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Österreichs Football-Nationalteam steht zum dritten Mal in Serie im Halbfinale der IFAF-Europameisterschaft. Der amtierende Europameister setzte sich am Sonntag vor offiziell 1.408 Zuschauern im Wiener Sport-Club-Stadion gegen eine überraschend starke Türkei mit 28:17 (7:7/14:3/7:7/0:0) durch. Nach einem nervösen Beginn und mehreren folgenschweren Fehlern brachte vor allem das zweite Viertel die Mannschaft von Head Coach Stefan Pokorny auf die Siegerstraße. Im Halbfinale 2027 wartet die Schweiz.
Das EM-Heimspiel aus dem Wiener Sport-Club-Stadion gibt es hier noch einmal in voller Länge zu sehen.
Österreich machte sich das Leben dabei selbst schwer. Zwei missglückte Punt-Situationen in der Anfangsphase, unnötige Strafen und weitere Unsicherheiten nach der Pause verhinderten einen souveränen Auftritt. Letztlich reichten eine starke Phase vor der Halbzeit und eine entscheidende Touchdown-Serie im dritten Viertel, um den Vorsprung über die Zeit zu bringen.
Mit dem Erfolg steht Team Austria zum dritten Mal in Serie im EM-Halbfinale. Dort wartet 2027 die Schweiz. Das zweite Halbfinale bestreiten Italien und Finnland. Der genaue Termin und der Austragungsmodus für die Halbfinalspiele sowie die Medaillenrunde werden laut AFBÖ noch bekanntgegeben.
Das Spiel begann für den amtierenden Europameister denkbar ungünstig. Österreich startete mit seiner Offense, musste nach einem First Down allerdings punten. Dabei berührte Punter Philipp Klar mit dem Knie den Boden, wodurch die Türkei bereits in der österreichischen Redzone in Ballbesitz kam.
Die Gäste konnten dieses Geschenk zunächst nicht nutzen: Ein ausgespielter vierter Versuch scheiterte, Österreich verhinderte den frühen Rückstand.
Doch wenig später wiederholte sich das Szenario in verschärfter Form. Nach einem Three-and-out der österreichischen Offense wurde der nächste Punt geblockt. Erneut stand die Türkei unmittelbar vor der Endzone. Diesmal nutzte der Außenseiter seine Gelegenheit: Die türkische Nummer 81 fing den Touchdown-Pass, der Extrapunkt durch die Nummer 43 bedeutete das 0:7.
Österreich war damit früh unter Zugzwang.
Team Austria fand nun besser ins Spiel. Runningback Lukas Haslwanter erlief wichtige First Downs, auch die Pässe von Quarterback Nico Hrouda kamen zunehmend verlässlich an. Eine Facemask-Strafe gegen die Türkei brachte die Gastgeber schließlich bis kurz vor die Endzone.
Haslwanter vollendete den Drive mit dem Touchdown zum 7:7, Philipp Klar verwandelte den Extrapunkt.
Den nächsten wichtigen Impuls setzte Noel Swancar. Der AFLE-Spieler fing eine Interception und brachte Österreich damit sofort wieder in Ballbesitz.
Nach dem ersten Seitenwechsel blieb die österreichische Offense auf dem Feld. Ein erfolgreich ausgespielter vierter Versuch hielt den Angriff am Leben, ehe sich Hrouda per Quarterback Sneak in die türkische Endzone arbeitete. Nach Klars Extrapunkt führte Österreich erstmals mit 14:7.
Auch nach der österreichischen Führung blieb die Türkei hartnäckig. Beide Mannschaften tauschten Punts aus, der Außenseiter vom Bosporus ließ sich nicht abschütteln und verkürzte schließlich mit einem Field Goal auf 14:10.
Österreich blieben noch knapp zwei Minuten, um vor der Pause den alten Abstand wiederherzustellen. Eine Pass-Interference-Strafe gegen die Gäste erleichterte den folgenden Two-Minute-Drill.
Michael Schachermayr fing bei noch rund einer Minute Spielzeit und drei österreichischen Timeouts ein wichtiges First Down in der gegnerischen Hälfte. Danach rückte Fabian Eder in den Mittelpunkt: Zwei weitere First-Down-Catches brachten Österreich in Schlagdistanz, anschließend fing Eder auch den Touchdown-Pass.
Mit dem Extrapunkt von Klar ging Team Austria mit einer 21:10-Führung in die Halbzeitpause. Die 14 österreichischen Punkte im zweiten Viertel sollten letztlich den Ausschlag geben.
Wer nach der Pause mit einer klaren Angelegenheit gerechnet hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Türkei eröffnete die zweite Hälfte mit einem Big Play: Emre Gökçe, bekannt aus der deutschen GFL von den Munich Cowboys, lief über 63 Yards bis in die österreichische Endzone.
Plötzlich stand es nur noch 21:17.
Auch die folgende österreichische Angriffsserie begann denkbar unglücklich. Michael Schachermayr kniete bei der Ballannahme an der eigenen Fünf-Yard-Linie nieder. Damit lagen 95 Yards bis zur türkischen Endzone vor Team Austria. Noch vor dem ersten Offense-Spielzug nach Wiederbeginn musste Österreich ein Timeout nehmen.
So nervös hatte man den amtierenden Europameister schon lange nicht mehr erlebt.
Doch Österreich fand einen Weg aus der schwierigen Situation. Haslwanter sorgte mit einem Lauf für ein erstes wichtiges First Down. Schachermayr machte seinen Fehler mit einem Catch-and-Run für einen neuen ersten Versuch wieder gut.
Die Offense erhöhte das Tempo. Im No-Huddle-Angriff fing Jonas Dachs-Wiesinger einen Pass von Hrouda in der türkischen Hälfte. Als Österreich erneut einen vierten Versuch ausspielen musste, gelang auch dieser: Dachs-Wiesinger holte nach einem Reverse die nötigen Yards.
Ein sehenswerter und mutiger Drive, in dem Österreich auch sein Laufspiel variierte. Benjamin Liedlbauer übernahm Aufgaben im Backfield, ebenso erhielt Patrick Welte Carries.
Bei First and Goal brach Welte schließlich durch die türkische Verteidigung und erzielte den Touchdown zum 28:17. Klar verwandelte auch seinen vierten Extrapunkt.
Der 95-Yard-Drive verschaffte der österreichischen Sideline wieder etwas Luft.
Eine endgültige Entscheidung war damit allerdings noch nicht gefallen. Österreich suchte weiterhin nach der Kontrolle über die Partie, fand sie aber nur phasenweise.
Die Türkei entschied sich bei einem vierten Versuch und einem Yard in der eigenen Hälfte zunächst für einen Punt. Österreich konnte die anschließende Gelegenheit, mit der Offense davonzuziehen, nicht nutzen. Immerhin funktionierte das eigene Punt-Spiel nun deutlich besser als in der Anfangsphase.
Die Gäste mussten tief in der eigenen Hälfte beginnen, doch erneut sorgte Gökçe mit einem Big Play für Raumgewinn. Beim letzten Seitenwechsel blieb die Türkei in Schlagdistanz.
Zu Beginn des Schlussviertels versuchten die Gäste zunächst ein Field Goal, das zu kurz geriet. Wegen einer Offside-Strafe gegen Österreich erhielten sie jedoch eine weitere Chance. Diesmal spielten sie den vierten Versuch aus – ohne Erfolg.
Österreich hatte den Ball und elf Punkte Vorsprung, brachte aber weiterhin keine Ruhe ins Spiel. Ein Holding machte ein First Down zunichte, eine False-Start-Strafe verschärfte die Lage. Bei Third and 20 gelang keine Befreiung, Team Austria musste erneut punten.
Zehn Minuten vor dem Ende war der türkische Außenseiter noch immer im Spiel. Zu viele Fehler aufseiten der Mannschaft von Stefan Pokorny hatten eine frühere Entscheidung verhindert.
Die österreichische Defense zwang die Gäste anschließend eigentlich zu einem Three-and-out. Doch Österreich fiel auf einen türkischen Punt-Fake herein, der den Gästen einen neuen ersten Versuch und Raumgewinn bis in die österreichische Hälfte bescherte.
Die Verteidigung hielt danach allerdings stand. Ein Quarterback-Sack zwang die Türkei erneut zum Punt, den sie diesmal tatsächlich ausführte.
Fünf Minuten vor Schluss lag Österreich weiterhin mit elf Punkten voran. Nun gelang es der Offense endlich, die entscheidenden Yards zu gewinnen und wertvolle Zeit von der Uhr zu nehmen.
Liedlbauer erlief ein First Down, Dachs-Wiesinger legte einen weiteren neuen ersten Versuch nach. Die Uhr lief bis zur Two-Minute-Warning herunter.
Ein weiteres First Down von Dachs-Wiesinger brachte schließlich die Vorentscheidung. Die Türkei kam nur noch für einen einzigen Spielzug in Ballbesitz.
Damit blieb die zweite Hälfte mit 7:7 ausgeglichen. Den Unterschied machte Österreichs zweites Viertel, das Team Austria mit 14:3 für sich entschieden hatte.
Am Ende stand ein 28:17-Arbeitssieg gegen eine überraschend starke Türkei. Der zweifache Europameister hat sein sportliches Ziel erreicht. Bis zum Final Four wird die Mannschaft allerdings an ihrer Fehlerquote arbeiten müssen. Gegen stärkere Gegner könnten sich die Unsicherheiten dieses Nachmittags deutlich schwerer auswirken.
Mit dem 28:17 gegen die Türkei hat Österreich die Gruppenphase erfolgreich abgeschlossen und steht zum dritten Mal hintereinander unter den besten vier Teams Europas.
Die Halbfinalpaarungen der IFAF-Europameisterschaft 2026/27 stehen damit fest:
Wann und in welchem Modus die Halbfinalspiele und die anschließende Medaillenrunde ausgetragen werden, ist noch offen. Der AFBÖ will sich um die Ausrichtung der Endrunde bewerben und damit die verbleibenden EM-Spiele nach Österreich holen.
Die Entscheidung über den Austragungsort steht noch aus.
Österreich – Türkei 28:17
Viertel: (7:7/14:3/7:7/0:0)
Datum: Sonntag, 25. Oktober 2026
Kickoff: 13:00 Uhr
Spielort: Wiener Sport-Club-Stadion, Wien
Zuschauer: 1.408
Nächstes Spiel: EM-Halbfinale 2027 gegen die Schweiz
Hinweis: In den öffentlich zugänglichen offiziellen Spielstatistiken des AFBÖ werden die türkischen Spieler nicht durchgehend mit vollständigen Namen ausgewiesen. Deshalb werden die betreffenden Akteure im Spielbericht mit ihren Rückennummern bezeichnet.
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