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Vier Ju-Jutsu-Sportler des SV Niederroth erhalten die neue Bürgermedaille des Marktes Indersdorf. Alle vier tragen bereits das Silberne Lorbeerblatt – Deutschlands höchste staatliche Sportauszeichnung.
Indersdorf – Franz Beckenbauer, Steffi Graf und Dirk Nowitzki. Sie alle haben bereits die selbe Auszeichnung erhalten wie Julia Paszkiewicz und Johannes Tourbeslis, Ian Butler und Felix Paszkiewicz. Die Rede ist vom Silbernen Lorbeerblatt, der höchsten staatlichen Auszeichnung für sportliche Spitzenleistungen in Deutschland. Am Mittwochabend kam für die Niederrother eine weitere Auszeichnung hinzu: die Bürgermedaille des Marktes Markt Indersdorf.
Der Abend war historisch, denn: Vor kurzem führte die Gemeinde die Ehrung für Spitzensportler ein, die vier sind somit die allerersten, denen diese Ehre zuteilwird. Alle vier sind Ju-Jutsu-Sportler des SV Niederroth. Als Bürgermeister Franz Obesser über die Erfolge der vier Spitzensportler spricht, ist er eine Weile beschäftigt. Titel um Titel um Titel zählt er auf (siehe Infobox) und trotzdem ist es nur „ein Auszug“, wie er betont. Um Sport auf derart hohem Niveau auszuführen, braucht es neben Talent auch „viel Fleiß, Disziplin und Durchhaltevermögen. Hierfür verdienen sie höchsten Respekt und Anerkennung“.
Ian Butler und Felix Paszkiewicz wurden 2023 gemeinsam Weltmeister und Europameister, 2022 Vizeweltmeister und 2025 belegten sie den 4. Platz bei den World Games im Männer-Duo. Auch wurden sie mehrfach Deutsche Meister.
Johannes Tourbeslis feierte gemeinsam mit seiner Duo-Partnerin Julia Paszkiewicz große Erfolge. Zu ihren Höhepunkten zählen der Weltmeistertitel 2021, der Europameistertitel 2022, Bronze bei der WM 2023. Bei den World Games 2017 gewannen sie Silber im Duo-Wettbewerb und Gold im Teamwettkampf.
Julia Paszkiewicz setzte ihre internationale Erfolgsgeschichte gemeinsam mit Nike Hünecke fort. 2024 wurden sie Weltmeisterinnen im Duo Inclusive Self-Defence Visual. 2025 gewannen sie bei den World Games die Goldmedaille in dieser Disziplin.
Sie waren bereits bei Ehrungen im Bundeskanzleramt. Mit Friedrich März und Frank-Walter Steinmeier. Und doch ist diese Ehrung im kleinen Indersdorfer Rathaus etwas Besonderes für die Vier. Franz Obesser erinnerte in seiner Rede beispielsweise an den „viel zu früh verstorbenen“ Gerd Duda. Dieser gründete die Ju-Jutsu-Abteilung in Niederroth und leitete diese fast drei Jahrzehnte lang. Felix Paszkiewicz erklärt, warum sie genau deshalb die Ehrung im Lokalen berührt: „Diese persönlichen Worte. Die bedeuten etwas!“ Zudem sei es wirklich etwas Besonderes, „auch dort geehrt zu werden, wo alles angefangen hat“.
Als Franz Obesser die Ziele von Ju-Jutsu vorstellt, gibt er zu: Er hat gegoogelt. Die Sportart war bisher fremdes Terrain für ihn. Doch auch genau darum gehe es bei einer Sportlerehrung: Unbekanntes sichtbar zu machen. „Diese Auszeichnung soll selbstverständlich eine Ehrung sein und unsere Wertschätzung ausdrücken, aber auch Sportler und Sportarten sichtbar machen und möglichst Motivation für andere Sportler oder auch Freizeitsportler sein“, erklärte Obesser.
Motivierende Worte für Nachwuchssportler – ganz egal, für welchen Sport deren Herz schlägt – hatten Julia Paszkiewicz und Ian Butler. Der Weltmeister betonte: „Wenn man etwas gefunden hat, für das man Leidenschaft verspürt, sollte man unbedingt dabei bleiben.“ Julia Paszkiewicz weiß, wie wichtig es ist, nicht aufzugeben: „Es gibt immer Tiefschläge, wer etwas anderes behauptet, lügt. Aber da muss man durch. Und dann kann man Dinge erreichen, die man niemals für möglich gehalten hat!“
Und noch eine Sache betonten Bürgermeister und Spitzensportler gleichermaßen: Erfolg braucht immer ein Team. „Menschen, die hinter einem stehen. „Und dieses Glück haben wir zu 100 Prozent“, betonte Johannes Tourbeslis. Auch deswegen durfte an diesem Abend einer bei der Ehrung nicht fehlen: Trainer Adam Paszkiewicz. „Ohne ihn wäre keiner von uns da, wo er heute ist“, sagte Tourbeslis.
Bezeichnend dafür, welchen Stellenwert Ju-Jutsu im Leben der Vier einnimmt, war das Abendprogramm der Sportler. Denn mit der historisch ersten Sportlerauszeichnung war es nicht getan. Nach dem Festakt stand noch eine längere Autofahrt an: Es ging nach Halle an der Saale zur German Open.