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„Dann wird es schwierig“: Polzin-Klartext nach dritter HSV-Pleite in Folge
HSV-Trainer Merlin Polzin bei der Pleite in Frankfurt Witters
HSV-Trainer Merlin Polzin bei der Pleite in Frankfurt
Witters

Der HSV unterliegt Eintracht Frankfurt mit 1:3 und kassiert die dritte Pflichtspielpleite in Serie. Warum Polzin der Start in die beiden Hälften so schmerzt.

Wieder gegen Eintracht Frankfurt verloren, wieder ein 1:3 aus HSV-Sicht – und wieder zu viele defensive Fehler, die einen zeitweise guten Auftritt zunichtemachten. Die Hamburger verloren nach dem Aus im DFB-Pokal nun auch in der Bundesliga gegen die SGE, diesmal auswärts. Merlin Polzin und die Profis gingen mit tristen Gefühlen in den Sonntagabend.

„In der Bundesliga ist es oft ein Spiel der Momente – und wenn man in den entscheidenden Momenten nicht da ist, wird es schwierig“, beschrieb der Chefcoach nach der HSV-Pleite in Hessen. Polzin betonte, dass er sich immer schützend vor die Spieler stellen werde, die sich Aussetzer leisten. Das zeichnet ihn aus. Doch die Enttäuschung über das Ergebnis bleibt.

HSV verliert mit 1:3 bei Eintracht Frankfurt

„Es wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen heute“, haderte Miro Muheim. „Deshalb ist es auch extrem bitter.“ Der Schweizer hing in Frankfurt auch bei mancher Fehlerkette mit drin. Letztlich patzte der HSV hinten zu oft, um zumindest den einen Punkt aus dem Deutsche-Bank-Park zu entführen. So steht am Ende die dritte Pflichtspielniederlage in Serie für Polzins Mannschaft.

WITTERS Raphael Onyedika und HSV-Profi Albert Grønbæk (r.) im Zweikampf WITTERS

Der HSV hatte den Spielbeginn verschlafen und zunächst zwei Schreckmomente überstanden: Can Uzun schoss nach einer flachen Ecke frei stehend knapp vorbei (5.), Younes Ebnoutalib nutzte einen Schnitzer von Muheim im Spielaufbau nicht aus – weil Torwart Daniel Heuer Fernandes glänzend parierte (10.). Im dritten Anlauf war das 0:1 überfällig: Als sich mehrere Hamburger überspielen ließen, musste Farès Chaibi nur noch querlegen, und Warmed Omari traf ins eigene Netz (14.). Ansonsten hätte aber Ebnoutalib den Ball über die Linie gedrückt.

„Wir haben die ersten Minuten komplett verschlafen“, bemängelte Polzin nach dem Abpfiff. „Wenn man so ins Spiel startet, hilft es nicht, erfolgreich Fußball spielen zu können. Dennoch haben wir es geschafft, uns in das Spiel zu arbeiten. Wir waren sehr klar in der Art und Weise.“

Der HSV steigerte sich vor der Pause

Ohne Sebastiaan Bornauw, der im Abwehrzentrum von Jordan Torunarigha vertreten wurde, schien der HSV überrumpelt zu werden, doch er fand schrittweise ins Spiel – und das schnelle 1:1 half dabei: Muheim flankte, Eintracht-Verteidiger Lilian Brassier klärte ungeschickt, Albert Grønbæk legte quer – und Terem Moffi blieb aus kurzer Distanz cool (14.). Der Treffer gab Sicherheit. Martin Adeline musste zwar gegen Ritsu Doan im eigenen Strafraum retten (28.), aber auch die Hamburger tauchten in der ersten Hälfte noch einige Male gefährlich vorn auf.

IMAGO / Beautiful Sports Daniel Heuer Fernandes (3.v.r.) und die HSV-Kollegen standen nach der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt enttäuscht auf dem Rasen. IMAGO / Beautiful Sports

Grønbæks Linksschuss wurde geblockt (31.), der Versuch von Shafiq Nandja aus der zweiten Reihe wurde abgefälscht, kam aber zentral aufs Gehäuse von SGE-Keeper Noah Atubolu (43.). Heuer Fernandes hielt noch Robin Kochs Kopfball (45.+2). Das 1:1 zur Pause war in Ordnung.

Schlechter Start auch in die zweite Hälfte

Das HSV-Problem: Auch der Start in die zweite Hälfte verlief denkbar schlecht. Heuer Fernandes ließ einen Brassier-Kopfball nach einer Ecke nach vorn abprallen, Raphael Onyedika staubte zum 2:1 für die Eintracht ab (47.). Die prompte Hamburger Antwort blieb diesmal aus. „Das war der Schlüssel des Spiels“, sagte Polzin zum erneuten Nackenschlag. „Wenn du hier wieder zurückliegst, dann wird es schwieriger – in allem, was wir uns vorgenommen haben.“ Bitter war der Fehler vor allem für Heuer Fernandes, der sonst gut hielt. Das war bezeichnend.

WITTERS Der HSV verlor mit 3:1 gegen Eintracht Frankfurt. WITTERS

Offensiv ging zunächst wenig, zumindest weniger als vor der Pause. Eine Abseitsstellung von Ansgar Knauff verhinderte noch das 1:3 durch Chaibi (62.) – doch wenig später verlor Nandja den Ball an Uzun, der Ebnoutalib in die Tiefe schickte: Das dritte Gegentor war die Folge (69.).

HSV-Trainer Polzin: „Das schmerzt und sehr“

Der HSV tobte, weil er in der Entstehung des Tores ein Foul an Adeline erkannt haben wollte. Doch Schiedsrichter Florian Exner winkte ab und zog die wilden Proteste der Trainer um Merlin Polzin auf sich. Mal wieder Ärger wegen Exner, ein halbes Jahr nach dem 1:3 beim Nordderby. Allerdings hatte der Referee diesmal wohl zunächst Vorteil für den HSV gegeben.

WITTERS HSV-Youngster Shafiq Nandja (r.) im Zweikampf mit Frankfurts Can Uzun WITTERS

Heuer Fernandes lenkte Chaibis Abschluss danach ans Gebälk (75.). Erst in der Schlussphase legten die Gäste noch mal zu: Der eingewechselte Alexander Røssing-Lelesiit scheiterte zweimal (80./88.), Omari köpfte an die Latte (89.) und auch Otto Stange verkürzte nicht (89.).

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„Es waren zahlreiche Möglichkeiten für unseren Anschlusstreffer da“, erkannte Polzin und konstatierte: „Es tut auf jeden Fall weh, dass wir da nicht mehr herausgeholt haben. Wenn wir nicht 100 Prozent herausholen, wird es schwierig – gegen jeden Gegner.“ Die Eintracht war in dieser Woche zweimal zu eiskalt für den HSV. Polzin, dessen Team auf Rang 15 abrutschte und am Freitag (20.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) gegen Gladbach einen Heimsieg braucht, um happy in die Länderspielpause zu gehen, hielt fest: „Es schmerzt uns heute natürlich sehr.“