Zurück
Vor zwölf Monaten der Konkurrenz klar überlegen, war Aprilia in dieser Woche mit großen Hoffnungen nach Phillip Island gereist. 'Big Points' im WM-Kampf mit Marc Marquez und Ducati sollten her. Tatsächlich hat sich der Australien-GP für den MotoGP-Hersteller aus Noale am Samstag nun aber zur absoluten Horrorshow verwandelt. Als wäre das drohende Saisonaus für Jorge Martin nicht schon schlimm genug, gab es nach dem Sprint auch noch einen weiteren Ausfall und eine saftige Strafe zu vermelden.
Zunächst zum weiteren Ausfall. Dieser geht auf das Konto von Raul Fernandez. Der Spanier hatte im Sprint zunächst um die letzten Punkteplätze gekämpft, kehrte in Runde 10 von 13 dann aber an die Box zurück und gab vorzeitig auf. Seine gesenkte Körperhaltung ließ dabei recht schnell darauf schließen, dass er keinen Defekt erlitten hatte. Nein, der eigene Körper hatte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht.
"Aufgrund der Folgen seines Sturzes in Indonesien, bei dem er sich den rechten Zeigefinger - seinen wichtigsten Finger für die Betätigung der Bremse - gebrochen hatte, musste Raul Fernandez das Sprintrennen auf Phillip Island vorzeitig beenden, da er nicht mehr weiterfahren konnte. Die hohen Anforderungen der australischen Rennstrecke erwiesen sich als körperlich belastender als der Mandalika Circuit in Indonesien und die Schmerzen waren zu stark, um über die neunte Runde hinaus weiterzufahren", informierte das Trackhouse-Team in einem ersten Statement.
Direkt im Anschluss an den Sprint begab sich Fernandez daher zu Untersuchungen ins Medical Center. Und das Ergebnis? "Die Fraktur im Zeigefinger ist zwar stabil, doch es liegt eine Entzündung des Weichgewebes rund um die Fraktur vor." Der Spanier wurde deshalb für 'unfit' erklärt und wird nicht weiter am Großen Preis von Australien teilnehmen. Am kommenden Donnerstag soll dann ein weiterer Medizincheck Aufschluss geben, ob ein Start im nachfolgenden Malaysia-GP (30.10. - 01.11.) möglich ist oder ob Fernandez auch dort zuschauen muss. Bis dahin ist Rehabilitation angesagt, um die Entzündung zu hemmen.
Gleich zwei Ausfälle für Aprilia also am Sonntag, doch damit nicht genug. Mit Ai Ogura kassierte am Samstag nämlich auch noch ein dritter RS-GP-Pilot eine Hiobsbotschaft. Der Japaner hat den vorgeschriebenen Mindestreifendruck im Sprint nicht eingehalten und wurde von MotoGP-Stewards deshalb mit der laut Reglement vorgesehenen Zeitstrafe von acht Sekunden belegt. Ursprünglich auf Platz sechs ins Ziel gekommen, fällt er damit bis auf P13 zurück und verliert folglich alle vier WM-Punkte.
Mit Blick auf die Wetterprognose für den Sonntag droht dem Trackhouse-Team damit ein Null-Punkte-Wochenende auf Phillip Island, denn Regenrennen zählen wahrlich nicht zu den Stärken Oguras. Bereits während den beiden nassen Sessions am Samstag belegte er jeweils die letzten Plätze. Im FP2 verlor Ogura 4,318 Sekunden auf die Spitze, im Qualifying sogar 5,186 Sekunden. "Ich wusste, dass ich langsam sein würde, aber fünf Sekunden sind dann doch etwas viel. Ich kann so nicht weitermachen", lachte er am Samstag in seiner Medienrunde über die eigene Performance. Besserung erwartet er am Sonntag aber nicht, sollte es tatsächlich regnen: "Nach vier oder fünf Runden werden mich alle überholt haben."