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Veröffentlicht: 23. Oktober 2026 06:00 Uhr
Die alte Fußballweisheit „Die Tore, die man nicht schießt, kriegt man“ hatte bei Salzburgs drittem Europa-League-Auftritt in Celje ihre Gültigkeit. Die verpassten Chancen rächten sich, wobei sich dennoch ein Offensivspieler einen „Einser“ verdient hat. Unser Redakteur Aleksandar Andonov hat das Röhl-Team benotet.
Der FC Red Bull Salzburg ließ mit dem 2:2-Remis in Celje wichtige Zähler in der Europa League liegen. Dass der angepeilte Pflichtsieg nicht gelang, lag an der fehlenden Kaltschnäuzigkeit und dem fahrlässigen Verteidigen in der Schlussphase. Wer in der letzten Spielminute nach einem eigenen Freistoß in einen Konter rennt, der hat einen Sieg im Europacup nicht verdient. Daher überwiegt im Lager der Bullen die pure Enttäuschung.
Eure Meinung ist uns wichtig. Hier habt ihr die Möglichkeit, jedem Salzburg-Spieler eine Note zu geben. Unser Notenschlüssel gemäß dem Schulnotensystem:
1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = befriedigend, 4 = genügend, 5 = nicht genügend
Mit einem frühen Ausflug weit vor das eigene Tor vereitelte der Tormann einen gefährlichen Angriff des slowenischen Meisters. Beim Gegentreffer war er machtlos. Dafür zeichnete er sich beim Stand von 2:1 mit einer starken Fußabwehr aus.
Zunächst solide, dann orientierungslos: Beim 1:2-Gegentreffer sah er gegen Torschütze Kramer nicht gut aus. Der Linksverteidiger kam nicht in den Zweikampf und störte seinen Kontrahenten kaum beim Torschuss. Auch das späte 2:2 fiel über seine Seite, wobei er nur wenig Schuld trug.
Er war über weite Strecken wie gewohnt stabil, aber diesmal hatte er auch viel Glück: Sein Zweikampf an der Strafraumgrenze blieb ungeahndet. Womöglich, weil das vermeintliche Foul außerhalb des Strafraums war und der VAR somit nicht eingreifen konnte. Als Abwehrchef war er beim 1:2-Gegentreffer nicht im Bilde und ließ seine Teamkollegen im Stich.
Je öfter er spielen darf, desto stabiler wird der Innenverteidiger. Stellt er die kleinen Unsicherheiten, wie in der 65. Minute mit einem Fehlpass, ein, kann er im Wettbewerb mit seinem Teamkollegen Zabransky um einen Platz in der Startformation ringen. Beim Schlusspunkt zum 2:2-Remis konnte Drexler einem leidtun. Denn nach einem eigenen Freistoß konnte auch er den völlig unnötigen Konter in der 90. Minute nicht vereiteln.
Der Veratschnig-Ersatz legte einen Top-Start hin. Mit einem energischen Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte trug er maßgeblich zur 1:0-Führung bei. Auch sonst zeigte er eine couragierte Leistung – wohl seine beste bislang im Dress der Bullen.
Der Leihspieler von der TSG Hoffenheim durfte nach dem Cup-Aufstieg gegen St. Pölten das zweite Mal von Beginn an ran. Viel Einfluss konnte er nicht nehmen und musste zur Halbzeit in der Kabine bleiben.
Mit ihm vor der Abwehr hat Salzburg einen extrem wichtigen Anker im Mittelfeld. Sei es im Spielaufbau oder beim Gegenpressing: Der gambische Nationalspieler verfügt über zahlreiche Qualitäten, von denen die Bullen profitieren.
Technisch sauber, überlegt und mit viel Klasse: Mit seinem ersten Europa-League-Tor überhaupt brachte der Japaner die Bullen früh in Führung. Auch ansonsten strahlte er viel Gefahr aus.
In der ersten halben Stunde war er der auffälligste Spieler auf dem Platz. Viele gewonnene Dribblings, ein Assist zum 1:0 und zudem eine Top-Chance für Tabakovic vorbereitet: Der ungarische Wirbelwind war kaum zu halten.
Vom Belgier kam sehr wenig. Zur Pause wurde er durch Jesper Lindström ersetzt.
Der Kapitän verrichtete an vorderster Front viel Arbeit. Einmal aus acht Metern und in der Schlussphase nach einem Lochpass alleine vor dem Tormann scheiterte der treffsicherste Bulle. Seine verpassten Chancen rächten sich im Endspurt.
Exakt 22 Sekunden nach seiner Einwechslung zur Halbzeitpause erzielte die Napoli-Leihgabe die 2:0-Führung. Nach einer technisch sauberen Ballmitnahme und einem überlegten Abschluss gelang ihm nach einer langen Verletzungspause das zweite Tor in Serie.
Seinen Status als Riesentalent stellte er in der zweiten Halbzeit nach seiner Einwechslung unter Beweis. Wenn der 19-Jährige am Ball ist, hat man das Gefühl, dass jederzeit etwas Gefährliches passieren kann.
Die Marschrichtung schien klar: Mit frühen Ballgewinnen sollten die Slowenen früh Probleme bekommen. Der Plan ging zunächst trotz Rotation in der Startelf auf. Auch die Einwechslungen von Torschütze Lindström und Taktgeber Mazurek erzielten die erhoffte Wirkung. Doch nach der 2:0-Führung wurde das Röhl-Team zu passiv und war sich offenbar des Sieges zu sicher. Die drei vergebenen Chancen rächten sich – doch nicht der Trainer muss die Tore schießen, sondern die Spieler auf dem Feld. Der Deutsche muss nun dafür sorgen, dass seine Spieler in heiklen Aktionen cleverer agieren.
(Quelle: salzburg24)