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Bayern-Star Kane glänzt gegen Arsenal – trotzdem entbrannt Taktik-Debatte

Nach dem 2:2 gegen Arsenal sorgt Jürgen Klopp mit einer Taktik-Kritik an Harry Kane für Diskussionen. Vincent Kompany reagiert kühl.

München – Es gab für den Mittwochabend viele verschiedene Lesarten: War das 2:2 gegen Arsenal (Hier der Liveticker zum Nachlesen) aus Sicht des FC Bayern ein gewonnener oder zwei verlorene Punkte? Soll man sich über ein Remis gegen den Vorjahresfinalisten freuen, oder angesichts des Chancenplus über den verpassten Sieg ärgern? Und vor allem: Waren die Worte von Jürgen Klopp nun Lob, Kritik, Anerkennung, Seitenhieb – oder alles gleichzeitig?

Die Rolle von Harry Kane und eine launige TV-Analyse von Bundestrainer Jürgen Klopp bei DAZN haben eine hitzige Taktik-Debatte entfacht.
Die Rolle von Harry Kane und eine launige TV-Analyse von Bundestrainer Jürgen Klopp bei DAZN haben eine hitzige Taktik-Debatte entfacht. © picture alliance/dpa | Peter Kneffel

Aber von Anfang an: Das hochklassige Remis wurde maßgeblich geprägt vom noch höherklassig agierenden Harry Kane, der die 75.000 Zuschauer nicht nur mit einem Treffer und einer Vorlage verzauberte, sondern wie gewohnt phasenweise als Neuner, Zehner, Sechser oder Libero agierte. Weil unter diesen Zuschauern in der Allianz Arena auch Jürgen Klopp weilte und dieser in der Halbzeit bei DAZN zu Gast war, wurde daraus aber ein Politikum: „Harry Kane ist heute überall. Das finde ich mit Ball in Ordnung, aber gegen den Ball?“, fragte der Bundestrainer.

Klopps rätselhafte Worte bei DAZN

Dann schob er noch hinterher: „Wenn ich Harry Kane in der letzten Linie sehe, und zwar nicht im tiefen Block, sondern im Mittelfeld-Pressing – das ist einfach für mich … Und noch mal, ich bin nicht Papst des Fußballs, alle dürfen machen, was sie wollen. Aber abschließend dahintergestiegen bin ich nicht!“

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Klopp deutete eine Kritik nur an, ließ die Enden seiner Sätze offen – genau wie das, was er damit bezwecken wollte. „Ich habe bis heute nicht abschließend verstanden, was Bayern gegen den Ball macht. Aber ich will mich einfach weiterbilden.“ Auf Vincent Kompany dürften die Sätze dagegen eher so gewirkt haben, als ob er ihn kritisieren wollte. „Ja, da sage ich nichts dazu. Nächste Frage“, reagierte er süffisant auf die Äußerungen Klopps.

Tatsächlich pressten die Münchner an diesem Abend weniger hoch als gewohnt, was allerdings auch an der Qualität des Gegners lag. „Normalerweise“, erklärte Kane später selbst, „ist es recht klar, wen wir pressen.“ Arsenals variables Positionsspiel aber habe die Bayern „ein bisschen verwirrt“. Und so hätten sie sich, auch er, phasenweise tiefer fallen lassen als gewollt. Das, sagte Kane, sei „definitiv etwas, was ich und die Mannschaft verbessern können“.

An seiner eigenen Leistung, und das ging im Zuge der von Klopp angestoßenen Taktikdebatte fast etwas unter, gab es an diesem Abend aber nichts zu verbessern. Gerade weil Kane derart tief positioniert war, hatte er noch größeren Einfluss aufs Spiel und bot den Londonern mit Bayerns ausgedünntem Kader (ohne Olise, Musiala oder Kimmich) fast im Alleingang Paroli. So holte Kane nicht nur den Elfmeter zum 2:1 raus, den er standesgemäß verwandelte, sondern legte auch den vorherigen Ausgleichstreffer von Alphonso Davies mit einem „geisteskranken“ Pass (Tom Bischof) von der Mittellinie auf.

Und zuvor leitete er in der Anfangsphase sogar eine Großchance von Serge Gnabry per Abstoß (!) ein, indem er sich nach gegnerischer Ecke gedankenschnell den Ball schnappte. Kurzum: Seine Leistung war der eines möglichen Ballon-d’Or-Siegers würdig. Der wird übrigens am Montag gekürt und von noch hitzigeren Debatten begleitet – aber das ist Kane ja gewohnt.

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