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Deutsche Ski-Hoffnung feiert Weltcup-Debüt: „Ich habe nichts zu verlieren“
Für ihn läuft es einfach: Nickco Palamaras zeigte im Riesenslalom eine starke Vorbereitung. Eigentlich fühlt er sich im dichten Stangenwald wohler.
Für ihn läuft es einfach: Nickco Palamaras zeigte im Riesenslalom eine starke Vorbereitung. Eigentlich fühlt er sich im dichten Stangenwald wohler.  © Bob Hoffe

Beim Winterauftakt in Sölden feiert eine deutsche Ski-Hoffnung ihr Weltcup-Debüt. Schon bei der Vorbereitung wusste der Sportler zu überzeugen.

Garmisch-Partenkirchen/Sölden – Manchmal scheint im Sport alles ganz schnell zu gehen. Ein Erfolg, eine Nominierung – und plötzlich steht ein Athlet auf der großen Bühne. Nickco Palamaras erlebt gerade einen solchen Moment. Der 22-Jährige vom SC Garmisch gehört überraschend zum deutschen Riesenslalom-Aufgebot und gibt am Sonntag in Sölden sein Weltcup-Debüt. Doch sein Weg dorthin war steinig.

Deutsches Ski-Talent kämpft sich nach schwerer Verletzung zurück – Weltcup-Debüt in Sölden

Seine Geduld wurde immer wieder auf die Probe gestellt. Bereits 2024 war Palamaras für den Winterauftakt in Österreich vorgesehen. Doch wenige Tage vor dem Rennen riss er sich das Kreuzband im linken Knie. Die Saison war beendet, bevor sie überhaupt begonnen hatte. „Den Jungs die ganze Zeit beim Skifahren zuschauen zu müssen, das war eine harte Zeit“, sagt er heute. Er kämpfte sich zurück und kehrte ein Jahr später im Europacup auf die Rennstrecke zurück – zunächst im Slalom.

Nickco Palamaras vom Skiclub Garmisch.
Nickco Palamaras vom Skiclub Garmisch. © Deutscher Skiverband

Eigentlich fühlt er sich im dichten Stangenwald wohler. „Die kürzeren Schwünge sind einfach cooler, das ist ein ganz spezielles Gefühl“, sagt er. „Da kann alles passieren, jeder kann gewinnen.“ Dort fuhr er im Europacup 2025 mit Rang neun sein bestes Ergebnis ein. Doch dann ist da die andere Seite. Die der Erfolge im Riesenslalom. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften wurde er Siebter. In diesem Sommer ging es für das deutsche Technik-Team ins Trainingslager nach Ushuaia. Und es war Palamaras, der beim Auftakt des Alpinen Südamerikacups in Argentinien nach den ersten beiden Riesenslaloms ganz oben auf dem Stockerl stand. „In dieser Disziplin läuft es einfach, ich hatte eine super Vorbereitung.“

Dank guter Vorbereitung: Unerwarteter Startplatz in Sölden

Diese hat ihm nun den unerwarteten Startplatz für Sölden eingebracht. Die Trainer entschieden sich für ihn und gegen Hannes Amman, der in der vergangenen Saison vier Weltcupeinsätze absolviert hatte. Am Samstagabend überbrachte Bundestrainer Christian Schwaiger Palamaras die frohe Kunde. „Das hat mich total überrascht, ich habe das noch nicht wirklich realisiert. Der Weltcup ist, seit ich ein Kind war, ein riesiges Ziel von mir.“

Seinen Traum hat Palamaras damit erreicht. Doch warum sollte in Sölden an der Seite des Saulgrubers Fabian Gratz nicht die nächste Überraschung folgen? Der 22-Jährige möchte sich bei seinem Debüt teuer verkaufen. „Einen Platz in den Top 30 zu schaffen, wäre ein super Ergebnis.“ Dafür kann er auf Unterstützung zählen: Seine Eltern und zahlreiche Freunde aus der Schweiz und den USA, die derzeit vor Ort trainieren, werden ihn in Sölden an der Rennstrecke anfeuern. Auch in Garmisch-Partenkirchen werden viele mitfiebern. Martina Betz, die Vorsitzende des SC Garmisch, freut sich, dass der Verein mit Palamaras erstmals seit Bastian Meisen wieder einen Riesenslalomfahrer auf dieser Bühne stellt. „Das macht mich stolz“, sagt sie. „Wir haben lauter tolle Vorbilder für die Kleinen, die auch noch nahbar sind. Genau so soll der Kreislauf im Skisport sein.“

Dem Nachwuchs und allen Zuschauern möchte Palamaras am Wochenende zeigen, „wie viel Spaß Skifahren macht“. Ob es danach für ihn im Weltcup im Riesenslalom oder doch im Slalom weitergeht – dort steht die interne Qualifikation erst noch an –, schiebt der 22-Jährige erst einmal beiseite. Ohne Druck geht es für ihn am Sonntag aus dem Starthäuschen den Hang hinab. „Ich habe nichts zu verlieren und freue mich auf das Erlebnis.“

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