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Die Erleichterung in Köpenick ist spürbar. Erst das erlösende 1:0 gegen Elversberg, dann das hart erkämpfte 0:0 gegen Borussia Dortmund. Vier Punkte, zwei Spiele ohne Gegentor. Beim 1. FC Union Berlin ist der Glaube zurück, die Kurve nach dem Fehlstart doch noch zu bekommen.
Doch ausgerechnet jetzt wartet ein Gegner, der bislang zu den stärksten Überraschungen der Saison gehört. Beim FC Augsburg muss die Mannschaft von Trainer Mauro Lustrinelli erstmals beweisen, dass die neue Stabilität mehr ist als ein Hoffnungsschimmer. Es ist die bislang wichtigste Standortbestimmung seiner Amtszeit.
Die vergangenen beiden Auftritte haben gezeigt, dass Union wieder als Mannschaft funktioniert. Die Eisernen verteidigen kompakter, arbeiten konsequenter gegen den Ball und lassen deutlich weniger zu. Gegen Elversberg und Dortmund zeigte die Mannschaft wieder jene Mischung aus Disziplin, Körperlichkeit und Geschlossenheit, die den Verein lange ausgezeichnet hat.
Der Haken: Die positiven Signale kamen bislang ausschließlich aus Heimspielen. Die ersten beiden Auswärtspartien gingen verloren, Union kassierte elf Gegentore und blieb selbst ohne Treffer. Die Tordifferenz von 0:11 verdeutlicht, wie groß die Unterschiede bislang noch sind.
Der FC Augsburg zählt zu den offensivstärksten Mannschaften der Bundesliga. 16 Tore nach sechs Spieltagen bedeuten Platz zwei im Liga-Ranking. Die Mannschaft von Manuel Baum schaltet schnell um, sucht konsequent den Weg nach vorn und bestraft Fehler oft sofort.
Besonders auffällig sind die Laufwerte. Augsburg kommt bislang auf 1082 Sprints mit mehr als 25 Stundenkilometern, Union auf 920. Die Zahlen zeigen, welche Herausforderung auf die Berliner wartet. Gerade nach Ballverlusten wird die Mannschaft gefordert sein.
Mut macht allerdings das spektakuläre 3:4 in Elversberg. Dort offenbarte der FCA, dass seine starke Offensive nicht immer von einer stabilen Defensive begleitet wird.
Für Union-Trainer Mauro Lustrinelli geht es deshalb um deutlich mehr als die nächsten Punkte. Gegen Dortmund überzeugte Union mit Ordnung, Disziplin und Kompaktheit. Zum zweiten Mal in Folge stand hinten die Null.
Nun muss der nächste Schritt folgen. Fünf Tore aus sechs Bundesligaspielen sind zu wenig, um sich dauerhaft von den unteren Tabellenregionen abzusetzen. Union braucht mehr Mut und mehr Durchschlagskraft im Angriff.
Fest steht: Augsburg wird Union Räume anbieten, aber Fehler auch gnadenlos bestrafen. Genau deshalb wird die Partie zum Richtungscheck für die Eisernen.
Gelingt es, die neue Stabilität auch auswärts auf den Platz zu bringen, könnte aus der Hoffnung ein echter Aufwärtstrend werden. Misslingt das, geraten die Fortschritte der vergangenen Wochen schnell wieder in Zweifel.
Die Hoffnung ist zurück in Köpenick. Doch in Augsburg reicht Hoffnung allein nicht. Dort wird sich zeigen, ob der 1. FC Union Berlin tatsächlich auf dem Weg nach oben ist oder ob die Wende noch auf sich warten lässt.
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