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Für den FC Bayern ist das Duell mit Arsenal das bislang größte Spiel der Saison. Natürlich lässt sich der Bundestrainer das nicht nehmen. Jürgen Klopp geht aus diesem Abend aber als größter Verlierer hervor.
Der FC Bayern und Arsenal trennen sich im Champions-League-Gipfeltreffen Remis (2:2) – einen Verlierer des Abends gibt es dennoch: Jürgen Klopp.
Und das sogar aus zwei Perspektiven.
Zum einen wäre da sein skurriler Auftritt in der Halbzeitpause bei Streamingsender Dazn. Klopp, der Kommunikator und Menschenfänger, redet sich um Kopf und Kragen.
Kanes Rolle scheint ihn derart zu verwirren, dass der Bundestrainer seine Gedanken nicht sonderlich sortiert bekommt.
„Das finde ich mit Ball in Ordnung, aber gegen den Ball… Wenn ich Harry Kane in der letzten Linie sehe, und zwar nicht im tiefen Block, sondern im Mittelfeldpressing… Ich bin nicht Papst des Fußballs, alle dürfen machen, was sie wollen, aber abschließend dahinter gestiegen bin ich nicht.“
Eine eigenwillige Kritik, die Bayern-Trainer Vincent Kompany später gar nicht erst kommentieren will.
Fall Niclas Füllkrug: Der Stürmer von Werder Bremen „schießt in der Bundesliga ein Tor nach dem anderen“, wie Klopp selbst sagt. Durch seine Ausbeute wurde Füllkrug schnell wieder zum Thema in der Nationalmannschaft, sogar Sportdirektor Rudi Völler öffnete die Tür.
Klopp schien diese Tür eigentlich schließen zu wollen. Füllkrug ist – wie offenbar auch Kane – kein Stürmer, der in das Gegenpressing-System des 59-Jährigen passt.
Statt die DFB-Tür aber zuzustoßen, riss er sie mit dem nächsten Satz gleich noch viel weiter offen.
Aus...
...wird innerhalb von wenigen Augenblicken:
Statt das Thema abzumoderieren, redet sich Klopp selbst in die Füllkrug-Personalie hinein. Kurzfristig wird der Angreifer wohl allein aus Mangel an torgefährlichen Alternativen ein Thema.
Nicht nur, dass er Probleme hat, das Spielsystem der Münchner zu durchschauen. Seine DFB-Stars spielen darin nicht die elementare Rolle, die er sich für seine Mannschaft wünschen würde.
Während Jamal Musiala und Joshua Kimmich aus unterschiedlichen Gründen fehlten, saßen Abwehrchef Jonathan Tah und Linksverteidiger Nathaniel Brown im wichtigsten Bayern-Spiel der Saison nur auf der Bank. Alarmierend!
Daneben saß auch Hoffnungsträger Lennart Karl – dabei war die Offensive durch die Sperre von Michael Olise und den Problemen von Luis Diaz arg geschwächt. Der junge Flügelspieler, der seiner Form hinterherjagt, war dennoch nicht gefragt. Alarmierend!
Tom Bischof offenbarte im Mittelfeldzentrum auf dem hohen Niveau noch Schwächen, die weitere Entwicklungszeit benötigen. Die soll er auch bekommen – der Irrglaube, Bischof könne Kimmich bald schon in der Nationalmannschaft überflüssig machen, wurde als eben solcher entblößt: ein Irrglaube.
Selbst auf Arsenal-Seite enttäuschte Kai Havertz in der Angriffsspitze der „Gunners“. Vielleicht kam Klopp bei dieser Realisierung der Sinneswandel in der Personalie Füllkrug.