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Seit seiner Entlassung bei Union Berlin im April ist Steffen Baumgart ohne Trainerjob. Im Interview mit der „Sport Bild“ rechnete der 54-Jährige nun mit seinem Aus bei den Köpenickern ab und zeigte sich offen für neue Aufgaben. „Die Trennung während der Saison war aus meiner Sicht unnötig“, erklärte Baumgart, der seit zwei Jahrzehnten Vereinsmitglied ist.
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„Ich war überrascht und enttäuscht. Ich hatte die Aufgabe, den Verein in der Bundesliga zu halten. Das gelang mir in der ersten Saison, nachdem ich in der Winterpause 2024/25 verpflichtet worden war“, sagte Baumgart, der als Nachfolger von Bo Svensson kam. Der Ex-Profi übernahm Union Berlin nach 15 Partien mit 16 Punkten auf Rang zwölf und beendete die Saison mit 40 Zählern auf Rang 13. „Zu dem Zeitpunkt, als ich während der Spielzeit 2025/26 bei Union beurlaubt wurde, war der Klassenerhalt ebenfalls schon geschafft.“
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Nach einem 1:3 gegen den späteren Absteiger 1. FC Heidenheim am 29. Spieltag zog Union die Reißleine und beurlaubte Baumgart. Die Köpenicker standen damals auf Platz elf und hatten 32 Punkte auf dem Konto. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz betrug sieben Zähler, auf einen direkten Abstiegsplatz sogar elf. „Darum war die Trennung während der Saison aus meiner Sicht unnötig. Natürlich hatten wir keine gute Rückrunde gespielt, blieben hinter den Erwartungen zurück. Doch wenn man deshalb zu der Erkenntnis kommt, einen anderen Weg einschlagen zu wollen, um eine andere Entwicklung zu nehmen, dann hätte man bis zur Sommerpause warten und es dann regeln können.“ Union hatte im Jahr 2026 nur zwei von 14 Bundesliga-Spielen gewonnen. Die Saison beendete der Klub mit Interimstrainerin Marie-Louise Eta auf Rang elf, die sieben Punkte aus fünf Partien holte.
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Baumgart verwies auf seine Verbundenheit zum Klub, für den er von 2002 bis 2004 68 Partien mit 30 Torbeteiligungen absolvierte. Er merkte an, dass er seit 20 Jahren in Köpenick wohnen würde und seitdem Vereinsmitglied sei. „Jetzt kommen die Schlaumeier und sagen: So ist das Fußballgeschäft. Das sehe ich anders.“
Baumgart hatte sich als Trainer des SC Paderborn und 1. FC Köln einen guten Ruf in Deutschland erarbeitet. Die Ostwestfalen führte er 2019 in die Bundesliga, den FC 2023 in den Europapokal. Danach ging er zum HSV, wo er im Herbst 2024 entlassen wurde, weil das Ziel Aufstieg gefährdet war. „Mein Akku für eine neue Aufgabe ist voll“, unterstrich Baumgart.
Bisher arbeitete der ehemalige Stürmer ausschließlich für deutsche Klubs, doch das soll kein Ausschlusskriterium für andere Aufgaben sein. „Sicher ist die Bundesliga super interessant. Aber mich würde auch eine Auslandstätigkeit reizen. Ich kenne einige deutsche Trainer, die es nicht bereut haben, außerhalb von Deutschland zu arbeiten“, so Baumgart, der auf die gute Arbeit von Fabian Hürzeler bei Brighton und Daniel Farke bei Leeds United verwies. „Ich bin mir sicher, dass ich Fußball auch im Ausland erklären kann.“