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Für Maverick Vinales war der Freitag beim Malaysia-Grand-Prix ein besonderer Moment. Erstmals seit seinem Sturz beim Deutschland-Grand-Prix am Sachsenring 2025, bei dem er sich die linke Schulter verletzte, schaffte er es wieder in Q2. Nach monatelangen Problemen und Rückschlägen ist das ein wichtiges Zeichen. Vinales selbst schöpfte jedenfalls Hoffnung, auch wenn er noch längst nicht schmerzfrei ist.
Die Behandlung, der er sich seither unterzogen hatte, zeigt offenbar Wirkung. "Ich habe immer noch ein wenig Schmerzen, wenn ich das Motorrad anhebe, aber deutlich weniger als in Australien", erklärte der Spanier am Freitag.
Wie groß der Unterschied bereits ist, verdeutlichte er mit einem Vergleich: Wenn er Schmerzen habe, könne er gerade einmal fünf Kilogramm heben. Ohne Schmerzen seien es zwölf Kilogramm.
Auf dem Motorrad sei der Unterschied sogar noch größer, weil in den extremen Fahrpositionen kleinere Muskelgruppen beansprucht werden. "Sobald ich Schmerzen habe, habe ich keine Kraft. Aber ich merke, dass ich wieder Kraft aufbringen kann, wenn die Schmerzen nachlassen", schilderte Vinales. Auch seine Sitzposition auf der linken Seite habe sich dadurch bereits verändert.
Doch nicht nur körperlich muss Vinales nach der langen Verletzungspause erst wieder zu seiner alten Stärke finden. Auch auf dem Motorrad fehlt ihm noch die Selbstverständlichkeit.
Auf die Frage, ob ihm seine schnelle Rundenzeit leicht gefallen sei, erklärte er: "Ich kämpfe mit dem Motorrad. Es ist so lange her, dass ich auf einem guten Niveau gefahren bin. Deshalb ist es jetzt schwierig, plötzlich wieder sehr schnell zu sein."
Er müsse erst wieder lernen, sanfter mit dem Motorrad umzugehen und präziser zu fahren. Die Rundenzeit selbst sei ihm allerdings nicht allzu schwergefallen. Er habe sogar noch etwas Potenzial gesehen.
Umso mehr freute es ihn, seinen Namen nach langer Zeit wieder weiter vorne auf dem Zeitenmonitor zu sehen. "Es ist zumindest ein wenig Durchatmen, weil ich dadurch verstehe, dass die Schmerzen das Limit sind und nichts anderes", sagte Vinales.
Sobald diese Grenze wegfalle, könne er seiner Überzeugung nach wieder an seine Form anknüpfen, wo er am Sachsenring aufgehört habe. "Das ist der gute Punkt", betonte er. Sein Ziel ist es, bis zum Grand Prix in Portimao und zum Saisonabschluss in Valencia möglichst schmerzfrei zu sein.
In Malaysia wollte er es allerdings noch nicht übertreiben. Für den Sprint nahm er sich vor, bei zunehmenden Schmerzen lieber Kräfte für das Hauptrennen zu sparen.
Tatsächlich hatte Vinales zunächst geplant, den Sprint nicht zu Ende zu fahren. Als er in Runde sieben an die Box kam und sah, dass sein Motorrad für die nassen Bedingungen bereits bereitstand, entschied er sich dennoch für eine Weiterfahrt.
Sein Poker mit dem Wetter ging jedoch nicht auf und er konnte aus dem frühen Wechsel keinen Vorteil ziehen, denn der Regen ließ kurze Zeit später wieder nach. Vinales beendete der Sprint an 15. Position.
Wie weit Vinales noch von seiner früheren Leistungsfähigkeit entfernt ist, zeigte sich am Sonntag deutlich. Während Pedro Acosta (KTM) als Zweiter nur 4,172 Sekunden auf Sieger Marc Marquez verlor, kam Enea Bastianini (Tech3-KTM) auf Rang fünf. Brad Binder (KTM) komplettierte mit Platz neun das starke KTM-Ergebnis.
Vinales musste sich dagegen mit Rang 14 und 34,597 Sekunden Rückstand zufriedengeben. Auf seinen Markenkollegen Acosta fehlten ihm somit mehr als eine halbe Minute.
Die linke Schulter bereitete ihm über die volle Grand-Prix-Distanz erneut starke Probleme. "Es war definitiv schwierig", berichtete Vinales nach den 20 Runden.
Auf die Frage, ob er die Schmerzen während der gesamten Distanz gespürt habe, bestätigte er das ohne Umschweife. Nach einigen Runden habe er sogar seinen Bremsstil verändern müssen: "Nach ein paar Runden fing ich an, etwas anders zu bremsen", erklärte er. Das sei allerdings schwierig, weil die Schulter entsprechend belastet werde.
Neben den körperlichen Problemen fand Vinales auch fahrerisch nicht zu seinem gewohnten Gefühl. Vor allem der geringe Grip machte ihm zu schaffen. Er wisse noch immer nicht genau, wie er das Motorrad unter diesen Bedingungen fahren müsse. Ständig korrigiere er seine Linie, ohne das richtige Gefühl zu finden.
"Es war ein schwieriges Wochenende", lautete sein klares Fazit nach dem Grand Prix in Sepang. Jetzt gehe es darum, die Probleme zu analysieren und weiter dazuzulernen.
Zwischen Sepang und Katar hofft er nun vor allem auf ausreichend Zeit zur Erholung. Sein Ziel bleibt, die Schmerzen weiter zu reduzieren und möglichst bald wieder die Kraft zurückzugewinnen, die ihm seit seiner Verletzung von 2025 fehlt.