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Beim FC Bayern jagt in diesem Herbst eine Hiobsbotschaft die nächste. Erst bricht Trainer Vincent Kompany zusammen. Jetzt zerlegt der Klassiker gegen Dortmund auch noch Bayerns Angriff. Am Dienstag wartet Atlético Madrid. Und die Frage, wer dort überhaupt noch stürmen soll.
Der Klassiker am Samstagabend kostet die Münchner mehr als zwei Punkte. In der 24. Minute setzt Ismael Saibari gegen BVB-Keeper Gregor Kobel nach und verdreht sich das rechte Sprunggelenk. Zwei Betreuer stützen ihn vom Platz, auftreten kann er nicht mehr.
Wenige Minuten später greift sich Serge Gnabry an den Oberschenkel. Sechs Minuten vor Schluss humpelt auch noch Michael Olise vom Feld. Aus dem 1:0 zur Pause wird ein 2:2.
Saibari verlässt die Arena auf Krücken. Sportvorstand Max Eberl redet in den Katakomben nicht drumherum: „Momentan fühlt es sich schon ein bisschen heftig an, was um uns herum passiert.“ Der Abend sei „sehr, sehr teuer“ gewesen.
Am Sonntagmittag kommt die Gewissheit. Saibari hat sich das Syndesmoseband im rechten Sprunggelenk gerissen und ist bereits operiert. Gnabry erwischt es am hinteren linken Oberschenkel. Beide fehlen „vorerst“, Saibari wohl bis ins neue Jahr.
Zu Olise gibt es keine Diagnose. Eberl glaubt, dass es den Franzosen nicht so schlimm erwischt hat. Interimstrainer Aaron Danks hofft, dass er bis Dienstag fit wird.
Denn dann wartet Diego Simeone (Dienstag, 21 Uhr, Prime Video). Die Ausfallliste ist inzwischen länger als die Liste der Fitten. Jamal Musiala (Muskelfaserriss) und Luis Díaz (Muskelbündelriss) fehlen ohnehin. Fällt auch Olise aus, bleiben von den etablierten Angreifern nur Harry Kane und Lennart Karl.
Klar ist: Gegen Atlético drohen Bayern gleich fünf Offensivkräfte zu fehlen.
Dazu fehlt weiter der Chef: Kompany ist vor gut einer Woche nach einem Training zusammengebrochen, Co-Trainer Danks springt ein.
Eberl ahnt, was in Madrid droht: Atlético wäre „schon mit dem kompletten Kader eine große Aufgabe“.
Neue Spieler im Januar? Vorstandschef Jan-Christian Dreesen nennt den Klub „leidgeprüft“, winkt aber ab: „Man sollte nicht zu verfrüht über solche Themen sprechen.“ Die Debatte um den dünnen Bayern-Kader stoppt er damit kaum.
Bleibt der Trotz. „Wir müssen gerade sehr resilient sein, die Mannschaft ist das bisher“, sagt Eberl. Die Mannschaft hat das schon bewiesen: Nach Kompanys Kollaps gewann sie unter Danks 3:1 in Freiburg. Und Joshua Kimmich, gerade erst nach dem Tod seines Vaters zurück, spielt gegen Dortmund durch.
In Madrid schlägt jetzt die Stunde der Übriggebliebenen. Und vielleicht die große Nacht von Lennart Karl.
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