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Der Zusammenbruch von Bayern-Trainer Vincent Kompany hat die Fußball-Welt aufgeschreckt. Vor Herthas Pokalspiel beim SSV Jeddeloh II am Mittwoch (18 Uhr, Sky) nutzte Stefan Leitl die Gelegenheit für eine bemerkenswerte Mahnung. Der Trainer von Hertha BSC fordert mehr Bewusstsein für die Belastung, die der Beruf mit sich bringt.
Auslöser ist der Vorfall um Kompany. Der Bayern-Coach musste in der vergangenen Woche ins Krankenhaus und blieb dort mehrere Tage zur medizinischen Abklärung. Für Leitl ist das ein Anlass, über die Arbeitsbedingungen im Profi-Fußball nachzudenken.
Zunächst richtete er anerkennende Worte an seinen Kollegen. „Für mich persönlich ist er wahrscheinlich einer der besten Trainer, die es momentan in Europa gibt.“
Schnell lenkte Leitl den Blick jedoch auf ein Problem, das weit über einzelne Vereine hinausgeht. Die Anforderungen an Trainer seien enorm gestiegen, die Arbeit ende längst nicht mit dem Abpfiff oder dem Ende einer Trainingseinheit.
„Es ist nicht damit getan, dass man um 7.30 Uhr hier beginnt und um 12.30 Uhr das Training aus ist und man nach Hause geht. Es ist ein Fulltime-Job. Man ist den ganzen Tag damit beschäftigt, sich um den Verein und die Mannschaft zu kümmern.“
Videoanalysen, Gegnerbeobachtung, Personalgespräche und die tägliche Planung gehören genauso zum Alltag wie die Arbeit auf dem Trainingsplatz. Deshalb dürfe die Belastung von Trainern nicht unterschätzt werden, auch nicht außerhalb der europäischen Topklubs.
Für Leitl steht fest, dass jeder Trainer Wege finden muss, Phasen der Erholung bewusst einzuplanen. „Man braucht ein Setup, in dem man Ruhephasen findet und zur Regeneration kommt.“
Gleichzeitig sieht der Hertha-Coach die Verantwortung auch bei sich selbst und seinen Kollegen. „Die Schwierigkeit ist ja, dass wir Egos sind. Wir kümmern uns um vieles andere und gucken da nicht so sehr auf uns.“
Genau darin erkennt Leitl eine Gefahr. Wer ständig Verantwortung für Spieler, Mitarbeiter und Verein übernimmt, verliere den Blick auf die eigene Gesundheit manchmal aus den Augen.
Seine Botschaft an die Branche ist deshalb so einfach wie eindringlich:„Deshalb ist es vielleicht wichtig, mal eine Stunde eher nach Hause zu gehen, oder?“
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