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Frankfurt/Main (dpa/lno) - Für Merlin Polzin war es beinahe wie ein Déjà-vu. Erst am Dienstag hatte der Trainer des Hamburger SV das 1:3 im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt erläutern müssen, fünf Tage später erklärte er erneut ein 1:3 in der Fußball-Bundesliga in Frankfurt.
Und die Analyse fiel ähnlich wie nach dem K.-o. im Pokal aus: Individuelle Fehler in der Defensive ermöglichten die Eintracht-Tore und machten die Hamburger Hoffnungen auf mehr zunichte. Und auch der Hauptgrund war derselbe: die Verletztenmisere.
„Ich glaube, es geht weniger darum, Ausreden zu suchen, wer alles fehlt, oder sich in eine Opferrolle zu begeben“, sagte Polzin. „Aber es hilft natürlich nicht, wenn du permanent umbauen musst im Sinne der Abstimmung untereinander, auch der Selbstverständlichkeit, wie man auf dem Platz agieren möchte.“
Wie schon am Dienstag im Pokal fehlten auch am Sonntagabend sechs potenzielle Startelf-Spieler. Neben Kapitän Nicolai Remberg (Kreuzbandriss), Spielmacher Fabio Vieira (Muskelfaserriss), Mittelfeldspieler Bilal Nadir (Sehnenriss), Abwehrrecke Nicolas Capaldo (Zerrung) und Stürmer Yussuf Poulsen (Hüfte) gehörte auch der zuletzt überzeugende Abwehrchef Sebastian Bornauw dazu.
Er hatte nach seinem Kopftreffer im Pokal-Spiel passen müssen. Dafür kehrte der am Dienstag fehlende Jordan Torunarigha in die Dreier-Kette zurück. Doch gerade in der Abwehr machen sich die personellen Probleme negativ bemerkbar. Ausfälle wie Bornauw oder Capaldo sind nicht adäquat zu ersetzen. Da stellt sich die Qualitätsfrage.
„Wie ich letztes Mal schon gesagt habe: Wir haben gute Jungs da hinten, die warten auf ihren Einsatz und haben auch viel Qualität“, betonte Mittelfeldspieler Miro Muheim. Klar sei es nicht einfach, „wenn so viele Leute auf einmal ausfallen, aber wir können das auf jeden Fall auffangen“.
Von einer Krise zu sprechen nach der dritten Pflichtspiel-Niederlage nacheinander und dem Abrutschen auf den 15. Tabellenplatz ist es noch zu früh. Auch in Frankfurt zeigte sich: Die Einstellung stimmt, das spielerische Potenzial ist vorhanden. „Wir haben nie aufgegeben und immer versucht, zurückzukommen“, sagte Muheim. „Wir sind enttäuscht, weil mehr drin gewesen wäre.“
Lange hadern können die Hamburger nicht. Schon am Freitag (20.30 Uhr/Sky) geht es gegen Borussia Mönchengladbach. Ein richtungsweisendes Spiel für beide Mannschaften. Nach sechs Niederlagen zu Beginn der Saison haben sich die Gladbacher scheinbar gefangen und holten zuletzt beim VfB Stuttgart (3:2) und gegen den SC Paderborn (0:0) die ersten Punkte.
Polzin hofft, dass am Freitag einige Leistungsträger zurückkehren. Die besten Chancen hat Bornauw. Möglicherweise könnte auch der unersetzliche Capaldo wieder zur Verfügung stehen. „Es ist definitiv gerade eine Herausforderung“, sagte Polzin zur Personallage. „Deswegen hoffe ich auf jeden Fall, dass wir gerade dann Richtung Cappi noch mal ein Energielevel zurückbekommen.“
© dpa-infocom, dpa:261102-930-931196/1