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Nach Champions-League-Kracher: Mats Hummels hat den Torjubel von Bayern-Profi Lennart Karl nach dessen Treffer gegen Atlético Madrid kritisiert.
München/Madrid – Der frühere Nationalspieler Mats Hummels sagte nach dem 2:0-Erfolg der Bayern in der Champions League, er verbiete seinem achtjährigen Sohn Ludwig eine solche Geste. Karl hatte sich nach seinem Führungstor die Hände an die Ohren gehalten. Ob er damit auf seine Kritiker antworten wollte, erklärte der 18-Jährige nicht.
Karl brachte den FC Bayern in der 54. Minute in Führung. Er eroberte im Strafraum den Ball von Atlético-Verteidiger Robin Le Normand und schloss zum 1:0 ab. Anschließend hielt er sich die Hände an die Ohren – ein Jubel, der als „Lass sie reden“-Geste verstanden wurde.
„Diesen Jubel sehen wir viel zu oft mittlerweile. Kritik gehört mit zum Fußball. Deswegen verdienst du auch so viel Geld“, sagte Hummels als Experte bei Prime Video. Dabei verwies er auf die Wirkung solcher Szenen auf junge Fußballer: „Mein Sohn ist acht. In den Spielen seiner Mannschaft sehe ich schon Kinder, diesen Jubel machen, weil der so oft vorkommt mittlerweile. Meinem Sohn verbiete ich den Jubel.“
Zuletzt hatte es öffentliche Kritik an Karl gegeben. Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß kündigte ein ernstes Gespräch mit ihm an und sagte: „Er ist noch lange kein Superstar, junge Spieler brauchen Demut.“ Sportvorstand Max Eberl hatte dem Offensivspieler geraten, sich auf den Fußball zu konzentrieren. Karls Berater Michael Ballack nahm seinen Schützling daraufhin in Schutz. Hoeneß habe Karl mit seiner Kritik „öffentlich zur Zielscheibe“ erklärt, sagte Ballack.
Wem Karls Jubel galt, blieb offen. Nach dem Spiel sprach der Torschütze nicht mit den mitgereisten Medien. Teamkollege Tom Bischof sagte auf Nachfrage, er wisse nicht, was Karl mit der Geste gemeint habe. Eberl erklärte ebenfalls, er habe den Jubel nicht mitbekommen, und lobte stattdessen Karls Einsatz und sein Tor.
Auch Interimstrainer Aaron Danks hob die Leistung des 18-Jährigen hervor. Trotz des Wirbels um seine Person habe Karl Charakter und mentale Stärke bewiesen. Kapitän Manuel Neuer verwies auf den gemeinsamen Jubel der Mannschaft: Karl sei ein wichtiger Teil der Gruppe, die sich mit ihm über den Treffer freue. (vs)