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Frederik Christensen ist endlich angekommen. Der Linksverteidiger des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg, der im Sommer vom VfL Osnabrück zu den Zebras gewechselt war, wohnte mit seiner Freundin zunächst am Hauptbahnhof im Hotel. Mittlerweile ist das Paar in Meerbusch heimisch geworden. „Meine Freundin arbeitet in Düsseldorf. Deshalb passt das“, sagt der 24‑Jährige. In sportlicher Hinsicht brauchte der Däne mehr Zeit, um anzukommen. Ein Muskelfaserriss warf ihn in der Vorbereitung aus der Bahn. Mit Verspätung etablierte sich Christensen dann aber doch als Leistungsträger.
Beim neuen Arbeitgeber kurz nach dem Dienstantritt schon einen Krankenschein einreichen zu müssen, ist nun keine angenehme Geschichte. Das Gespräch mit der Redaktion führte Christensen lieber auf Englisch (wie schon im Juli im Trainingslager in den Niederlanden) und berichtete von „mixed feelings“ an den ersten Tagen beim MSV. Nach dem Testspiel gegen NEC Nijmegen waren die Gefühle gemischt: Die Leistung stimmte, aber die Muskelverletzung setzte ihn dann für rund sieben Wochen außer Gefecht. Das Duell mit Can Coskun um den Platz auf der linken Abwehrseite fiel zunächst aus, Freddy Christensen schuftete dafür erst einmal in der Reha. Entschärft übersetzt sagt Christensen heute über diese Phase: „Das war ziemlich blöd.“
Wir wollen das Tor immer mit unserem Herzen verteidigen.
Freddy Christensen, MSV-Abwehrspieler
Etwas einfacher war die Situation für ihn, weil er schon eine Saison beim VfL Osnabrück gespielt hatte und sich somit nach seinem Wechsel zum MSV in Deutschland nicht neu akklimatisieren musste. Sein Ligadebüt bei den Meiderichern feierte Freddy Christensen am siebten Spieltag beim 4:1-Sieg im Auswärtsspiel beim SV Wehen Wiesbaden. Es war ein perfekter Einstand für ihn: Er traf in der 33. Minute zum 3:0 für den MSV und stellte damit für sein Team die Weichen auf Sieg. Seitdem war er in allen Partien dabei. Bislang kommt Christensen auf fünf Partien, darunter finden sich vier Startelfeinsätze. „Ich bin jetzt gut im Rhythmus“, sieht sich der Neuzugang auf Kurs und sieht noch Luft nach oben: „Ich kann noch besser werden.“
Freddy Christensen stand vor einem Jahr mit dem VfL Osnabrück nach elf Spieltagen mit fünf Punkten Rückstand auf den Tabellenführer MSV auf dem vierten Rang. Am Ende stiegen die Niedersachsen als Meister souverän auf, während die Zebras im Schlussspurt strauchelten. „Es sind noch so viele Partien zu spielen. Es kann noch viel passieren“, weiß der Abwehrspieler. Aus Duisburger Sicht soll die Geschichte diesmal natürlich anders ausgehen. Christensen will als Osnabrücker Meisterspieler seinen Beitrag dazu leisten.
Die 1:2-Niederlage in Ingolstadt am vergangenen Samstag bezeichnete Freddy Christensen, wieder entschärft übersetzt, als eine „blöde Sache“. Insgesamt ordnet der Abwehrspieler die Partie als Ausrutscher ein. Dass die Gastgeber mit zwei Standard-Situationen – das 1:1 resultierte aus einem Eckball, das 2:1 aus einem Einwurf – zum Erfolg kamen, ist ärgerlich, vor allem natürlich für die Defensivabteilung. Freddy Christensen stellt klar, dass alle Beteiligten wissen, was in solchen Situationen passiert. Immerhin würde die Mannschaft das trainieren und verinnerlichen. Letztlich sei das auch eine Kopfsache. Christensen: „Wir müssen bei Standards bereit, wach und vorsichtig sein. Wir wollen das Tor immer mit unserem Herzen verteidigen.“ Gegen den VfB Stuttgart II wird es am Samstag wieder darauf ankommen, hellwach zu sein: „Sie werden hoch pressen, sie wollen den Ball haben. Wir müssen gut organisiert sein.“
Noch einmal zurück nach Ingolstadt: In der letzten Saison spielte dort Christensens Bruder Gustav, der als Leihspieler von Hertha BSC mittlerweile bei Kristiansund BK in Norwegen spielt. Und Frederik Christensen kickte für die Schanzer. Nicht der Mann, der nun für den MSV spielt, sondern ein Namensvetter. „Ich habe in Dänemark mal gegen ihn gespielt, kenne ihn ansonsten nicht“, sagt der „MSV-Christensen“. Verwirrung herrschte im vergangenen Jahr trotzdem. „Mein Onkel hat mir damals dazu gratuliert, dass ich nun mit meinem Bruder in einem Verein spiele.“