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Gegen Atletico Madrid gibt Manuel Neuer sein Comeback im Kasten des FC Bayern. Im Nachgang enthüllt er, wie sehr ein Einsatz auf der Kippe stand und bricht außerdem eine Lanze für Lennart Karl.
Nach dem 2:0-SIeg des amtierenden deutschen Meisters über die Rojiblancos betonte Neuer am DAZN-Mikrofon, dass am Morgen des Spiels noch nicht klar gewesen sei, ob er überhaupt zum Einsatz kommen könne.
"Ich habe jeden Tag Schmerzen beim Gehen gehabt. Und wenn ich morgens aufgestanden bin, heute Morgen auch, habe ich auch wieder Schmerzen beim Gehen gehabt", so Neuer, der gegen Atletico jedoch unbedingt spielen wollte und deshalb sogar zu einer eher ungewöhnlichen Maßnahme griff: "Ich war heute Morgen noch auf der Dachterrasse im Wasser gewesen, bei 14 Grad Wassertemperatur. Und nach und nach wurde es auch immer besser."
Erst beim Aufwärmen wenige Augenblicke vor dem Anpfiff sei letztlich klar gewesen, dass er von Beginn an auf dem Platz stehen könne. Einen Dank richtete der Keeper dabei ausdrücklich an das Ärzte-Team des FCB: "Die medizinische Abteilung hat alles dafür getan. Es war wirklich keine leichte Situation für mich in den vergangenen Tagen und Wochen. Aber ich habe daran geglaubt."
Neuer, der gegen Atletico erst zum vierten Mal in dieser Saison seinen Kasten sauber halten konnte, insgesamt aber einen ruhigen Abend im Estadio Metropolitano erlebte, fehlte dem FC Bayern zuletzt aufgrund einer Sehnenreizung im Fuß, die sich Mitte Oktober Bahn gebrochen hatte.
Die Partien gegen Freiburg (3:1), Magdeburg (6:1) und den BVB (2:2) verpasste er deshalb. Vertreten wurde er durch seinen designierten Nachfolger Jonas Urbig, der gegen Atletico wieder auf die Ersatzbank saß..
Neben seinem aktuellen Verletzungsstatus äußerte sich Neuer bei DAZN darüber hinaus auch zu Teamkollege Lennart Karl, der in den vergangenen Wochen immer wieder für Schlagzeilen beim deutschen Rekordmeister gesorgt hatte, sich gegen Atletico mit dem Führungstreffer aber zumindest aus seiner sportlichen Krise etwas befreien konnte.
Klub-Patron Uli Hoeneß hatte Karl etwa vorgeworfen, zu wenig Demut an den Tag zu legen und deshalb angekündigt, zeitnah ein Gespräch mit dem 18-Jährigen suchen zu wollen. Karl sei "noch lange kein Superstar, junge Spieler brauchen Demut. Vergleiche mit Olise tun ihm offensichtlich nicht gut, da liegen noch Welten dazwischen. [...] Junge Spieler brauchen auch Druck. Ich weiß zum Beispiel nicht, ob es Lennart Karl guttut, wenn man ihn immer nur in den Arm nimmt", so Hoeneß.
Dazu hatte die Bild kürzlich berichtet, dass sich FCB-intern nicht nur Hoeneß an Karls "Glamour-Lifestyle", wie das Boulevard-Blatt schreibt, stören soll. Inmitten eines kleinen - und für Karls junges Alter vollkommen normalen - sportlichen Lochs in den vergangenen Wochen nahmen mediale Diskussionen über den viermaligen deutschen Nationalspieler zuletzt Fahrt auf. Unter anderem bezogen auch Karls Berater Michael Ballack sowie FCB-Sport-Geschäftsführer Max Eberl Stellung.
"Lenny ist ein ganz wichtiger Teil der Mannschaft. Er ist Bestandteil der Gruppe und deshalb freuen wir uns mit ihm. Wir wünschen ihm immer das beste Spiel und tolle Leistungen. Das hat er heute wieder unter Beweis gestellt", stellte sich Neuer hinsichtlich dessen vor seinen jungen Teamkollegen. Das Machtwort des 40-Jährigen: "Da gibt es nichts zu diskutieren und auch nichts zu thematisieren."
Karl wiederum hatte auf de anhaltende Debatte mit einer besonderen Jubel-Geste gegen Atletico reagiert. Bei seinem Treffer zum 1:0 zeigte Bayerns Offensivjuwel mit beiden Händen, die er sich an seine Ohren hielt, eine "Bla-Bla"-Geste. Frei nach dem Motto: Euer Geschwätz interessiert mich nicht.