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Jana Skill aus Grünberg und Carlotta Werum aus Niederkleen haben in Marokko mit dem DHB-Team im Finale gegen Ungarn den ersten WM-Titel dieser Altersklasse gewonnen.
Mittelhessen hat zwei Weltmeisterinnen: Jana Skill und Carlotta Werum haben mit der deutschen U16-Nationalmannschaft die erste Weltmeisterschaft dieser Altersklasse gewonnen. Im Finale im marokkanischen Agadir setzte sich die Mannschaft von Bundestrainer Gino Smits am Samstagabend mit 37:32 (17:15) gegen Ungarn durch. Für die beiden heimischen Talente ist es bereits der zweite internationale Titel innerhalb weniger Monate: Im Sommer hatten sie gemeinsam die European Open in Göteborg gewonnen. Auch damals hieß der Finalgegner Ungarn.
Für Skill begann das Endspiel zwischen den Pfosten. Die Torhüterin, die im Sommer von der TSG Leihgestern zur HSG Bensheim/Auerbach gewechselt war, bestritt die erste Halbzeit und steuerte mehrere Paraden bei. Deutschland lag zunächst mit 6:8 zurück, übernahm beim 13:12 wieder die Führung und nahm einen Vorsprung von zwei Treffern mit in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel löste Mercy Hacker die Grünbergerin ab. Die deutsche Mannschaft vergrößerte den Abstand zwischenzeitlich auf sechs Tore und ließ sich den Titel beim Premierenturnier in dieser Altersklasse nicht mehr nehmen. Beste deutsche Werferin war Romy Sieber mit acht Treffern.
Skill hatte gleich zum Turnierauftakt ein Ausrufezeichen gesetzt. Beim 53:12 gegen Mexiko wehrte sie nach Angaben des Weltverbandes IHF 17 Würfe ab und erreichte damit eine Fangquote von 73,9 Prozent. Vor dem Finale führte die IHF sie mit insgesamt 34 Paraden und einer Quote von 42,5 Prozent auf Rang drei der Torhüterinnenstatistik nach Abwehrquote. Gemeinsam mit Hacker bildete sie damit einen starken Rückhalt für die deutsche Auswahl.
Werum blieb im Finale ohne eigenen Treffer, hatte auf dem Weg dorthin aber regelmäßig zum deutschen Angriffsspiel beigetragen. Vier Tore gegen Mexiko, drei gegen Tunesien und zwei gegen Usbekistan standen nach der Vorrunde für die Rückraumspielerin der HSG Kleenheim-Langgöns zu Buche. Im Halbfinale gegen Russland (34:31) kamen drei weitere hinzu, darunter ein Siebenmeter. Damit beendete sie die WM mit zwölf Treffern.
Gerade der Halbfinalerfolg verlangte den Deutschen nach der souveränen Vorrunde viel ab. Nach einem 16:16 zur Pause gerieten sie mit 18:22 ins Hintertreffen. Smits reagierte auf die Zeitstrafenbelastung seiner Kreisläuferinnen und stellte auf vier Rückraumspielerinnen um. Ein 5:0-Lauf brachte die Wende. Deutschland führte mit 23:22 und behauptete sich in der Schlussphase. Werums drei Treffer gehörten somit zu einem Erfolg, bei dem die Mannschaft erstmals im Turnier einen deutlicheren Rückstand aufholen musste.
Zuvor hatte die DHB-Auswahl ihre Gruppe mit drei Siegen klar beherrscht. Auf das Auftaktspiel gegen Mexiko folgten ein 38:26 gegen Tunesien und ein 51:19 gegen Usbekistan. Nur die Gruppensieger des mit 16 Mannschaften aus fünf Kontinenten besetzten Turniers erreichten das Halbfinale. Mit den anschließenden Erfolgen gegen Russland und Ungarn blieb Deutschland in allen fünf WM-Spielen siegreich.
Für die beiden Mittelhessinnen verbindet sich mit dem Titel auch die Bestätigung ihrer jüngsten Entwicklung. Skill hat mit dem Wechsel nach Bensheim einen neuen Alltag zwischen Schule, Wohngemeinschaft und Leistungssport begonnen. Werum hatte vor der Abreise davon gesprochen, in Marokko zeigen zu wollen, woran sie seit dem Sommer gearbeitet hatte. Nun kehren beide als Weltmeisterinnen zurück.
„Wir freuen uns unglaublich, dass wir den Titel geholt haben, und das auch verdient“, sagte Smits nach dem Finale gegenüber dem DHB. Für Skill und Werum endet die Reise damit am größtmöglichen Ziel: Sie gehören zur ersten Weltmeistermannschaft in der Geschichte des weiblichen U16-Handballs.