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In einem ausführlichen Interview gibt Uli Hoeneß einen Einblick in sein Seelenleben. Der Zustand der Welt bereitet ihm Sorgen, dafür der des FC Bayern etwas weniger. Die Entwicklung eines Talents möchte er beschleunigen.
Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat Harry Kane als ein Aushängeschild des deutschen Fußball-Rekordmeisters bezeichnet. "Ich bin verliebt in Harry Kane", sagte Hoeneß in einem Interview mit der "Welt am Sonntag". In den Vertragsverhandlungen mit dem 33-Jährigen sehe es derzeit "sehr gut" aus. Das Arbeitspapier läuft im Sommer aus.
Der englische Nationalspieler müsste am Montag (ab 19.30 Uhr) den Ballon d'Or gewinnen, sagte Hoeneß. "Nach einer solchen Saison mit zwei Titeln, so vielen Toren und dem Halbfinale der WM hätte er es sehr verdient. Er führt unsere jungen Spieler und hält immer die Knochen hin."
Bayern-Trainer Kompany zusammengebrochen und in Klinik gebracht
FußballIn dem ausführlichen Interview spricht Hoeneß über allerhand sportliche und politische Themen. "Wenn ich auf die Welt schaue, bekomme allerdings sogar ich, der wirtschaftlich total unabhängig ist, etwas Angst vor der Zukunft", sagte er. Ihn trieben "die Kriege, der US-Präsident, Russlands Aggressionen, Entwicklungen in der Gesellschaft" sehr um. "Rechts ist die AfD, links Die Linke. Beide sind nicht in der Lage, ein Land zu führen." Hinzu komme das BSW, "für mich sowieso ein Aprilscherz. Die müssten eigentlich heißen: Vereinigung der Freunde Russlands".
Das "WAMS"-Gespräch entstand vor dem Zusammenbruch von Bayern-Trainer Vincent Kompany. Den 40-jährigen Belgier bezeichnete Hoeneß als "Glücksfall". Er könne sich "derzeit keinen besseren Trainer vorstellen. Neulich habe ich Vincent gesagt, dass wir seinen Vertrag eigentlich jetzt schon verlängern müssten, obwohl sein aktueller bis 2029 gilt. Wenn er morgen auf uns zukäme und das möchte, würde ich persönlich das sofort machen".
FC Bayern hat "Geduld" mit seinem ins Stocken geratenen Wunderkind
FußballMit Sorge verfolgt er jedoch die Entwicklung von Nationalspieler Lennart Karl. Er plane "ein ernstes Gespräch" mit dem 18-Jährigen, sagte Hoeneß. "Er ist noch lange kein Superstar, junge Spieler brauchen Demut. Vergleiche mit (Michael) Olise tun ihm offensichtlich nicht gut, da liegen noch Welten dazwischen."
Karl hat bislang an die aufsehenerregende Form in der vergangenen Saison nicht anknüpfen können. Auch beim Debüt von Bundestrainer Jürgen Klopp fiel das Talent in der Nationalelf mit seiner Leistung ab. Hoeneß zweifelte auch daran, wie Klopp mit ihm umging. "Junge Spieler brauchen Druck", sagte er, "ich weiß zum Beispiel nicht, ob es Lennart Karl guttut, wenn man ihn immer nur in den Arm nimmt".
Die nicht abreißenden Transfergerüchte um Michael Olise bezeichnete Hoeneß als "Käse". Der Vertrag des französischen Nationalspielers läuft bis zum 30. Juni 2029. "Deshalb machen wir uns da jetzt keine Gedanken. Im Laufe der Saison werden wir mit ihm darüber sprechen, ob er verlängern will." Er sei "überhaupt nicht unruhig", sagte Hoeneß. "Er ist für mich auf dem besten Weg, der beste Spieler der Welt zu werden. Von der Konstanz her ist er unglaublich und in meinen Augen auch besser als Lamine Yamal. Er schießt Tore, bereitet vor, ist schnell - nahezu der perfekte Spieler."
Verwendete Quellen: ntv.de, ses