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Man hatte diese Szenen schon öfter gesehen: Borussia Dortmund führte 2:1 gegen eine Mannschaft in Grün und Weiß, führte auch verdient, geriet in der Schlussphase aber mächtig unter Druck. Doch der Gegner am Mittwochabend hieß nicht Werder Bremen, sondern Betis Sevilla. Er konnte demzufolge auch keinen Niclas Füllkrug bringen. Und so gab es keinen späten Ausgleich, so zitterte der BVB den 2:1 (0:0)-Sieg vor 81.365 am Ende sehr erleichterten Zuschauern über die Zeit.
Kovac hatte wieder einiges zurückgedreht in seiner Aufstellung: Statt der Viererkette vom 2:2 bei Bayern München kam wieder die Dreierkette zur Aufführung. Das bedeutete unter anderem, dass Julian Ryerson wieder spielte und seine Rolle sehr offensiv interpretieren durfte – was dem BVB einige Chancen bescherte. Denn die Spanier konzentrierten sich darauf, das Zentrum zu schließen, sodass Ryerson rechts erstaunlich viel Raum hatte und immer wieder durch Diagonalpässe von Nico Schlotterbeck in Szene gesetzt wurde.
Das erste Mal nach drei Minuten, und das hätte gleich zum 1:0 für den BVB führen können. Doch Serhou Guirassy traf nach Ryersons Hereingabe den Ball nicht richtig und der trudelte vorbei. Das nächste Mal nach neun Minuten, da aber wurde die Szene wegen Abseits zurückgepfiffen. Und dann nach 21 Minuten, da hätte das 1:0 fallen müssen. Doch Svensson schoss den Ball, der quer durch den Fünfmeterraum gesegelt kam, aus nächster Nähe genau auf Betis-Torhüter Alvaro Valles (21.).
Das Problem an Ryersons extrem offensiver Ausrichtung allerdings: In seinem Rücken ergab sich immer sehr viel Raum, den vor allem Abde Ezzalzouli immer wieder ansteuerte. Doch Sevillas Zehner schoss mal genau auf Gregor Kobel (23.), wenig später gab er eine scharfe Hereingabe, die für ordentlich Gefahr, aber nicht für ein Tor sorgte.
Die Spanier spielten wie erwartet gefällig auf, ließen den Ball sauber durch ihre Reihen laufen und verstanden es mit zunehmender Spieldauer auch immer besser, die Lücken auf den Flügeln zu schließen. Da aber auch der BVB aufmerksam verteidigte, entwickelte sich vor allem ein Spiel zwischen statt in den Strafräumen. Und es half dem Dortmunder Angriffsspiel erst einmal nicht, dass Guirassy nach einer guten halben Stunde ausgewechselt wurde, weil ihn anscheinend Oberschenkelprobleme plagten – vorausgegangen waren engagierte Diskussionen mit Mannschaftsarzt Marcus Braun (34.). Es kam Konstantinos Karetsas, der noch wichtig werden sollte.
So sollte es eine Weile dauern, bis wieder Nennenswertes passierte, bis der BVB wieder eine Lücke auf dem Flügel fand: Diesmal war es Waldemar Anton, der Ryerson bediente. Dessen Hereingabe schob Jobe Bellingham noch viel zu lässig auf Torhüter Valles, doch der Abpraller landete genau bei Fabio Silva, der mal wieder von Beginn an spielen durfte – und der schob ein (49.).
Und die rechte Seite blieb die Haupt-Einflugschneise für Dortmunder Angriffe – aber Svensson vergab auch die nächste, wenngleich deutlich weniger gute Gelegenheit (65.). Aber auch die Gäste meldeten sich zurück im Spiel: Erst scheiterte Angel Ortiz noch aus aussichtsreicher Position an Kobel (66.). in der nächsten Szene aber hatte der BVB-Torhüter keinerlei Chance: Anton verlor den Ball im Vorwärtsgang und der Ball wurde schnell und direkt zu Joker Aitor Ruibal befördert, der aus spitzem Winkel zum Ausgleich traf (67.).
Alles auf Anfang also, und im BVB-Offensivspiel alles wie gehabt: Flanke von rechts, zu unplatzierter Kopfball Bellingham, Parade Valles (67.). Tatsächlich aber konnten es die Dortmunder auch durchs Zentrum: Silva marschierte, legte auf Karetsas. Ein Haken, ein strammer Schuss, ein Tor – 2:1 für Dortmund (72.). Es blieb aber eng, weil die Dortmunder immer wieder leichtsinnige Fehler im Spielaufbau einstreuten.
Doch es sollte reichen, und so stand am Ende ein knapper und dringend benötigter Sieg: Dortmund nämlich wahrt so die Chance auf einen Platz unter den ersten Acht und damit den direkten Einzug ins Achtelfinale – ein ebenso wichtiges, weil sehr lukratives Saisonziel.