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Matthias Sammer spricht dem BVB vor dem Klassiker gegen FC Bayern jede Chance ab. Dabei ist Dortmund so nah dran wie lange nicht – eine peinliche Kapitulation.
Wenn Borussia Dortmund am Samstagabend beim FC Bayern gewinnen will, dann sei das so erfolgsversprechend wie ein Marathon-Versuch von Matthias Sammer auf lädierten Knien. „Ich kann mir vornehmen, das unbedingt zu wollen. Es geht aber nicht“, sagt der BVB-Berater bei Sky.
Sammer mag ja recht haben, wenn er sagt: „Keine deutsche Mannschaft kommt qualitativ auch nur annähernd an Bayern München heran. Das gilt auch für Borussia Dortmund.“ Das ist nun mal Fakt.
Es ist aber auch viel zu vereinfacht dargestellt. Denn wenn Fußball so simpel herunterzubrechen wäre, bräuchte nie mehr der Underdog gegen einen Favoriten anzutreten.
Den BVB als chancenlosen Fußballzwerg zu porträtieren, wird der Dortmunder Mannschaft nicht gerecht – und das aus seiner Funktion als Berater. Unwürdig.
Die Dortmunder stehen punktgleich in der Bundesliga-Tabelle direkt hinter den Münchnern auf Platz zwei. Im Klassement der Königsklasse sind sie sogar vor den Bayern. Auch das sind Fakten, die in keinster Weise an einen invaliden Marathonläufer erinnern.
BVB-Trainer Niko Kovac setzt für den Erfolg auf ein festes Grundgerüst. Das ist zwar nicht immer schön anzusehen, aber zumindest steckt eine erfolgsversprechende Strategie dahinter. Kovac zelebriert defensive Stabilität auf Kosten einer explosiven Offensive. Erst vier Gegentore hat der BVB in der Liga kassiert. Die Verteidigung ist schwer zu knacken.
Vorne haben die Dortmunder ausreichend individuelle Qualität, um auch auf höchstem Niveau zuzuschlagen. Eine für jeden Gegner gefährliche Mixtur.
Noch hat der BVB nicht mal das gesamte Potenzial, das in seiner Mannschaft schlummert, entfalten können. Das Team ist jung, auf den wichtigsten Positionen neu besetzt. Die Transfers scheinen sich bereits jetzt als Glücksgriffe zu entpuppen. Die beste Version von sich selbst hat Dortmund wohl noch nicht mal gezeigt.
Ob das alles ausreicht, um die Bayern zu schlagen? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Eine Chance ist aber da. Um sie zu nutzen, müssen die Spieler bereit sein, sich zu quälen und über ihre Grenzen hinauszugehen, fordert Kovac.
Er freut sich auf ein Spiel, das nach langer Zeit zumindest tabellarisch wieder auf Augenhöhe stattfindet. Weil die Bayern aber „nicht nur in Deutschland das Nonplusultra sind“, brauche man „90 Minuten auf dem allerhöchsten Niveau“.
Dann ist jeder Gegner schlagbar – sogar die Bayern. Eine Kapitulation im Vorfeld ist Schwachsinn – und peinlich von Sammer.