute null Spaß gehabt, es war echte Arbeit", erklärt Marquez, der die Zielflagge nach zehn Runden nur eine halbe Sekunde hinter Pedro Acosta sah. "Das war einer dieser Tage, an dem sich extra Risiko nicht lohnt. Vor dem Rennen haben sie mir den Wetterbericht gezeigt und ich sah schon, was uns in diesem Rennen erwartet", so der Spanier, der am Start zunächst von Platz zwei auf die vierte Position zurückfiel. Ai Ogura und Pedro Acosta kassierten ihn innerhalb der ersten zwei Kurven, wobei vor allem der Japaner extrem aggressiv zu Werke ging.

Marc Marquez lässt sich von MotoGP-Konkurrenz nicht aus der Reserve locken

Doch mit der Weltmeisterschaft im Hinterkopf war Marquez nicht dazu bereit, sich in Scharmützel der Konkurrenz verwickeln zu lassen. "Ich mache nur, was nötig ist, und kein bisschen mehr. Der Kampf war intensiv. Ich habe am Anfang beim Start einen Fehler gemacht und dadurch konnte er mich in den ersten beiden Kurven angreifen", so Marquez, der daraufhin Alex Marquez die Führungsarbeit überließ. Der Bruder ging dann jedoch schon in der dritten Runde zu Boden.

Danach hatte Ogura das Kommando und Marquez machte auf Platz drei hinter Acosta weiterhin keine Anstalten, Druck nach vorne auszuüben. "Meine Strategie war klar: Das Rennen niemals anführen, sondern nur versuchen, hinter dem Ersten zu sein und dabei vor Bezzecchi zu bleiben", so der 33-Jährige. Marco Bezzecchi lauerte fast das gesamte Rennen über hinter ihm auf Platz vier und bildete das Schlusslicht der Spitzengruppe.

Aprilia-Fahrer im Zentrum von Marc Marquez' Renntaktik beim MotoGP-Sprint

In der Schlussphase fielen die Verfolger bei immer feuchter werdenden Bedingungen über Ogura her. Als Acosta zwei Runden vor Schluss am Trackhouse-Fahrer vorbeiging, hatte Marquez alles Weitere bereits einkalkuliert. "Ogura hat versucht, vor mir zu bleiben, weil er wusste, dass er sonst seinen Podestplatz verlieren würde. Er durfte nicht zwischen meinem Motorrad und Bezzecchi liegen, denn sonst würde ich noch mehr Punkte auf ihn gutmachen. Das Fahrerlager ist klein, und solche Dinge sind bekannt", verrät Marquez am Mikrofon von DAZN-Spanien. Für ihn war das Szenario einer Aprilia-Teamorder eine ausgemachte Sache.

So oder so ist Aprilia als Erzrivale von Ducati im Kampf um die Herstellerweltmeisterschaft in Malaysia stark dezimiert. Marquez' Herausforderer Jorge Martin und auch Ogura-Teamkollege Raul Fernandez mussten verletzungsbedingt das Handtuch werfen. "Mir war aber klar, dass Ogura aggressiv fahren würde. Wir konnten ihn angreifen, denn andernfalls wusste ich, dass Bezzecchi mich attackieren würde. Eines unserer Ziele war es deshalb, vor Marco ins Ziel zu kommen", so Marquez. Der Italiener kassierte Ogura unmittelbar nach Marquez ebenfalls und wurde Dritter. Darauf angesprochen beteuerte Ogura jedoch, dass es sich beim Platztausch nicht um eine Anweisung von oben handelte.

Marc Marquez managt Angriffslust für achten MotoGP-Titel

Durch das Ergebnis des Sprints baute Marquez seinen Vorsprung auf Martin in der Gesamtwertung auf 19 Punkte aus. Bezzecchi verlor zwei weitere Zähler und liegt jetzt 52 Punkte hinter dem Titelverteidiger. In der Hersteller-WM liegt Ducati nur noch vier Punkte hinter Aprilia. "Im Moment ist es ein perfektes Wochenende. Wir sind hier in Malaysia auf einer Strecke, auf der ich in manchen Jahren große Probleme hatte. Aber dieses Jahr sieht es so aus, als würden wir uns gut schlagen. Jetzt müssen wir für morgen einfach super konzentriert bleiben", sagt Marquez mit Blick auf den Grand Prix am Sonntag.

An seiner Herangehensweise will er nach dem Erfolg im Sprint dabei auf jeden Fall festhalten, um den achten WM-Titel in der Königsklasse nicht in Gefahr zu bringen: "Ihr seht, wenn ich aggressiv sein muss, bin ich aggressiv, und wenn ich ruhig bleiben muss, bleibe ich ruhig. Das ist eine Strategie, die im Moment funktioniert und mich an die Spitze der Meisterschaft gebracht hat. Deshalb werde ich versuchen, genauso weiterzumachen. Aber wie immer kann natürlich alles passieren."

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