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Die Nordische Kombination soll schneller, kompakter und spannender werden. Im Kampf um ihre olympische Zukunft arbeitet der Internationale Ski-Weltverband FIS an neuen Wettkampfformaten. "Eins der Formate ist ein Sprint-Event ähnlich den Langlauf-Sprints mit Heats", erklärte FIS-Renndirektor Lasse Ottesen im Gespräch mit "SPORT IM OSTEN". Auch ein kompakter Prolog ist geplant, bei dem die Wettbewerbe der Frauen und Männer innerhalb von 45 bis 60 Minuten abgeschlossen sein könnten. Zudem soll ein neuer Mixed-Wettbewerb getestet werden.
Die Reformen sollen die traditionsreiche Wintersportart vor allem für Zuschauer und Fernsehsender attraktiver machen. Denn bei den Olympischen Winterspielen 2030 in den französischen Alpen ist die Nordische Kombination nach bisherigem Stand nicht mehr vorgesehen.
Video: Nach Olympia-Aus: Enorme Herausforderung für die Nordische Kombination (2 Min)
Eine kleine Resthoffnung gibt es dennoch. In Frankreich setzt sich eine Initiative um Olympiasieger Jason Lamy Chappuis für eine nachträgliche Aufnahme ein. Als Gastgeber könnte Frankreich theoretisch noch eine zusätzliche Disziplin vorschlagen. "Das wäre eine Chance", sagte DSV-Sportdirektor Horst Hüttel, schränkte aber ein: "Aber da ist viel Prinzip Hoffnung dabei."
Deshalb richtet sich der Blick der Verantwortlichen längst auch auf die Winterspiele 2034. Bis zur Entscheidung über das olympische Programm will die FIS mit neuen, fernsehgerechteren Formaten beweisen, dass die Nordische Kombination weiterhin eine Zukunft auf der größten Bühne des Wintersports hat.
Wie ernst die Lage ist, zeigen die jüngsten Aussagen aus Österreich. Der Österreichische Skiverband (ÖSV) will die Nordische Kombination nur noch bis zur Saison 2028/29 sicher fördern. "Deutschland, Österreich und Norwegen sind die drei Nationen, die die Kombination noch am längsten fördern können", sagte ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher dem "Kurier". Sollte es bis 2029 keine Zusage für eine Rückkehr ins olympische Programm 2034 geben, könnten sich die führenden Nationen die Förderung nicht mehr leisten. "Die Aussichten sind düster", warnte Stecher.
Schon jetzt sind die Folgen der ungewissen Zukunft spürbar. Vor allem im Nachwuchsbereich wechseln laut Stecher Athleten in andere Disziplinen wie Langlauf, Biathlon oder Skispringen. Ohne olympische Perspektive droht der Nordischen Kombination langfristig der Verlust ihrer sportlichen Basis.
Auch in Deutschland ist die Verunsicherung groß. "Irgendwann möchte man nur noch weinen", sagte Deutschlands Top-Kombiniererin Nathalie Armbruster. Olympiasieger Vinzenz Geiger erklärte: "Ich mache mir große Sorgen". Bundestrainer Eric Frenzel will bis zum Schluss für seine Sportart kämpfen. "Solange es die Nordische Kombination in Deutschland gibt, werde ich für sie da sein. Dafür stand ich als Sportler, dafür werde ich auch als Bundestrainer weiter stehen."
Video: "Wir haben so viele Tränen vergossen" (10 Min)
SpiO/sid
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