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Als ob der bei Tottenham in Ungnade gefallene Richarlison nicht schon genug Probleme hätte: Nun bezichtigt der Stürmer Präsidentschaftskandidat Flavio Bolsonaro des Diebstahls. Es geht - na klar - um eine Privatinsel.
In einem Video in seiner Insta-Story erklärte Richarlison, dass sich Flavio Bolsonaro zusammen mit einem weiteren Mann illegal eine Insel vor der Küste von Rio de Janeiro angeeignet haben soll. Diese Insel habe seit 2020 oder 2021 ihm gehört, führte Richarlison in den vielbeachteten Video aus.
Bolsonaro ist der Sohn des inhaftierten rechtsextremen brasilianischen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro und bei der aktuellen Präsidentenwahl Favorit in der Stichwahl vor Amtsinhaber Lula da Silva.
Richarlison habe nach eigenen Angaben für die Insel damals rund zehn Millionen brasilianische Real (ca. 1,77 Millionen Euro) bezahlt und stehe nun mit leeren Händen da. Nun fordert er polizeiliche Ermittlungen gegen Bolsonaro.
"Ich wollte ihm die Insel nicht verkaufen. Weil ich das nicht wollte, haben diese Typen die Situation vor Gericht ausgenutzt", klagte Richarlison in dem Video und sagte: "Das Justizsystem hat versagt!" Sein Team und er seien gerade dabei gewesen, dem Gericht die Unterlagen zum rechtmäßigen Erwerb der Insel zusammenzustellen, als "Flavio Bolsonaro und dieser Typ, Willer Tomaz, dorthin gefahren" seien und "die Insel innerhalb von 24 Stunden in Besitz genommen" hätten.
Richarlison weiter: "Diese Typen haben die Insel, soweit ich weiß, ohne einen Cent auszugeben, an sich gerissen. Ich habe dort etwa zehn Millionen Real ausgegeben und nichts dafür bekommen.“
Bolsonaro wies die Vorwürfe seinerseits zurück und bezeichnete sie in einem Kommentar zu einem Beitrag der brasilianischen Influencerin und Sängerin Juliette, die die politischen Praktiken des rechten Kandidaten kritisierte, als "Fake News".
Auch Richarlison mischte in Juliettes Kommentarspalten mit und fragte: "Und was ist mit meiner Insel?". Die öffentliche Schlammschlacht kommt für Bolsonaro zu einem eher unglücklichen Zeitpunkt: Am 25. Oktober findet die Stichwahl um die brasilianische Präsidentschaft statt.
Im ersten Wahlgang hatte Bolsonaro (44) überraschend die meisten Stimmen erhalten. Sein Vater Jair Bolsonaro war von 2019 bis 2023 Präsident Brasiliens und sitzt aktuell eine 27-jährige Haftstrafe ab.
Bolsonaro hatte nach der verlorenen Präsidentenwahl versucht, einen Putsch gegen Amtsinhaber Lula da Silva anzuzetteln. Flavio Bolsonaro werden ähnliche rechtsextreme, homophobe, frauenfeindliche, rassistische und wissenschaftsfeindliche Ansichten nachgesagt wie seinem Vater.
Richarlison erlebt derweil bei seinem Klub Tottenham Hotspur eine sehr schwierige Phase. Nachdem am Deadline Day sein Wunschwechsel zum FC Everton nicht zustande kam und der erfolgreichste Spurs-Torschütze der vergangenen Saison (11 Tore) den Klub öffentlich an den Pranger stellte, wurde er von De Zerbi nicht mehr in den Kader für die Premier League berufen. Zuletzt spielte Richarlison nur noch in der Reservemannschaft Tottenhams.