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Zakaria El Ouahdi hatte zu Saisonbeginn durchaus Startschwierigkeiten. In den Partien gegen den 1. FSV Mainz 05 (0:5) und RB Leipzig (0:5) blieb der Marokkaner blass. Gegen den 1. FC Köln (2:1) machte er dann aber sein bestes Spiel, gefolgt von einem Kurzeinsatz gegen den VfB Stuttgart (1:0) bei dem er mit einem Assist spielentscheidend war. Es folgten zwei wieder eher mäßige Leistungen gegen den SC Paderborn (0:1) und Eintracht Frankfurt (1:3).
Grundsätzlich bringt El Ouahdi alles mit, was auf seiner Position benötigt wird. Er ist schnell, hat einen starken Offensivdrang und eine enge Ballführung. Dass der Hamburger SV ihn zum zweitteuersten Sommer-Neuzugang machte, hatte seine Gründe. In der Vergangenheit brachte der 24-Jährige seine Qualitäten in der marokkanischen Nationalmannschaft und beim KRC Genk gewinnbringend ein. Um konstant an sein Leistungsmaximum zu gelangen, muss er aber noch ein paar Gänge hochschalten.
Acht Millionen Euro für einen Spieler auszugeben, ist für den HSV alles andere als üblich. Die Verpflichtung von El Ouahdi ist für die Rothosen ein Risiko, kann sich aber auch als echter Glücksgriff entpuppen. Stand jetzt rechtfertigt der sechsfache Nationalspieler seine Ablöse aber noch nicht. Bislang gelang es ihm nur, sein Können punktuell aufblitzen zu lassen.
Die Erwartungen waren aufgrund der Ablöse extrem hoch. Außerdem sammelte er in seiner letzten Saison bei Genk 18 Scorerpunkte in 42 Pflichtspielen. Über die rechte Schiene soll El Ouahdi die Qualität der gesamten Mannschaft anheben. Das ist ihm bisher noch nicht gelungen.
Allerdings spielt der Flügelspieler zum ersten Mal in einer Top5-Liga und hat verdient, dass man ihm Eingewöhnungszeit zusteht. 61 Prozent gewonnene Zweikämpfe und ein Tempo-Spitzenwert von 35,7 km/h zeigen, zu was El Ouahdi in der Lage ist. Das erste Zwischenfazit fällt nach acht Spieltagen dennoch vorsichtig pessimistisch aus.
Schafft es El Ouahdi seine Leistung im Durchschnitt auf ein besseres Level zu hieven und die Ausreißer nach oben zu mehren, wird sich schnell ein Marktwert generieren, der die gezahlte Ablöse übersteigt. Als Spielertyp ist El Ouahdi international gefragt. Gewöhnt er sich an das Tempo und die Intensität in der Bundesliga, reicht vielleicht schon eine halbe gute Saison, um gute Angebote zu genieren.
Auf dem Papier passt El Ouahdi taktisch genau in das Konzept von Trainer Merlin Polzin. Im System mit einem alleinigen Schienenspieler pro Seite erfüllt der Neuling alle Kriterien. In der Praxis haperte es aber an einigen Stellen. Deshalb gibt es minimale Abzüge in dieser Kategorie.