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Das Tennisturnier in Wien stößt an seine Grenzen

Die Erste Bank Open sind erstmals an allen sieben Hauptbewerbstagen ausverkauft. An einer neuen Halle führt langfristig kein Weg vorbei.

Carlos Alcaraz erreichte das Halbfinale und trifft dort heute auf Daniil Medwedew. 
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Obwohl die Erste Bank Open am Wochenende mit Halbfinale und Finale erst in ihre entscheidende Phase einbiegen, lässt sich eines vor dem letzten Ballwechsel am Sonntag bereits sagen: Das Turnier in der Wiener Stadthalle war in seiner 52-jährigen Geschichte noch nie erfolgreicher oder beliebter, als es das heute ist.

Es ist ein Fixtermin in den Kalendern vieler Tennisfans, um Tickets herrscht seit einigen Jahren ein regelrechtes Griss. Nicht nur die VIP-Logen sind voll, auch auf den Tribünen ist reges Treiben zu beobachten.

Die Auflage 2026 lieferte sogleich ein Novum. Jeder der sieben Spieltage im Hauptbewerb war noch vor dem ersten Aufschlag ausverkauft. Inklusive Stehplätze tummeln sich seit Montag täglich 9800 Zuschauer in der Stadthalle. Dazu kommen noch etwa 2500 bis 3000 Besucher pro Tag am Nebenschauplatz in St. Marx, wo bis zum heutigen Samstag gespielt wird.

Wer unter der Woche auf die Idee kam, Carlos Alcaraz sehen zu wollen, aber noch kein Ticket hatte, der konnte sein Glück nur noch auf dem Schwarzmarkt versuchen – und war wohl erfolgslos.

Das Produkt Erste Bank Open hat sich auf den ersten Blick zum Selbstläufer entwickelt, natürlich steckt dahinter aber ein ausgereifter Plan. Turnierdirektor und Veranstalter Herwig Straka hatte es sich mit der Übernahme der Agenden 2008 zur Aufgabe gemacht, das Turnier als Marke zu etablieren.

Während die Stadthalle über Jahre meist nur bei Auftritten prominenter Österreicher wie Thomas Muster, Jürgen Melzer oder Dominic Thiem gut bis sehr gut besucht war („Ausverkauft war sie nur beim einzigen Auftritt von Jimmy Connors 1992“), wollte Straka sich nicht länger den möglichen Erfolgen von Lokalmatadoren ausgeliefert wissen.

Er nahm Verbesserungen in allen Bereichen vor, vom Entertainment-Faktor in der Halle bis hin zu den Annehmlichkeiten für die Profis. Viele von ihnen betrachten Wien als das beste ATP-500-Turnier überhaupt. Jahr für Jahr wurde das Spielerfeld hochkarätiger, 2026 folgten sechs der neun weltbesten Spieler Strakas Ruf. Das Highlight: Die Zusage von Alcaraz.

Wohin das alles noch führen kann? Zumindest was den Fanzuspruch angeht, geht nicht mehr. Wien und die Stadthalle stoßen an ihre Grenzen. Die Lösung wäre eine neue und sehr viel größere Multifunktionshalle in St. Marx. „Man wird die neue Halle brauchen“, sagt Straka. Ob und wann sie kommt, weiß niemand. Bis dahin erfreut sich Wien weiter eines Weltklasse-Turniers und einer ausverkauften Stadthalle. Es soll nichts Schlimmeres passieren.

Auf einen Blick

Die Erste Bank Open sind 2026 erstmals an allen sieben Hauptbewerbstagen ausverkauft. Sechs Top-10-Spieler sagten für Wien zu.

Beim WTA-250-Turnier im chinesischen Guangzhou erreichte Lilli Tagger das Halbfinale.

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