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Erst Mikro, dann Mannschaft: BVB-Torschütze Marcel Sabitzer musste nach dem Pokal-Krimi zu seinem Applaus erst gelotst und dann geschubst werden.
Dortmund – Um 22.45 Uhr brachen auf der Südtribüne alle Dämme: Abpfiff! Borussia Dortmund steht nach einem 3:2 gegen Werder Bremen in der nächsten Runde des DFB-Pokals. Den Schlusspunkt setzte Marcel Sabitzer per Freistoß in letzter Minute. Doch ausgerechnet der Matchwinner fehlte, als die Feier begann. Er stand am Spielfeldrand – mit Mikrofon statt bei den Mitspielern.
Die Mannschaft versammelte sich vor der Südtribüne, die Gelbe Wand bebte. Von den Rängen hallte es: „Keiner ahnt es. […] Wir gewinnen den Pokal!“ Mittendrin stand Maximilian Beier. Wie RUHR24 im Stadion beobachtete, wanderte sein Blick immer wieder zur Seitenlinie. Dort sprach der Held des Abends ins Sky-Mikrofon.
Beier fackelte nicht lange. Er löste sich aus der Jubeltraube, marschierte zum Spielfeldrand und crashte kurzerhand das Interview. Dann lotste er Sabitzer dorthin, wo der Österreicher in diesem Moment hingehörte: vor die Fans.
Doch statt sich feiern zu lassen, reihte sich Sabitzer zunächst bei seinen Kollegen ein. Das aber ließ Nico Schlotterbeck nicht durchgehen. Der Innenverteidiger sprang ein und schubste Sabitzer nach vorne – raus aus der Reihe, rein ins Rampenlicht. Die Belohnung war ein Sonderapplaus von 25.000 Dortmunder Anhängern.
Kurios war nicht nur das Jubel-Protokoll, sondern auch der Weg zum Tor. Im ZDF verriet BVB-Trainer Niko Kovac nach dem Abpfiff eine kleine „Meinungsverschiedenheit“: Nico Schlotterbeck habe gewollt, dass Sabitzer den Freistoß auf Daniel Svensson spiele. Er selbst habe dagegen reingerufen, Sabitzer solle den Freistoß direkt reinmachen.
Sabitzer hörte auf den Chef – und traf. Danach regnete es Lob. BVB-Sportchef Lars Ricken verriet in der Mixed Zone vor RUHR24, er habe auf einen direkten Schuss gehofft: „Wir wissen, dass Sabitzer ein guter Freistoßschütze ist und eine gute Schusstechnik hat.“ Schön sei, dass ein erfahrener Spieler in so einem Moment Verantwortung übernehme.
Auch Joey Veerman schwärmte. Für ihn war Sabitzer in der 71. Minute gekommen, nach dem Tor stürmte der Niederländer von der Bank auf den Torschützen zu. Hätte er den Freistoß selbst direkt geschossen? „Vielleicht, wenn Sabitzer nicht auf dem Platz stünde. Aber wir wissen, dass Sabitzer einen wirklich guten Freistoß schießt, also steht er auf der Liste.“
Der Österreicher hatte seinen Moment vor der Südtribüne. Nach der Feierei gaben die Fans den BVB-Profis dann den nächsten Auftrag mit auf den Weg: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus!“ – vom Pokal-Krimi geht’s auf zum Klassiker.